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Fusion von Deutsche Börse und Nyse geplatzt

(akm) Die EU-Kommission untersagt die geplante Fusion der Deutsche Börse mit der Nyse Euronext. Sie sei zu der Einschätzung gelangt, dass der Zusammenschluss in erheblichem Maße einen effektiven Wettbewerb behindert und hält ihn mit dem Gemeinsamen Markt für nicht vereinbar, meldet die Deutsche Börse in einer Adhoc-Mitteilung.

Der Chef der Deutschen Börse, Reto Francioni, scheitert damit bereits zum dritten Mal in sechs Jahren mit dem Versuch, sich mit einem großen ausländischen Konkurrenten zu verbünden.

Durch die Fusion wäre ein Monopol im weltweiten Börsenhandel mit europäischen Finanzderivaten entstanden, erklärte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia laut Nachrichtenagentur Reuters die Entscheidung am Mittwoch in Brüssel. Dies hätte den Derivatenutzern und der europäischen Wirtschaft erheblichen Schaden zugefügt. “Wir haben versucht, eine Lösung zu finden, aber die angebotenen Abhilfemaßnahmen haben bei weitem nicht ausgereicht, um die Bedenken auszuräumen”, habe Almunia das Verbot weiter begründet. Auch wäre es unwahrscheinlich gewesen, dass die Kosteneinsparungen durch die Fusion vollständig an die Kunden weitergegeben worden wären.

Mit dieser Entscheidung der EU-Kommission wird das Umtauschangebot der Alpha Beta Netherlands Holding N.V. an die Aktionäre der Deutsche Börse vom 4. Mai 2011 unmöglich werden und das Umtauschangebot automatisch erlöschen. Das Umtauschangebot wird demzufolge rückabgewickelt.

Die EU-Behörde lehnt sehr selten Zusammenschlüsse ab. Seit Beginn der EU-Fusionskontolle vor 22 Jahren hat sie über fast 4.900 Fälle entschieden und nur 21 mal ein Verbot ausgesprochen. Unter den Börsen häuften sich dagegen zuletzt die abgesagten Hochzeiten. Zuvor hatten bereits die Toronto Stock Exchange TMX Group und die Londonder Stock Exchange vergeblich versucht, sich zu verbünden. Auch aus der ASX in Australien und der Börse Singapur wurde kein Paar. Im Mai hatten US-Börse Nasdaq OMX und ICE ein Konkurrenzangebot für die Nyse zurückgezogen.

 

Quellen: Deutsche Börse, Reuters, FINANCE

 

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