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Paragon schließt rekordgroßen Buy-out-Fonds

Der Münchener Private-Equity-Investor Paragon hat für seinen vierten Fonds 780 Millionen Euro eingesammelt – mehr als jemals zuvor.
Noppasin/iStock/Getty Images Plus

Paragon Partners hat bei Investoren so viel Geld eingesammelt wie niemals zuvor. Wie der Münchener Private-Equity-Investor gegenüber FINANCE bestätigte, hat er seinen vierten Fonds vor kurzem bei 780 Millionen Euro geschlossen.

Der neue Buy-out-Fonds ist damit fast doppelt so groß wie sein Vorgänger, der 412 Millionen Euro schwer war. Der neue Fonds war Paragon zufolge stark überzeichnet. Performance-Zahlen zu den vergangenen Fonds nannte Paragon auf Nachfrage nicht, doch die Münchener konnten ihre Fondsvolumina ausgehend von 71 Millionen Euro im Jahr 2005 und 222 Millionen Euro im Jahr 2008 mit jeder Folgegeneration in etwa verdoppeln. 

Paragon kann pro Deal bis zu 150 Millionen investieren

Das Fundraising führte das Führungstrio um die Paragon-Partner Edin Hadzic, Marco Attolini und Krischan von Moeller. Mit der doppelten Firepower kann Paragon künftig auch deutlich größere Deals machen als früher.

Paragon investiert in Unternehmen, die jährlich vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zwischen 5 und 30 Millionen Euro verdienen (Ebitda) und somit im Schnitt zwischen 30 und 250 Millionen Euro Unternehmenswert auf die Waage bringen. Der Sweet Spot des alten Fonds lag noch bei Enterprise Values zwischen 20 und 150 Millionen Euro. Die Eigenkapitalinvestments von Paragon können künftig bis zu 150 Millionen Euro betragen.

Geographisch konzentriert sich Paragon auf den deutschsprachigen Raum. Man könne selektiv aber auch Deals im angrenzenden Umland machen, wie der Finanzinvestor gegenüber FINANCE mitteilte. Sektoral konzentriert sich Paragon auf vier Branchen: Industrie & Chemie, Consumer & Healthcare, Financial & Business Services sowie Technologie, Medien & Telekommunikation (TMT).

Pro Optik ist der erste Deal aus dem neuen Fonds

Einen ersten Deal aus dem neuen Fonds kann Paragon bereits präsentieren: Vor wenigen Tagen übernahmen die Münchener zusammen mit deren langjährigem Geschäftsführer die deutsche Optikerkette Pro Optik. Verkäufer waren Paragon zufolge die Gründer Rainer Hildebrandt und Peter Hoppert, die eine Nachfolgelösung gesucht hatten, finanziell aber weiter an dem Unternehmen beteiligt bleiben wollten. Im vergangenen Jahr setzte die Optikerkette eigenen Angaben zufolge 125 Millionen Euro um.

Anfang Juli hatte Paragon zudem im Rahmen eines Secondary Buy-outs den Hochleistungsfolienhersteller Duo Plast von den beiden Finanzinvestoren VR Equitypartner und Süd BG übernommen, die das Unternehmen 2013 von den Gründern gekauft hatten. Duo Plast setzt nach eigenen Angaben jährlich rund 60 Millionen Euro um.

Auch Oakley vermeldet Fundraising-Rekord

Wie Paragon schloss vor wenigen Tagen auch der Finanzinvestor Oakley seinen vierten Fonds – ebenfalls mit einem Rekord: Die Briten sammelten bei Investoren 1,5 Milliarden Euro ein. Oakley investiert mit dem Fonds in mittelgroße Unternehmen, allerdings europaweit. Seit 2018 haben die Briten auch ein Deutschlandbüro, das von dem früheren ProSiebenSat.1-Manager Ralf Schremper geleitet wird.

Die immer größer werdenden Fonds erhöhen aber auch den Investitionsdruck der Private-Equity-Investoren. Dem Datenanbieter Preqin zufolge saßen Finanzinvestoren weltweit Ende Juni auf trockenem Pulver im Wert von rund 1,5 Billionen Dollar.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

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