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FTI bekommt neuen Investor

Der Reiseveranstalter FTI stellt sich mit der Bestellung des Investmentbankers Bertrand Straub (links) und des Wirtschaftsprüfers Carsten Becker im Finanzbereich neu auf.
FTI Group

Der viertgrößte deutsche Reiseveranstalter FTI hat nach monatelangen Verhandlungen den Einstieg des  ägyptischen Unternehmers Samih Sawiris unter Dach und Fach gebracht. Sawiris beteiligt sich über die von ihm kontrollierte Holdinggesellschaft SOSTNT Luxembourg mit 30,6 Prozent an FTI. FTI-Mehrheitsgesellschafter bleibt Inhaber und Gründer Dietmar Gunz.

Mit dem Einstieg von Sawiris sieht sich FTI für seine Expansionspläne gerüstet. Der Reiseveranstalter will eigenen Angaben zufolge seine Hotelkapazitäten in der Ferienhotellerie erweitern und sein Geschäft in europäischen Quellmärkten ausbauen. Osteuropa gehöre aber nicht dazu, teilte das Unternehmen auf Anfrage von FINANCE mit. Aus eigener Kraft wäre das schwierig gewesen, denn die Eigenkapitalausstattung des Reiseveranstalters gilt als zu schwach für große Expansionsschritte.

Der jetzt unterzeichnete Deal hatte sich bereits im März angekündigt. Damals war von einer Minderheitsbeteiligung in Höhe von 25 bis 35 Prozent für Sawiris die Rede. Gleichzeitig war im Frühjahr bekannt geworden, dass Sawiris auch 74,9 Prozent am Reisebürobetreiber RT/Raiffeisen Touristik Group übernimmt . Mit dieser Mehrheitsbeteiligung ist der ägyptische Unternehmen beim größten Reisebüronetz Europas eingestiegen, zu dem auch Reisebüromarken wie RTK und Reiseland gehören.

Personelle Neuaufstellung des Finanzbereichs von FTI

An Brisanz gewinnt die Allianz von Gunz und Sawiris durch die Berufung des ehemaligen UBS-Investmentbankers Bertrand Straub als Leiter des Bereichs Corporate Finance. In den vergangenen zehn Jahren hat der 37-Jährige branchenübergreifend börsennotierte Gesellschaften, internationale Konzerne sowie Finanzinvestoren in den Bereichen M&A, Finanzierung und Strategie beraten. Acht Jahre arbeitete er bei der UBS in London und Zürich.

Mit der Bestellung des Investmentbankers Straub macht sich FTI zumindest personell nicht nur fit für Zukäufe, sondern auch für den Kapitalmarkt. Für den Reiseveranstalter könnte eine Öffnung für den Kapitalmarkt eine Möglichkeit sein, die im Branchenvergleich dünne Eigenkapitaldecke zu stärken. Auf Anfrage von FINANCE erklärte FTI jedoch, mit der Bestellung von Straub nicht den Eintritt in den Kapitalmarkt vorzubereiten. "Aufgrund der Anforderungen, die an ein Unternehmen in der Größe und der Komplexität wie der FTI Group gestellt werden, sowie im Hinblick auf die Finanzierung unserer Expansionspläne müssen wir jedoch im Finanzbereich nahezu wie ein börsennotiertes Unternehmen aufgestellt sein", erklärte der Reiseveranstalter.

Der zweite personelle Neuzugang an der Spitze des Finanzressorts ist der Steuerberater  und Wirtschaftsprüfer Carsten Becker, der nun den Bereich Controlling und Accounting bei FTI verantwortet. Der 40-jährige Becker kommt von Deloitte & Touche, wo er seit 2002 tätig war, zuletzt als Director.

Der bisherige CFO der FTI Group, Karlheinz Jungbeck, verlässt hingegen den Reiseveranstalter. „Mit dem Eintritt des neuen Gesellschafters sehe ich meine Aufgabe bei der FTI Group als erfüllt an“, begründet Jungbeck seinen Schritt. Er war seit Frühsommer 2008 CFO von FTI  und für die Bereiche Finanzen, Personal, Recht und Verwaltung verantwortlich.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

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Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.

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