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Sky Deutschland-CFO Tomsic sichert langfristige Finanzierung

Sky

Steven Tomsic kann durchatmen. Mit der im Herbst 2012 bei FINANCE-TV angekündigten Verbesserung der gesamten Kapitalstruktur dürfte der vormalige Krisenfall Sky Deutschland in den nächsten Jahren seine Finanzierungssorgen los sein. Die guten Nachrichten von der Finanzierungsfront dürften die zuletzt gesehene Rally der Aktie weiter stützen. 

 

Auf der Fremdkapitalseite löste Sky Deutschland die bestehenden Bankkredite über 419 Millionen Euro ab, die vollständig zurückgezahlt wurden. Die neue fünfjährige Kreditlinie umfasst 300 Millionen Euro und läuft bis 2018.  Das Bankenkonsortium umfasst BofA Merrill Lynch, J.P. Morgan, Citigroup, Deutsche Bank und die Unicredit.

 

Nicht übersehen werden darf, dass die Kredite allesamt vom Mutterunternehmen Newscorp  garantiert werden. Zudem verlängerte Newscorp die bestehenden Gesellschafterdarlehen über 106 Millionen Euro zuzüglich Zinsen bis mindestens Ende 2018 und garantiert für die Bundesligarechte. Sky zahlt eine Kreditmarge von 1,1225 Prozent an das neue Bankensyndikat und weitere 6 Prozent an die News Corporation.

Am Tropf von Newscorp

Rupert Murdochs Medienkonzern stärkt auch ein weiteres Mal die Eigenkapitalseite. Im Rahmen einer Privatplatzierung von 10 Prozent des Grundkapitals schießt Murdoch weitere 347 Millionen Euro in den Pay-TV-Sender und hält nun rund 54,5 Prozent an Sky Deutschland hält (vorher: 49 Prozent). Weitere knapp 91 Millionen Euro will Sky Deutschland als Bezugsrechtsangebot platzieren, auch hieran wird sich die News Corp gemäß ihrer Anteilshöhe beteiligen.

Unterm Strich fließen Sky Deutschland aus der neuen Kapitalstruktur neue Mittel in Höhe von 175 Millionen Euro zu, die den Ausbau des Geschäfts sichern sollen. 144 Millionen Euro waren bereits seit Februar 2012 genehmigt, wurden aber erst jetzt realisiert. Seit dem Desaster um geschönte Abonnentendaten meiden CFO Steven Tomsic und CEO Brian Sullivan Festlegungen auf neue Abonnentenziele. Die umfassenden, neu erworbenen Bundesligarechte sollen Sky Deutschland jedoch einen Umsatzschub bescheren. Für 2013 erwartet der Sender ein positives EBITDA, erst anschließend kündigt CFO Tomsic dann einen Free Cash Flow an. Schon die gewählte Ergebniskennzahl deutet an, dass Sky Deutschland noch lange nicht auf eigenen Füßen stehen kann und ohne die Hilfe der News Corp, die seit 2008 weit über eine Milliarde Euro in ihren deutschen Ableger investiert hat, nicht überleben könnte. Jetzt scheint der Weg in die Gewinnzone und damit langfristig in eine größere finanzielle Eigenständigkeit aber geebnet zu sein. Für CFO Steven Tomsic ist heute der erfolgreichste Tag, seit er Ende 2010 seinen Job in München angetreten hat.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de 

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