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China: Preisfindung unter Unsicherheit

Die Bewertung und Preisfindung von Targets im Reich der Mitte kommt oftmals dem Stochern im Neben gleich.
Thinkstock / Getty Images

Die Bewertung und Preisfindung bei Akquisitionen chinesischer Unternehmen aus dem Privatsektor unterscheidet sich deutlich von der in westlichen Märkten. Das zeigt eine aktuelle Studie der Deutschen Börse und CMS Hasche Sigle. Die Studie basiert auf Interviews mit europäischen Investoren und chinesischen Managern von Private-Equity- und Venture-Capital-Fonds, sie liefert aber auch für CFOs aus dem Corporate-Lager interessante Einblicke.

Der Studie zufolge haben sich die Rahmenbedingungen für Investitionen im chinesischen Privatsektor aufgrund des Rückgangs der Wachstumsraten verändert. Private-Equity- und Venture-Capital-Investoren seien insbesondere bei der Bewertung von Zielunternehmen vorsichtiger geworden, der Sektorenfokus habe sich geändert und auch die Einschätzung hinsichtlich möglicher Exit-Strategien. Aktuell sind mehr als 5.000 Unternehmen in China zumindest zum Teil im Besitz von Private-Equity-Fonds. Seit dem Jahr 2006 hat die PE- und Venture-Capital-Branche in China rund 126 Milliarden US-Dollar in China investiert.

Due Diligence nur unvollständig möglich

Als größtes Problem bei der Bewertung und Preisfindung definieren PE-Manager die mangelhafte Basis valider Information über chinesische Unternehmen. Abschlüsse lägen oft nur über wenige Jahre und in mitunter zweifelhafter Qualität vor. Zudem fehle es in der Regel an belastbaren Planungen. Eine gründliche Due Diligence sei deshalb von entscheidender Bedeutung, heißt es in der Studie, auch, weil Standardbewertungsmethoden im Reiche der Mitte sehr oft nicht zum Ziel führen würden. Hinzu kommen überzogene Preisvorstellungen der Verkäufer.

Die meisten PE-Manager setzen bei der Bewertung von Targets auf testierte Jahresabschlüsse und vergleichen die Zielunternehmen mit Peers, die an der Börse gelistet sind. Existieren keine Vergleichsunternehmen seien nicht-öffentliche Transaktionen eine Möglichkeit zur Bewertung – allerdings ist dieses Marktsegment intransparent und es lassen sich nur schwer adäquate Daten finden. Unter dem Strich seien die Bewertungsmultiples zuletzt zwar gesunken, viel wichtiger als eine „objektive“ Bewertung des Targets sei in China jedoch das Verhandlungsgeschick in Preisfragen.

andreas.knoch[at]finance-magazin.de

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