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Coller Capital: Investoren stützen Private Equity, meiden Hedgefonds

Institutionelle Investoren wollen ihre Zielallokation für die Anlageklasse Private Equity ausbauen. Besonders beliebt sind in der DACH-Region Infrastrukturinvestments etwa in Erneuerbare Energien.
gyn9038/iStock/Thinkstock/GettyImages

Gute Nachrichten für deutsche PE-Investoren: Sie bleiben ein Eckstein in der Anlagestrategie der Pensionswerke und Versicherungen. 40 Prozent der institutionellen Investoren (Limited Partners: LPs) wollen die Private-Equity-Anteile ihrer Portfolios im nächsten Jahr ausbauen. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Private-Equity-Befragung des Sekundärmarktinvestors Coller Capital unter 114 LPs weltweit.

Demnach wollen die institutionellen Anleger zwar auch die Immobilienanteile in den Portfolios erhöhen, jedoch geht diese Umschichtung vor allem zu Lasten der Hedgefonds. Damit schließen sich viele große LPs der Entscheidung des kalifornischen Pensionsfonds Calpers an, das Hedgefonds-Exposure zurückzufahren.

Der Grund dafür, dass die Investoren so fest zu Private Equity stehen, ist klar: Noch immer rechnen die LPs mit hohen Renditen aus der Anlageklasse Private Equity. 93 Prozent (und damit 12 Prozent mehr als 2012) rechnen heute mit Nettojahresrenditen von über 11 Prozent für ihre Private Equity-Portfolios für einen Anlagehorizont von drei bis fünf Jahren. Ein Viertel der LPs erwartet sogar Renditen von über 16 Prozent. Dies ist vergleichsweise hoch angesichts des Niedrigzinsumfelds und doch deutlich weniger, als noch vor wenigen Jahren in der PE-Welt üblich war.

LPs: DACH-Region für Real Assets attraktiv

Deutschland ist eine beliebte Anlageregion für LPs. „Die Renditeerwartungen sind hoch, und die Anleger haben in den letzten Jahren gute Erfahrungen gemacht, insbesondere mit Private-Equity-Investments in Real Assets wie Erneuerbare Energien, Rohstoffe und Infrastruktur“, erläutert Coller-Partner Michael Schad.

Jedoch kommen nicht alle Strategien von PE-Investoren bei den Institutionellen Investoren gut an. Fast ein Viertel der LPs bemängelt bei GPs eine zu hohe Schuldenfinanzierung (Leverage) im aktuellen Finanzierungsumfeld. Immerhin gut die Hälfte sieht sowohl rücksichtslose wie auch angemessen vorsichtige GPs.

Lieblinge der LPs sind Private-Equity-Häuser, die nachweisbare Erfolge mit Buy- and Build-Strategien erzielt haben. Zwei Drittel der LPs halten diese Strategien für rentabler als andere. Auch die Chancen für auf Minderheitsbeteiligungen ausgerichtete Fonds steigen. Die Hälfte der LPs sei bereits in Minderheitsfonds investiert, weitere 13 Prozent gaben an, dass sie dies zukünftig wahrscheinlich tun werden.

Banken hingegen werden  um ihren –  ohnehin schrumpfenden –  Marktanteil in den Kreditmärkten bangen müssen: Zwei Drittel der von Coller Capital befragten LPs rechnen damit, dass der Anteil der verbrieften Unternehmenskredite (CLOs) und der Hochzinsanleihen steigen wird. Ein Drittel der LPs wollen ihr Engagement im Kreditbereich aufstocken. Damit würden die Banken ein Stück weit aus dem Leveraged-Finance-Bereich hinausgedrängt. Allerdings zeigt die Historie des Private-Equity-Marktes, dass die Highyield-Investoren und CLOs noch empfindlicher als die Banken auf externe Schocks reagieren und sich auch noch schneller wieder aus dem Markt zurückziehen.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de

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