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Cognis-Eigner favorisieren offenbar Verkauf gegenüber Börsengang

Der Spezialchemiekonzern Cognis läuft sich für einen Börsengang warm – doch hinter den Kulissen liebäugeln die Eigentümer Finanzkreisen zufolge mit einem Verkauf an einen Wettbewerber. Offiziell suchen die beiden Finanzinvestoren Permira und Goldman Sachs, die schon seit neun Jahren auf Cognis sitzen, zwar den Ausstieg über die Börse. “Die größeren Chancen hat derzeit aber ein direkter Verkauf von Cognis”, sagten drei mit den Plänen Vertraute zu Reuters. Mehrere Chemiekonzerne hätten schon angeklopft. Investmentbanker, die sich mit der Transaktion beschäftigen, setzen auf Käufer wie Lanxess oder Evonik oder auf ausländische Firmen für die ehemalige Henkel-Tochter.

 

Die Cognis-Eigner und mögliche Interessenten äußerten sich nicht zu den Informationen. Von Cognis selbst war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

 

Gegen einen Börsengang spricht auch das negative Eigenkapital von Cognis, im September 793 Millionen Euro. Firmenchef Antonio Trius sieht das zwar nicht als Hinderungsgrund. Allerdings könnten dabei Permira und Goldman Sachs nicht sofort aussteigen, hatte er im Februar eingeräumt.

 

2008 war der Umsatz von Cognis auf drei Milliarden von 3,52 Milliarden Euro eingebrochen, für 2010 erwartet der Chemiekonzern stagnierende Zahlen. Im dritten Quartal 2009 war Cognis durch ein 100 Millionen Euro schweres Sparprogramm in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt (Lesen Sie auch: Nach Behr zieht nun auch Cognis das Rating zurück).

 

Ein Verkauf an einen nächsten Finanzinvestor gilt in den Kreisen als unwahrscheinlich, weil dieser weniger bieten könnte als Unternehmen aus der Branche. Branchenexperten veranschlagen den Firmenwert von Cognis einschließlich Schulden auf 1,35 bis 1,65 Milliarden Euro. “Das obere Ende der Spanne wäre derzeit aber schon die Schmerzgrenze für jeden Käufer”, sagte einer von ihnen. Cognis war Ende September 2009 mit 1,9 Milliarden Euro verschuldet. “Das Unternehmen ist neun Jahre von den Investoren ausgelutscht worden”, hieß es in Branchenkreisen (dazu: Permira will Cognis nach der Krise verkaufen).

 

Als potenzieller Inetressent gilt Lanxess. Das Unternehmen ist zwar knapp bei Kasse, doch drängt die ehemalige Bayer– Tochter Experten zufolge in den Dax und müsste dafür wachsen. Auch zum Tenside- und Feinchemiegeschäft von BASF würde die ehemalige Henkel-Tochter Cognis passen. Der deutsche Branchenriese war bereits vor vier Jahren im Rennen, als noch ein Preisschild von 2,5 Milliarden bis 2,7 Milliarden Euro an dem Unternehmen klebte. Für den optimalen Cognis-Partner halten Experten die britische Croda International. “Doch das ist aus wettbewerbsrechtlichen Gründen auszuschließen”, sagte ein Branchenkenner.

 

Quelle: Reuters

 

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