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Strauss Innovation: PE-Investor Sun Capital vor Ausstieg?

Die angeschlagene Warenhauskette Strauss Innovation sucht neue Investoren. PE-Investor Sun Capital ist vielleicht nicht mehr darunter.
Thinkstock / Getty Images

Neuigkeiten bei der angeschlagenen Warenhauskette Strauss Innovation: Wie das Unternehmen mitteilte, hat die Suche nach neuen Investoren begonnen. Welche Rolle der derzeitige Eigentümer Sun Capital noch spielen wird, ist offen. Doch wie FINANCE aus Unternehmenskreisen erfuhr, plant Sun Capital, Strauss möglicherweise komplett an einen neuen Investor abzugeben. Dies würde dafür sprechen, dass der PE-Investor auch kein weiteres Eigenkapital mehr zuschießen könnte.

Chief Restructuring Officer Hans Peter Döhmen sagte in einem Interview mit der Rheinischen Post: „Der Eigentümer Sun Capital wollte nicht mehr als 40 Prozent der entstandenen Liquiditätslücke schließen und für den Rest einen Partner ins Boot holen.“ Auf Anfrage von FINANCE wollte Sun dies mit Verweis auf die laufenden Gespräche nicht kommentieren. Der Sprecher des US-amerikanischen Private Equity-Hauses bestätigte allerdings, dass Strauss Innovation die Erwartungen, die Sun Capital bei der Übernahme hatte, nicht erfüllen konnte.

PE-Investoren werden mit Strauss nicht glücklich

Seit Ende 2011 gehört Strauss dem PE-Investor Sun Capital, der es zuvor vom schwedischen Private Equity-Haus EQT abgekauft hatte. Dieser hatte schon 2008 versucht, das angeschlagene Unternehmen durch einen strikten Sparkurs aus der Schieflage zu holen. Trotz eines zweistelligen Millionenbetrags, den Sun als Eigenkapital investierte, gelang es den Amerikanern nicht, Strauss im wettbewerbsintensiven Markt wieder in die Gewinnzone zu führen. Wie viele Unternehmen der Branche leidet Strauss unter der Konkurrenz durch Internetanbieter. Die Strategie, Strauss als Discounter zu positionieren und durch Rabattaktionen attraktiver zu machen, sei auch der falsche Weg gewesen, sagte Döhmen im Interview mit der Rheinischen Post.

Ende Januar schließlich musste Strauss unter den Schutzschirm schlüpfen. Nach der Neckermann-Pleite stand damit ein weiteres namhaftes Portfolio-Unternehmen des Investors kurz vor der Insolvenz. Der vorläufige Gläubigerausschuss, die Geschäftsführung sowie der vorläufige Sachverwalter diskutieren derzeit Maßnahmen, um das Unternehmen erfolgreich zu sanieren. Döhmen spricht bereits von positiven Signalen: „Die Umsätze der vergangenen  Wochen liegen über den Planungen und über dem Vorjahr”, sagte Döhmen. Strauss will vor allem die Einnahmenseite stärken, bei welcher der Online-Shop eine wichtige Rolle spielen soll. Filialschließungen und Kündigungen werden allerdings nicht ausgeschlossen. Der endgültige Sanierungsplan soll bis Ende März vorliegen.

julia.becker[at]finance-magazin.de

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