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PE-Haus SwanCap wird zum Großinvestor

Die UniCredit stößt weitere Teile ihres PE-Geschäfts ab und verkauft ein Portfolio aus PE-Beteiligungen an SwanCap.
UniCredit

SwanCap, die 2012 von der UniCredit abgespaltene Private-Equity-Gesellschaft  mit Büros  in München, Mailand, New York und Luxemburg hat den zweiten Fonds binnen eines Jahres erfolgreich platziert und nach eigenen Angaben deutlich überzeichnet geschlossen. SwanCap sammelt damit 600 Millionen Euro ein, von denen bereits rund zwei Drittel in eine Sekundärmarkttransaktion investiert worden sind: Für 360 Millionen Euro hat SwanCap ein PE-Beteiligungsportfolio von der früheren Konzernmutter UniCredit übernommen.

Die restlichen 40 Prozent sollen den Grundstock für den Erwerb weiterer Targets bilden – dann allerdings in Form von klassischen Mittelstands-Buy-outs. Zu ihrem Investmentfokus hält sich die PE-Gesellschaft bedeckt: Es ist lediglich bekannt, dass in Targets im europäischen und nordamerikanischen Raum investiert werden soll. Dabei beschränkt sich der Fonds nicht wie üblich auf den Primär- oder Sekundärmarkt, sondern hält sich beide Varianten offen.

Laut SwanCap befindet sich sich unter den Investoren des neuen Fonds auch das französische Branchenschwergewicht Ardian, das auch in Deutschland sehr aktiv ist und für SwanCap zudem die Due Dilligence beim Kauf des 360 Millionen Euro schweren Secondary-Portfolios durchgeführt hat. SwanCap verwaltet damit nach eigenen Angaben jetzt rund 2,5 Milliarden Euro.

SwanCap-Deal: UniCredit reduziert PE-Geschäft

Mit dem Verkauf an SwanCap zieht sich die UniCredt weiter aus dem Private-Equity-Geschäft zurück. Die Bank bleibt dem Fonds jedoch als passiver Anteilseigner in der Funktion eines „Preferred Managers“ verbunden. Kapital steuert sie allerdings keines mehr bei.

Ende vergangenen Jahres hatte die UniCredit Teile ihres PE-Portfolios an die damals eigens dafür gegründete SwanCap übertragen. Gänzlich zurückgezogen hat sich die UniCredit jedoch noch nicht aus dem Private Equity-Geschäft. Ein nicht näher erläuterter Teil des früheren Private-Equity-Engagements soll nach wie vor in der Bank bleiben. Ob und wann ein gänzlicher Ausstieg geplant ist, wollte die UniCredit auf Nachfrage nicht sagen.

Den aktuellen Verkauf begründet das für Corporate & Investmentbanking verantwortliche Vorstandsmitglied Andreas Bohn mit dem sich stark veränderten regulatorischen Umfeld. Die strengeren Vorschriften im Zuge von Basel III setzen den Banken im Bezug auf ihre Kapitalstruktur starke Anreize, sich von PE-Investments zu trennen – zu groß sind die Vorgaben zur Eigenkapitalunterlegung dieser Assets. Durch die Verkäufe im PE-Bereich erhofft sich Bohn für die UniCredit mehr bilanziellen Handlungsspielraum und eine Optimierung der Kapitalstruktur.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de