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Beratungsfirma Roland Berger soll in Deloitte aufgehen

In der Beratungsbranche bahnt sich eine spektakuläre Übernahme an. Die Unternehmensberatung Roland Berger solle in der entsprechenden Sparte der Prüfungsgesellschaft Deloitte aufgehen, sagte Deloitte-Deutschland-Chef Martin Plendl am Mittwochabend in München. “Berger wird in Deloitte aufgenommen.” Die formale Entscheidung soll in Versammlungen der Partner beider Unternehmen Mitte Dezember fallen. Das Unternehmen Roland Berger betonte, das Ergebnis der Verhandlungen sei noch offen. Der 72 Jahre alte Firmengründer Roland Berger hatte sich erst Mitte des Jahres als Aufsichtsratschef zurückgezogen.

 

Das neue Unternehmen solle “Roland Berger Deloitte Strategy Consultants” heißen, sagte Plendl. Beide Beratungsorganisationen zusammen kämen auf einen Umsatz von 2,8 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro). Roland Berger hatte im vergangenen Jahr mit 2000 Mitarbeitern gut 600 Millionen Euro umgesetzt. “Wir wollen auch in diesem Bereich die Marktführerschaft übernehmen. Das ist eine ideale Kombination von Stärken”, sagte Plendl. Derzeit wäre McKinsey jedoch größer. Insgesamt setzt Deloitte, einer der größten Wirtschaftsprüfer weltweit, 7,5 Milliarden Dollar um.

 

Die Personalfragen sind nach Angaben von Deloitte noch nicht beschlossene Sache. Das “manager magazin” berichtete vorab aus seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe, den Ton werde dabei Roland Berger vorgeben: Martin Wittig, der seit Mitte Juli an der Spitze der Beratungsgesellschaft steht, solle auch Chef der neuen Firma werden. Berger-Aufsichtsratschef Burkhard Schwenker sei als Chairman eingeplant. Im Vorstand dürften insgesamt mehr Berger- als Deloitte-Leute vertreten sein.

 

Roland Berger hatte sein Unternehmen 1967 als Zwei-Mann-Firma gegründet. Innerhalb weniger Jahre stieg er zur Nummer drei unter den deutschen Unternehmensberatern auf. Die 1987 eingestiegene Deutsche Bank wurde elf Jahre später mit Hilfe von Krediten wieder herausgekauft.

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