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Boehringer Ingelheim verkauft Generikasparte an Hikma

Boehringer Ingelheim verkauft Generikasparte für 2,7 Milliarden Dollar an Hikma.
Boehringer Ingelheim

Für 2,7 Milliarden US-Dollar hat der jordanisch-britische Pharmakonzern Hikma das Generikageschäft des zweitgrößten deutschen Arzneikonzerns Boehringer Ingelheim übernommen. Die Sparte besteht im Wesentlichen aus der amerikanischen Tochtergesellschaft Roxane Laboratories, deren Sitz im Bundesstaat Ohio ist. Sie produziert und vermarktet sowohl Generika als auch patentierte Medikamente.

Der Kaufpreis von 2,7 Millarden Dollar setzt sich aus 1,2 Milliarden Dollar in bar sowie 40 Millionen Hikma-Aktien zusammen, die Boehringer erhält. Damit wird das deutsche Familienunternehmen künftig 16,7 Prozent an Hikma halten.

Nicht der erste Deal zwischen Boehringer und Hikma

Mit dem Abschluss des Generika-Deals schließt Boehringer Ingelheim eine Baustelle zunächst ab. Im Kerngeschäft mit selbst entwickelten Originalpräparaten hat das Familienunternehmen aber noch immer einige ungelöste Probleme. Im Geschäftsjahr 2014 ging der Netto-Umsatz Boehringers um 5 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro zurück. Zusätzlich leidet der Konzern unter Klagen von US-Patienten, die das Anti-Schlagfall-Medikament Pradaxa eingenommen haben und anschließend über innere Blutungen klagten. 650 Millionen Dollar musste Boehringer zahlen, um die Ansprüche der Patienten zu regulieren.
 
Allerdings liegt die jetzt teilweise vollzogene Trennung vom Generikageschäft nicht nur an den Schwierigkeiten im Kerngeschäft – der Deal folgt auch einer größeren strategischen Linie des Boehringer-Managements, sich aus Geschäftsbereichen zurückzuziehen, in denen Boehringer über keine starken Marktpositionen verfügt. Erst vergangenes Jahr verkaufte Boehringer Ingelheim seine Tochtergesellschaft Bedford Laboratories, deren Fokus auf der Produktion von zu spritzenden Medikamenten liegt, ebenfalls an Hikma. Das Dealvolumen war mit 300 Millionen Dollar jedoch deutlich geringer als beim Verkauf des Generikageschäfts.

Die M&A-Mania in der Pharmabranche hilft Boehringer Ingelheim bei der Portfoliobereinigung. Auch im Generikageschäft jagt aktuell eine Milliardentransaktion die nächste. Erst Anfang dieser Woche übernahm der Weltmarktführer Teva aus Israel für rund 40,5 Milliarden Dollar die Generikasparte des Botox-Herstellers Allergan.

nadine.funk[at]frankfurt-bm.com

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