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Investoren setzen auf Langfristigkeit

iStock / Thinkstock / Getty Images

Das vergangene Jahr war kein gutes für die Beteiligungsbranche: Erstmals ist das verwaltete Kapital aller deutschen Beteiligungsgesellschaften 2011 gesunken, es belief sich auf 37 Milliarden Euro. Der Private-Equity-Branche ging es damit schlechter, als zu Beginn des Jahres 2011 erwartet, geht aus einer Studie des Bundesverbandes Deutsche Beteiligungskapitalgesellschaften (BVK) hervor. 2011 investierten die Beteiligungsgesellschaften nur 4,3 Milliarden Euro, gegenüber knapp 5 Milliarden Euro 2010. Diese Entwicklung lässt sich auch im Stimmungsbarometer des BVK nachverfolgen. Demnach war die Stimmung auf dem deutschen Beteiligungsmarkt zu Beginn des Jahres 2011 noch positiv, brach dann aber im dritten Quartal sehr stark ein und fängt erst langsam an, sich wieder zu erholen.

 

Andreas Schober, Sprecher des Vorstandes der Hannover Finanz Gruppe, hat die Stimmungsschwankungen am Markt miterlebt: „Auch wir haben im ersten Halbjahr 2011 sehr viel investiert und dann den Rest des Jahres erheblich weniger“, sagte Schober heute auf einer Veranstaltung in Frankfurt am Main. Die Hannover Finanz investierte im vergangen Jahr in sechs Unternehmen neu, davon entfallen fünf Transaktionen auf das erste Halbjahr. 

 

Schober zufolge gab es zuletzt vermehrt Anfragen von Unternehmen zum Thema Nachfolgeregelung: „Zwar blieb die lang erwartete große Welle aus, aber es ist ein stetig größer werdender Fluss“, sagte Schober. Als besonders wichtig schätzt der Vorstandssprecher das Thema Langfristigkeit ein. Im Durchschnitt sei die Hannover Finanz acht Jahre in ein Unternehmen investiert, der deutsche Durchschnitt liegt laut BVK-Studie bei 4,5 Jahren.

 

Ausländische Investoren sieht Schober nicht als Konkurrenz. „Ausländische Investoren, gerade aus Fernost, sehen wir eher als Verkaufsoption denn als Konkurrenz.“

 

gerrit.appeldorn[at]finance-magazin.de