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Schmolz+Bickenbach: Große Kapitalerhöhung kommt

Nach vielen Verzögerungen drückt Schmolz+Bickenbach bei der 438 Millionen Franken schweren Kapitalerhöhung nun aufs Tempo.
Thinkstock/Getty Images

Der Machtkampf bei Schmolz+Bickenbach ist entschieden: Der alte Verwaltungsrat unter Hans-Peter Zehnder ist wie angekündigt abgetreten. Die sieben neuen Verwaltungsratsmitglieder hatte die Venetos Holding, ein Unternehmen des russischen Investors Viktor Vekselberg, vorgeschlagen. Der Wechsel im Verwaltungsrat würde auch dem Management den Ausstieg ermöglichen. CFO Hans-Jürgen Wiecha und CEO Johannes Nonn dürfen ihre Verträge kündigen, sobald die Mehrheit der Aufsichtsräte wechselt. Bislang ist jedoch noch keine entsprechende Ankündigung verlautet.

Der alte Verwaltungsrat hatte als eine seiner letzten Amtshandlungen noch den Bezugspreis für die neuen Namenaktien auf 0,53 Schweizer Franken pro neuer Aktie festgelegt, was einen erwarteten Bruttoemissionserlös von 438 Millionen Franken (rund 356 Millionen Euro) für Schmolz+Bickenbach bedeutet. Ein Bankensyndikat aus UBS, BNP Paribas, Commerzbank, Credit Suisse und UniCredit hat die Aktien zum Bezugspreis fest übernommen und wird diese den bestehenden Aktionären zur Zeichnung anbieten. Die S+B KG um die Erben der Unternehmensgründer und die Venetos Holding, ein Unternehmen des russischen Investors Viktor Vekselberg, wollen alle Bezugsrechte im Umfang ihrer aktuellen Beteiligung von insgesamt 40,68 Prozent ausüben. Die Aktionäre erhalten für jede alte Aktie sieben Bezugsrechte für neue Aktien.

Wichtiges Signal für CFO Hans-Jürgen Wiecha

Eine große Kapitalerhöhung ist für CFO Hans-Jürgen Wiecha wichtig, denn Schmolz+Bickenbach hat zuletzt stark unter den hohen Finanzierungskosten gelitten.

Mit einer besseren Eigenkapitalausstattung steht nun Besserung in Aussicht. So hat S+B die Möglichkeit, bei einer Stärkung des Eigenkapitals bis zu 35 Prozent des teuren High-Yield-Bonds zurückzukaufen und dadurch die Zinslast zu senken. „Das ginge im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung recht kurzfristig“, bestätigte CFO Wiecha Ende August im Gespräch mit FINANCE (mehr Hintergründe lesen Sie in der Titelgeschichte der aktuellen FINANCE-Printausgabe).

Die Kapitalerhöhung hatte sich in den vergangenen Monaten durch Streitigkeiten zwischen den Anteilseignern verzögert. Erst nach langem Ringen hatte sich der nun zurückgetretene Verwaltungsrat in dieser Frage mit dem Investor Vekselberg geeinigt. Der Verwaltungsrat, der ursprünglich eine Kapitalerhöhung über nur 330 Millionen Franken geplant hatte, hat sich letztlich der Forderung nach einer größeren Summe gebeugt. Das Management hat nun mehr finanziellen Spielraum. Und Investor Vekselberg hat seine Machtposition massiv ausgebaut.

Info

Themenseite Schmolz+Bickenbach

Weitere Artikel zu den jüngsten Entwicklungen finden Sie auf der zugehörigen FINANCE-Themenseite zu Schmolz+Bickenbach.