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Nur heiße Luft

Sascha Duis

Und alle Jahre wieder rudern die Banker wenig später zurück. Das war 2010 so, 2011 und auch 2012. Zunächst nur ein kleines Stück. Dann wird die Frist gedehnt (bis zum Herbst) und die Aussagen werden konditionaler: etwa „wenn die Preisspanne stimmt“. Und am Ende werden dann doch die allermeisten IPOs abgeblasen – wenn denn die Pläne der Unternehmen überhaupt einmal ernst gewesen sind  und nicht nur die Wünsche der Investmentbanker. „IPO bleibt bei geeignetem Zeitpunkt auf der Agenda“, heißt es dann. Und so kommt es, dass der mit Abstand größte deutsche Börsengang 2012 der von KTG Energie ist. Dieser hat gerade so die 20-Millionen-Euro-Erlösmarke geknackt,  und das nur, weil die Anteile sowieso schon vorher verkauft waren. Und trotzdem lag das Emissionsvolumen nur halb so hoch wie vorher geplant.

Der Berater des bisher größten IPOs  des Jahres ist – man höre und staune – keine angelsächsische Investmentbank, sondern die WGZ Bank. Bei allem Ätsch-Geschrei ist es aber schade, dass Unternehmen ihre Eigenkapitalbasis nur außerbörslich stärken können.

UBS-Präsident Axel Weber brachte es auf den Punkt: „Volatility is here to stay“. Kein Wunder, dass die Banken ihre IPO-Teams eindampfen. Das Geld können Sie anderswo besser anlegen. Zumindest bis zum nächsten Frühjahr, wenn es dann wieder heißt: Die nächste IPO-Welle wird riesig. Ganz bestimmt!

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de