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Schutzschirm für SiC Processing

SiC Processing hat ein Schutzschirmverfahren zur Sanierung in Eigenregie beantragt.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Die Solarfirma SiC Processing, die Solarhersteller beim Recycling von Produktionsabfällen unterstützt, kann ihre Krise nicht aus eigener Kraft überwinden. Das Unternehmen hat beim Amtsgericht Amberg ein Schutzschirmverfahren beantragt. SiC teilte mit, man habe sich zu dem Antrag entschlossen, da das Schutzschirmverfahren eine Sanierung schon bei drohender Zahlungsunfähigkeit erlaubt. Dies ist der nächste Schritt in dem sich zuspitzenden Überlebenskampf des Solarzulieferers.

Gibt das Amtsgericht dem Antrag von SiC statt, wäre das eine große Entlastung, denn in den kommenden Monaten kommen hohe Zahlungsverpflichtungen auf SiC zu.  In erster Linie müsste SiC zunächst die Zinsen auf seine im März 2011 im Stuttgarter Marktsegment BondM begebene Mittelstandsanleihe nicht bezahlen. Die Anleihe im Nominalwert von 80 Millionen Euro und mit fünf Jahren Laufzeit wird mit 7,125 Prozent verzinst. Knapp 6 Millionen Euro Anleihezinsen wären damit am 1. März 2013 eigentlich fällig, unter dem Schutzschirm müsste SiC diese nicht bedienen. Die Investoren haben den drohenden Zahlungsausfall bereits vorweggenommen, der Kurs der Mittelstandsanleihe sank heute auf ein erneutes Rekordtief von 14.

Stundungen der SiC-Gläubiger laufen aus

Der 1. März ist noch aus einem weiteren Grund ein kritisches Datum: Erst vor wenigen Wochen hatte SiC eine drohende Pleite in letzter Minute abwenden können, weil große Gläubiger ihre Forderungen gestundet hatten – allerdings nur bis Ende Februar 2013. Kurz darauf hatte der Schwede Peter Thysell als Alleinvorstand und CRO die Leitung von SiC übernommen, der vormalige Finanzchef Dirk Müller und CEO Thomas Heckmann hatten ihre Ämter in der Geschäftsführung niedergelegt. Beide Vorstände wollen aber die laufende Refinanzierung und die Sanierung des Unternehmens als Gesamtprokuristen weiter begleiten. Ihre Verträge wurden daher vorzeitig bis Ende 2015 bzw. Anfang 2016 verlängert.

Unter dem Schutzschirm hätte SiC gemäß des neuen Insolvenzrechts ESUG drei Monate Zeit, sich unter Aufsicht eines Sachwalters zu sanieren und das Insolvenzverfahren vorzubereiten. Die Gruppe beschäftigt derzeit 705 Mitarbeiter. Neben dem Mehrheitseigner, dem Finanzinvestor Nordic Capital,  ist die Gründerfamilie mit 25 Prozent an SiC beteiligt.