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Deal Market will Transaktionskosten im Private Equity senken

Online-Plattform verspricht Licht, in den Private-Equity-Nebel zu werfen.
iStock / Thinkstock / Getty Images

„Ein eigenes Ökosystem der PE-Branche“ will Urs Haeusler, CEO von Deal Market stellen und den gesamten Midmarket im Private Equity beliefern. Drei wesentliche Angebote macht die Plattform dabei der Community. Sie bietet erstens einen Marktplatz für PE-Deals an, vergleichbar Immoscout. Zweitens bietet sie ein CRM-Tool zum besseren Managen von Transaktionen, das auf SaaS-Basis (Software-as-a-Service) funktioniert. Zuletzt bietet Deal Market einen Onlineshop zum Erwerb communitybezogener Informationen wie Datenbankauszügen und Bewertungsmultiples per Einzelverkauf.
Das Finanzierungsmodell ist dabei anders als in der Branche üblich, nicht auf Transaktionsprovisionen ausgerichtet.  Vielmehr erhebt die Plattform nutzungsbezogen Gebühren für die Platzierung von Deals, Nutzungsgebühren für die Software und verdient Provisionen als Reseller für den Einzelverkauf von Leistungen des Deal Market-Store.

Markttransparenz im PE soll steigen

Das wesentliche Versprechen, das Haeusler der PE-Community macht, ist der Gewinn an Transparenz. „Meist suchen die PE-Häuser oder M&A-Berater nur innerhalb des eigenen Netzwerks nach Verkäufern, haben aber Schwierigkeiten das Netzwerk weltweit zu erweitern“, sagt der Schweizer Ökonom, seit Februar 2012 an der Spitze der Zürcher 16-Mann-Firma. Zudem könne man nach Investoren suchen, die nicht public sind.
Dabei ist es eher unwahrscheinlich, dass etwa Mittelständler auf der Suche nach Eigenkapital ihr Unternehmen selbst ins Schaufenster stellen, auch wenn Inserate halb-chiffriert möglich sind, zum Beispiel: „Küchenbauer aus dem deutschsprachigen Raum sucht Investor.“ Zum Teil bringen angeblich auch die beratenden Banken die Unternehmen auf die Plattform. Die häufigste Dealvariante innerhalb der PE-Community sind im Moment aber Secondary- und Tertiary-Deals.

Kostendruck im Private-Equity-Geschäft

Dabei kommt der Plattform der gestiegene Kostendruck der Branche zugute. Die Plattform ermöglicht den Verzicht auf einen oder mehrere der üblicherweise zwischengeschalteten Intermediäre. Damit gefährdet sie bestehende Pfründe der M&A-Berater auf Buy- und Sell-Side – sicher eher nicht des Legal-Beraters. Überhaupt dürften die Beraterhonorare unter Druck geraten, sollten sich Plattformen wie Deal Market durchsetzen.

Eigenen Angaben der Plattform nach sind bereits mehr als 1.000 Transaktionen über Deal Market abgewickelt worden. Die Plattform verweist auf einige namhafte Kunden innerhalb größerer PE-Häuser und Family-Offices. Eine Gegenrecherche von FINANCE bei den genannten Häusern ergab jedoch eine geringe Bekanntheit der Plattform.

Die große Frage für das Gelingen der Plattform wird sein, ob das People-Business Private Equity, das auf persönlichen Netzwerken und Referenzen beruht, sich auf die anonyme Online-„Partnervermittlung“ möglicherweise ganz ohne Track-Record verlegt. Nach einem Start in der Schweiz geht Deal Market nun auch in Deutschland an den Markt.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de