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EnBW übernimmt dänischen Windenergie-Dienstleister

Der Energiekonzern EnBW verstärkt sich in der Sparte Ökostrom.
EnBW

EnBW hat den dänischen Windenergie-Dienstleister Connected Wind Services (CWS) erworben, wie der Energiekonzern mitgeteilt hat. Verkäufer ist der Investor Polaris Private Equity, der das Unternehmen 2012 gekauft hatte. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

CWS ist vor allem in den Bereichen Wartung und Instandhaltung tätig. Das Unternehmen wurde 1978 gegründet und hat Service-Teams in Dänemark, Schweden und Deutschland. Mit dem Kauf will EnBW neue Kunden in Nordeuropa und Deutschland gewinnen. Gleichzeitig will die EnBW die Position als Komplettanbieter für Planung, Bau, Betrieb, Wartung und Instandhaltung der Anlagen stärken, ließ das Unternehmen verlauten.

EnBW-CFO Thomas Kusterer hat ehrgeizige Ziele definiert

Der Deal ist Teil des neuen Umbauprogramms, dass das EnBW-Management um CEO Frank Mastiaux und CFO Thomas Kusterer vergangenes Jahr ausgerufen hat. Der Vorstand hatte darin Gewinnziele in den vier Sparten Erneuerbare Energie, Konventionelle Energie, Netze und Vertrieb bis 2020 definiert.

Insbesondere das Wachstumsziel für Ökostrom hat es in sich: Um 250 Prozent will das Unternehmen seinen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 2012 bis 2020 steigern. Das Ebitda soll also von 200 Millionen Euro aus dem Jahr 2012 auf 700 Millionen Euro im Jahr 2020 steigen. Einen signifikanten Teil dazu sollte eigentlich der Kauf des insolventen Windparkprojektierers Prokon beitragen, die Gläubiger von Prokon entschieden sich damals allerdings gegen das Kaufangebot von EnBW und für ein Genossenschaftsmodell – für die ehrgeizigen Ausbauziele von EnBW war das ein herber Rückschlag.

Mit dem Zukauf von Connected Wind Services ist EnBW dem Ziel nun etwas näher gekommen. Um wie viel Prozent genau CWS zum Ebitda-Wachstum beitragen kann, ist noch unklar. Da CWS zuletzt aber einen Umsatz von gerade einmal 35 Millionen Euro erwirtschaftet hatte, dürfte der Beitrag nicht allzu groß ausfallen. Seit dem Ausrufen der neuen Strategie ist der Zukauf von CWS die einzige Akquisition in der Sparte Erneuerbare Energien.

EnBW schreibt tiefrote Zahlen

Laut den kürzlich vorgelegten Halbjahreszahlen entwickelte sich die Sparte zuletzt erfreulich. Das Ebitda im Segment Erneuerbare Energien stieg in den ersten sechs Monaten um 75 Prozent auf 153,1 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Ebitda des Gesamtkonzerns ist damit von 6,9 Prozent auf 15,8 Prozent gestiegen. Für das Gesamtjahr 2016 erwartet die EnBW im Segment Erneuerbare Energien ein Ergebnis von 10 bis 20 Prozent über Vorjahr.

EnBW muss sich im Bereich Ökostrom verstärken, weil das Geschäft mit der konventionellen Stromerzeugung immer mehr unter Druck gerät. Unter dem Strich fiel im ersten Halbjahr 2016 daher ein Verlust von 194 Millionen Euro an, nach einem Gewinn von gut einer Milliarde Euro im Vorjahreszeitraum.

bita.mohammadi[at]finance-magazin.de

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