Inside Corporate Banking

Abonnements

Startseite Deals Aurelius scheitert mit Einstieg bei Arba Processing

Aurelius scheitert mit Einstieg bei Arba Processing

Der Münchener PE-Investor Aurelius ist mit seinem geplanten Einstieg bei dem Familienunternehmen Arba Processing gescheitert.
Bertl123 / Thinkstock / Getty Images

Erst Ende August hatte Aurelius den Kauf des Familienunternehmens Arba Processing angekündigt, nun ist die Transaktion überraschend geplatzt. „Der vereinbarte Kauf wird nicht vollzogen. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen Vollzug des Eigentumsübergangs einigen“, teilte der börsennotierte Mittelstandsinvestor in einer dünnen Pflichtmitteilung mit. Eine Begründung für das Scheitern des M&A-Deals nannte Aurelius nicht, für eine Stellungnahme war das Unternehmen nicht zu erreichen.

Der Münchener Turnaround-Investor hatte erst im August 2014 die Expansion in das hart umkämpfte Buy-out-Geschäft angekündigt und dafür die Tochter Aurelius Mittelstandskapital gegründet. Dass nun gleich eine der ersten Transaktionen zwischen Signing und Closing platzt, ist ein Rückschlag für Aurelius.

Reinhold Barlian bezeichnete Aurelius als „verlässlichen Partner“

Mit der geplanten Nachfolgeregelung für Arba Processing hatten beide Transaktionspartner – Aurelius Mittelstand sowie die Unternehmerfamilie Barlian – eigentlich große Hoffnungen verbunden. So sollte das 50 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftende Unternehmen aus dem Münsterland, das sich als deutscher Marktführer in der Entwicklung und Produktion von Fahrzeugaufbauten für Milchsammelwagen bezeichnet, mit der Hilfe von Aurelius in neue Regionen und Produktbereiche expandieren.

Dafür wollte die Eigentümerfamilie Barlian „die volle Führung und Verantwortung“ an Aurelius übergeben. „Die Nachfolgeregelung sichert die Zukunft unserer Mitarbeiter und des unternehmerischen Gemeinschaftswerkes“, ließ sich Reinhold Barlian im Sommer noch von Aurelius zitieren. Die Beteiligungsgesellschaft bezeichnete er damals noch als „verlässlichen Partner“. Diese Einschätzung hat sich offenbar geändert.

Den Aurelius-Konzern dürfte der Arba-Processing-Flop insgesamt allerdings nicht besonders berühren. Die Münchener bringen es auf eine Marktkapitalisierung von 1,5 Milliarden Euro und hatten zuletzt einige erfolgreiche Exits vermeldet. Die Aktie stieg dadurch auf ein neues Allzeithoch. Die Kasse für Neu-Investments ist gut gefüllt – Ende November erst hatte sich Aurelius mit Hilfe einer Wandelanleihe 175 Millionen Euro an frischen Mitteln verschafft. Um den Zugriff auf diese Gelder konkurriert das Team von Aurelius Mittelstand mit den zuletzt erfolgreichen Turnaroundspezialisten der Industrieholding.  

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

Website | + posts

Michael Hedtstück ist Chefredakteur von FINANCE-Online und FINANCE-TV und verantwortet die Online-Aktivitäten des FINANCE-Magazins. Er ist zweifacher Träger des Deutschen Journalistenpreises.

Themen
Newsletter

FINANCE Daily

Mit dem FINANCE Daily erhalten Sie täglich eine redaktionelle Zusammenfassung der wichtigsten Geschehnisse in der Finanzwelt direkt in Ihr Postfach.

Jetzt anmelden