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Bertelsmann hat Dreiviertelmehrheit bei Penguin Random House

Bertelsmann stockt seinen Anteil bei Penguin Random House auf 75 Prozent auf.
Bertelsmann

Bertelsmann baut seinen Anteil an Penguin Random House aus. Bislang hielt der Verlag 53 Prozent an dem Joint Venture, das 2013 gemeinsam mit dem britischen Medienunternehmen Pearsons entstanden ist. Nun übernimmt Bertelsmann weitere 22 Prozent von Pearson und hält damit in Zukunft 75 Prozent an Penguin Random House.

Im Rahmen der Transaktion wird Penguin Random House mit 3,55 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 3,11 Milliarden Euro) bewertet. Daraus lässt sich ein Kaufpreis von etwa 781 Millionen US-Dollar, bei aktuellem Wechselkurs etwa 686 Millionen Euro, für den Anteil von 22 Prozent errechnen. Basierend auf dem operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (operating Ebitda) von 537 Millionen Euro, den Penguin Random House im vergangenen Geschäftsjahr erzielte, ergibt sich ein Kaufpreis-Multiple von 5,8x.

Penguin Random House wird stärker verschuldet

Die Aufsichtsbehörden müssen dem Deal noch zustimmen. Pearson wird weiterhin mit 25 Prozent an der Verlagsgruppe beteiligt bleiben. Dass sich die Briten von einem Teil der Anteile trennen wollen, ist seit Januar bekannt.

Der Kaufpreis ist nicht das einzige, das Pearson im Zuge dieser Transaktion zufließen wird. Sowohl Pearson als auch Bertelsmann erhalten eine Dividende von Penguin Random House. Im Rahmen des Deals wurde vereinbart, die Verlagsgruppe zu rekapitalisieren, also stärker zu verschulden. Angepeilt ist ein Verschuldungsgrad von 2x basierend auf dem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

Pearsons und Bertelsmann erhalten Dividende

In einem ersten Schritt wird der Verschuldungsgrad auf 1,5x ansteigen. Im April 2018 soll eine weitere Rekapitalisierung bis zum Faktor 2x erfolgen, teilt Pearson in einer Mitteilung mit. Pearson erwartet aus dem Verkauf der Anteile und der Dividende insgesamt einen Erlös von 968 Millionen US-Dollar. Zieht man davon den oben errechneten Kaufpreis ab, ergibt sich daraus eine Dividende, die in einer Größenordnung von 187 Millionen US-Dollar liegen dürfte. Im April nächsten Jahres sollen weitere 66 Millionen Dollar folgen.

Auch in den folgenden Jahren soll es Dividenden für Pearson und Bertelsmann geben: Alle zwei Jahre sollen neue Rekapitalisierungen vorgenommen werden. Die Dividenden der Verlagsgruppe kann Pearson gut gebrauchen: Die Briten hatten im Februar einen großen Verlust für das vergangene Geschäftsjahr vermelden müssen.

Bertelsmann will strategische Mehrheiten

Für Bertelsmann ist die Übernahme der Mehrheit des Publikumsverlags ein strategischer Schritt. Das Verlagshaus baut seine Einflussmöglichkeiten und Rechte in dem Haus aus. Der Chairman des Board of Directors wird künftig von Bertelsmann gestellt. Auch aus wirtschaftlicher Sicht sei der Deal sinnvoll, kommentiert Bertelsmann-Chef Thomas Rabe, da „da der Ergebnisanteil der Bertelsmann-Aktionäre um mehr als 60 Millionen Euro steigen wird“.

Bertelsmann-CFO Bernd Hirsch sagt, die Voraussetzungen seien ideal, um den Deal zu vorteilhaften Konditionen zu finanzieren. „Wir verfügen somit weiterhin über den erforderlichen Finanzspielraum, um in unsere acht Unternehmensbereiche wie geplant zu investieren,“ so der Finanzchef.

Penguin Random House besteht aus 250 Einzelverlagen, die auf fünf Kontinenten aktiv sind. Die Verlagsgruppe erzielte 2016 einen Umsatz von 3,36 Milliarden Euro.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Erfahren Sie mehr über den Finanzchef von Bertelsmann auf dem FINANCE-Köpfe-Profil von Bernd Hirsch.

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Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

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