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Daimler stockt Anteil an russischem Lkw-Bauer Kamaz auf

Der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller Daimler stockt seinen Anteil am russischen Wettbewerber Kamaz in Trippelschritten auf. Gemeinsam mit der Osteuropabank EBRD habe Daimler den Kauf von fünf Prozent der Anteile vom Kamaz-Miteigentümer Troika Dialog vereinbart, teilte der Stuttgarter Konzern am Donnerstag mit. Daimler werde seinen Anteil zunächst aber nur um ein Prozent auf 11 Prozent erhöhen, während die restlichen vier Prozent der Anteile an die Osteuropabank gingen. Dadurch werde die Entwicklungsbank im Aufsichtsrat von Kamaz vertreten sein, in dem Daimler bereits seit dem vergangenen Jahr sitzt (Lesen Sie auch: Daimler gründet mit russischem Lkw-Hersteller Kamaz zwei Gemeinschaftsunternehmen).

 

Über den Kaufpreis sei mit der Investmentbank Troika Stillschweigen vereinbart worden, erklärte Daimler. Der Börsenkurs des russischen Lkw- und Busherstellers schnellte am Donnerstag um knapp acht Prozent nach oben, Daimler-Papiere verloren 3,6 Prozent auf 32,43 Euro. Kamaz hat – gemessen am Schlusskurs vom Mittwoch – einen Börsenwert von 1,67 Milliarden Dollar (umgerechnet 1,22 Milliarden Euro).

 

“Wir haben mit der Osteuropabank einen starken Finanzpartner gewonnen”, sagte eine Daimler-Sprecherin. An den Einflussmöglichkeiten bei Kamaz ändere sich durch die Aufstockung nichts. Mit der Erhöhung des Anteils untermauere Daimler jedoch seine strategische Partnerschaft mit Kamaz. Daimler war Ende 2008 mit einem Anteil von zehn Prozent bei dem größten russischen Lkw- und Bushersteller eingestiegen und vereinbarte im vergangenen Jahr zwei Gemeinschaftsunternehmen mit den Russen. Daimler und Kamaz wollen vor Ort Lkw der Marken Mercedes-Benz und Mitsubishi Fuso montieren und über das Kamaz-Händlernetz verkaufen. Die Kooperation soll noch um Motoren, Achsen und Fahrerkabinen erweitert werden.

 

Daimler hat vertraglich die Option, seinen Kamaz-Anteil auf eine Sperrminorität von bis zu 25 Prozent plus eine Aktie aufzustocken. Für den Erwerb des Zehn-Prozent-Pakets an Kamaz hatte der Stuttgarter Konzern ursprünglich umgerechnet rund 190 Millionen Euro bezahlt, fast dreimal mehr als der damalige Börsenkurs. Die Investmentbank Troika hält bislang 44 Prozent der Kamaz-Anteile, weiterer Großaktionär ist die russische Staatsholding Rostechnology mit zuletzt knapp 38 Prozent des Kapitals.

 

Die russische Regierung kündigte am Donnerstag an, ein Gemeinschaftsunternehmen des italienischen Autobauers Fiat und des russischen Herstellers Sollers mit milliardenschweren Beihilfen unterstützen zu wollen. Fiat und Sollers wollen gemeinsam rund eine halbe Million Pkw pro Jahr in Russland produzieren. Der russische Automarkt ist im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise zusammengebrochen. Diese Talfahrt hat auch Kamaz im vergangenen Jahr zu spüren bekommen: Der Umsatz des Nutzfahrzeugherstellers schrumpfte um rund 40 Prozent, in den ersten sechs Monaten 2009 schrieb Kamaz rote Zahlen.

 

Quelle: Reuters

 

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