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Finanzinvestor Bain überbietet offenbar Cinven bei Stada

Für den Generikahersteller Stada bietet jetzt ein dritter Interessent. Medienberichten zufolge handelt es sich um Bain Capital.
pogonici/iStock/ThinkStock/Getty Images

Ein dritter Interessent hat den Finanzinvestor Cinven im Ringen um Stada überboten. Das geht aus einer Pflichtmitteilung des Generikaherstellers aus dem hessischen Bad Vilbel hervor. Der Investor bietet 58 Euro pro Aktie und damit zwei Euro pro Aktie mehr als Cinven. Inklusive Schulden bewertet der Bieter das Unternehmen mit 4,8 Milliarden Euro, 100 Millionen mehr als Cinven.

Stada macht keine Angaben zur Natur des Bieters. Das "Manager Magazin" berichtet auf seiner Website unter Berufung auf Insider, es handle sich um Bain Capital. Das hieße, dass neben Cinven und Advent eine dritte große internationale Beteiligungsgesellschaft nach dem Unternehmen greifen würde.

Dass allerdings ein Private-Equity-Investor alleine bei Stada zum Zug kommt, gilt als unwahrscheinlich. „Das jüngste Gebot legt einen Eigenkapitalanteil von 2,6 Milliarden Euro nahe“, sagte eine informierte Person zu FINANCE. „Selbst für die größten Private-Equity-Häuser wird es schwierig, ein Investment dieser Größe alleine und aus einem einzigen Fonds zu bewerkstelligen.“

Stadas Größe legt Co-Investment nahe

Näher liege ein Co-Investment, also der gemeinsame Kauf der Firma. Jeder der Bieter dürfte schon jetzt weitere Geldgeber an der Hand haben, sagte der Insider.

Co-Investments spielen bei großen Buy-outs eine immer prominentere Rolle. Sie können entweder durch mehrere Private-Equity-Firmen oder mit Beteiligung eines institutionellen Investors erfolgen. Die Versicherungen und Pensionskassen haben einst ausschließlich in Private-Equity-Fonds investiert. Mittlerweile steigt bei ihnen der Hunger, alleine oder in gemeinsamen Deals mit Beteiligungsgesellschaften direkt vom finanziellen Erfolg einer Firma zu profitieren.

Günstig wird das Investment in Stada den Käufer nicht kommen. Schon das jetzige Gebot liegt beim 12,3-fachen des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des Jahres 2015. In den ersten neun Monaten 2016 lag das Stada-Ebitda zwar 2 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum, was auf ein niedrigeres Ebitda-Multiple hindeutet.

In jedem Fall ist die Bewertung ist für einen Generikahersteller schon jetzt ambitioniert, und es gibt kein Anzeichen dafür, dass die Auktion vorbei ist. Allerdings gibt es bei dem Grippostad-Hersteller auch viel Optimierungspotential, das einem findigen Finanzinvestor im Erfolgsfall erlaubt, das Ebitda hochzuschrauben.
 
florian.bamberg[at]finance-magazin.de

Info

Seit einem Jahr sorgt AOC bei Stada für Tumulte. Mit der neuen M&A-Offerte ist Ruhe weiter nicht in Sicht. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unserer FINANCE-Themenseite Stada. Eine ausführliche Analyse zur Situation bei den Hessen finden Sie im FINANCE-Magazin Juli/August 2016, das Sie hier als E-Paper herunterladen können.

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