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BC Partners gibt Mehrheit an Springer Science ab

Überraschende Großfusion: Der PE-Investor BC Partners führt Springer Science + Business Media in ein Joint Venture mit Holtzbrinck.
Springer SBM

Der PE-Investor BC Partners gibt die Mehrheit an dem Wissenschaftsverlag Springer Science + Business Media an den Holtzbrinck-Verlag ab. Springer ist eines der wertvollsten Private-Equity-finanzierten Unternehmen Deutschlands. Gemeinsam entsteht ein Fachverlag mit 13.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro.

Holtzbrinck bringt „wesentliche Teile“ der Wissenschafts- und Bildungssparte mit den Verlagen Nature Publishing Group, Palgrave Macmillan und Macmillan Education in das Gemeinschaftsunternehmen mit Springer ein. Holtzbrinck bekommt dafür mit 53 Prozent die Anteilsmehrheit. Der Rest der Anteile dürfte in den Händen von BC Partners und des Springer Science-Managements liegen.

Die Zustimmung der Kartellbehörden wird bis zum Ende des ersten Halbjahres erwartet. Details der Transaktion wurden zunächst nicht bekannt. Bei Holtzbrinck verbleiben der Publikumsverlag von Macmillan, das US-Bildungsgeschäft von Macmillan sowie die Venture-Aktivitäten. Holtzbrinck wurde bei der Transaktion beraten von einem Team der Kanzlei CMS Hasche Sigle unter der Leitung von Thomas Meyding. BC Partners ließ sich von der Kanzlei Freshfields beraten.

BC Partners spricht von „Sprung nach vorn“

Der seit 2004 bei Springer amtierende CFO Ulrich Vest wird auch in dem neuen Unternehmen das Finanzressort leiten. CEO wird der bisherige Springer-Chef Derk Haank. Das Supervisory Board wird paritätisch mit je drei Vertretern von Holtzbrinck und BC Partners besetzt. Für BC Partners ziehen die Investmentmanager Ewald Walgenbach, Hans Haderer und Christian Mogge in das Gremium ein.

Für Walgenbach „demonstriert dieses Joint Venture, wie Mittelstand und Private Equity sich optimal ergänzen können.“ Gemeinsam stünden beide Unternehmen vor einem „Sprung nach vorn“.

Das kombinierte Unternehmen erwirtschaftet nach Angaben der "FAZ" ein Ebitda von rund 375 Millionen Euro, woraus sich in den Augen der Gesellschafter ein Unternehmenswert von bis zu 5 Milliarden Euro errechnet. Damit wäre Springer Science ein Kandidat für den MDax. Ein Börsengang ist laut Walgenbach auch die wahrscheinlichste Exit-Option "in drei bis vier Jahren". Holtzbrinck will sich dann allerdings nur leicht verwässern lassen und deutet an, langfristig mindestens 45 Prozent an Springer Science halten zu wollen.

BC Partners hatte Springer Science + Business Media Mitte 2013 für 3,3 Milliarden Euro aus seinem 2011 aufgelegten Fonds BC European Capital IX im Volumen von 6,7 Milliarden Euro erworben. Verkäufer war der skandinavische PE-Investor EQT. Insgesamt investierte BC Partners Eigenkapital in Höhe von 494 Millionen Euro in Springer Science. In Deutschland ist BC Partners unter anderem auch noch bei dem Pharmadienstleister Aenova und der Laborkette Synlab engagiert.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

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Michael Hedtstück ist Chefredakteur von FINANCE-Online und FINANCE-TV und verantwortet die Online-Aktivitäten des FINANCE-Magazins. Er ist zweifacher Träger des Deutschen Journalistenpreises.

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