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Deag will in Großbritannien zukaufen

Der Konzertveranstalter Deag will das UK-Geschäft mit einer Übernahme stärken. Auch für britische Investoren will die Deag attraktiver werden.
m-gucci/iStock/Thinkstock/Getty Images

Der Konzertveranstalter Deag trägt sich mit Zukaufsplänen auf der britischen Insel: Wie das Unternehmen mitteilte, befinde es sich „in fortgeschrittenen Verhandlungen über den Erwerb der Anteile eines britischen Veranstalters“. Der Vollzug soll in den kommenden Wochen erfolgen.

Deag will sich mehrheitlich an dem Veranstalter beteiligen, finanzielle Konditionen des M&A-Deals nannte das Unternehmen nicht. Das jährlich in Großbritannien zur Vermarktung bereitstehende Ticketvolumen soll durch den Zukauf um rund 400.000 Eintrittskarten auf insgesamt mehr als 2 Millionen Tickets steigen.

Die Deag ist in Großbritannien bereits mit den Veranstaltern Kilimanjaro Live sowie Raymond Gubbay vertreten. Für beide stellt die Deag für 2018 und die Folgejahre „geplantes erhebliches Wachstum“ in Aussicht. Raymond Gubbay hat allerdings kürzlich erst den Auftrag für die Christmas-Festival-Events in der Royal Albert Hall verloren. Marktinsidern zufolge soll dies ein sehr profitables Geschäft gewesen sein, es soll jährlich einen Gewinn von etwa 1 Million Pfund eingebracht haben. Für Raymond Gubbay gilt der Verlust daher als herber Rückschlag.

AIM-Listing: Deag will für britische Investoren attraktiver werden

Was auf der Insel passiert, ist für Deag ausgesprochen relevant. Großbritannien ist für die Berliner nach eigenen Angaben der zweite Kernmarkt neben Deutschland, vor allem, wenn in Kürze auch noch der dritte Zukauf abgeschlossen sein wird. Der Entertainment-Konzern will daher für britische Investoren attraktiver werden und plant eine Zweitnotiz am Alternative Investment Market (AIM) der Börse London.

Für ein kleineres Unternehmen wie die Deag mit einer Marktkapitalisierung von knapp 50 Millionen Euro ist dies ein eher ungewöhnlicher Schritt, da eine Zweitnotiz nicht nur mit mehr Kosten und Aufwand verbunden ist, sondern auch noch die Handelsliquidität der Aktie auf zwei Handelsplätze verteilt.

Durch die künftige Zusammenarbeit ihrer bald drei britischen Veranstaltungsunternehmen sowie der Konzerngesellschaften in Österreich und der Schweiz erwartet die Deag künftig deutliche Synergieeffekte in der Vermarktung und im Konzerteinkauf. Bereits im laufenden Geschäftsjahr will das Unternehmen aus allen Ticketing-Aktivitäten in Deutschland, Österreich und Großbritannien einen Gewinn im siebenstelligen Bereich erwirtschaften.

Deag plant Kapitalerhöhung

Um den Zukauf in UK zu finanzieren, hat die Deag eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht aus genehmigtem Kapital beschlossen. Der Konzertveranstalter hatte 2015 durch ein geplatztes Rockfestival am Nürburgring massive Verluste eingefahren, die auch die Eigenkapitalquote schwer belastet haben.

Im Rahmen der Kapitalerhöhung will die Deag einen Bruttoerlös von bis zu 5 Millionen Euro erzielen. Die neuen Aktien sollen von Hauck & Aufhäuser übernommen werden, die sie wiederum den Aktionären der Deag zum Bezugspreis von 2,40 Euro je neuer Aktie anbietet. Für acht bestehende Deag-Aktien können Aktionäre eine neue Aktie erwerben.

Neben der Übernahme des britischen Unternehmens soll mit der Kapitalerhöhung generell das geplante Wachstum des Unternehmens finanziert werden. Der Aktienkurs der Deag brach nach den Ankündigungen am Mittwochvormittag um mehr als 4 Prozent auf 2,85 Euro ein.

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