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Evonik verkauft Industrieruße-Geschäft an Rhone Capital

(sap) Der Chemiekonzern Evonik hat seine Industrieruße-Sparte an den Finanzinvestor Rhone Capital verkauft. Den Transaktionswert für das Carbon Black-Geschäft beziffert der Essener Konzern einschließlich zu übernehmender Verpflichtungen auf mehr als 900 Millionen Euro. Angesichts des geplanten Börsengangs sei der Verkauf “ein weiterer bedeutsamer Schritt, um das Profil von Evonik als ein weltweit führendes Spezialchemieunternehmen zu schärfen”, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Evonik-Chef Klaus Engel. Entsprechende Verträge seien am Samstag, und damit rund ein halbes Jahr nachdem Evonik angekündigt hatte, sich von seinem Industrierußengeschäft trennen zu wollen, unterzeichnet worden. Rhone Capital hatte sich schlussendlich gegen den seinen Konkurrenten Triton Advisers durchgesetzt. Mehr hierzu unter: Presse: Carbon Black steht kurz vor Verkauf. Die Transaktion muss noch vom Evonik-Aufsichtsrat und den zuständigen Kartellbehörden genehmigt werden. Der Abschluss wird im Sommer erwartet.

Rhone Capital will die geplante Übernahme der Industrieruß-Sparte wohl mit einer Hochzinsanleihe finanzieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf nicht näher benannte Kreise. Der Bond habe voraussichtlich ein Volumen von 500 bis 600 Millionen Euro, zudem gehöre zur Finanzierung noch eine kleinere Kredit-Tranche, sagte eine mit der Transaktion vertraute Person dem zu Thomson Reuters gehörenden Informationsdienst IFR Markets. Barclays Capital, Goldman Sachs und UBS würden voraussichtlich die Bond-Emission steuern. Sie solle in etwa sechs bis acht Wochen zeitgleich mit dem Abschluss der Transaktion über die Bühne gehen.

 

Die Industrieruße-Gruppe erzielte 2010 mit rund 1.650 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von 1,2 Milliarden Euro um. Im operativen Geschäft habe sich das EBITDA auf etwa 150 Millionen Euro belaufen, sagte eine mit der Transaktion vertraute Person gegenüber Reuters. Damit liege der Kaufpreis mit einem 6-fachen Ebitda etwas über dem Branchenschnitt, merkte er an.

 

Evonik-Chef Engel richtet seit Monaten den einstigen Mischkonzern auf das Chemiegeschäft um die ehemalige Degussa aus. Dazu hatte sich Evonik Ende 2010 von der Mehrheit an seinem Energiegeschäft getrennt. Mehr hierzu unter: Kartellamt: Stadtwerke aus Ruhrgebiet können Steag übernehmen. Anteile des Immobiliengeschäfts, das derzeit neu aufgestellt wird, könnten ab 2013 zum Verkauf stehen, hatte der Manager vor Kurzem gesagt (Evonik will Immobiliensparte nicht an die Börse bringen). Engel will Evonik fit für einen milliardenschweren Börsengang machen. Lesen Sie hierzu auch: Evonik strebt an die Börse. Erst vor wenigen Tagen hatte sich die RAG– Stiftung, die knapp 75 Prozent der Evonik-Anteile hält, hinter die IPO-Pläne gestellt. Im Herbst soll entschieden werden, ob ein Börsengang noch in diesem Jahr möglich ist. Die restlichen Anteile über 25,01 Prozent liegen beim Finanzinvestor CVC, der 2008 eingestiegen war.

 

Quellen: Reuters, FINANCE

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