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Großfusion in Österreichs Raiffeisensektor kommt voran

In Österreich nimmt die neue Großbank des Genossenschaftssektors immer mehr Gestalt an. Der Aufsichtsrat der Raiffeisen International Bank-Holding AG (RI) stimmte zentralen Modalitäten der Fusion mit der Konzernmutter Raiffeisen Zentralbank (RZB) zu.

 

Das geplante Zusammengehen mit der börsennotierten Osttochter RI soll dem vom Staat gestützten Spitzeninstitut der genossenschaftlichen Raiffeisengruppe neue Wege eröffnen, sein Eigenkapital aufzubessern. Die bislang von ihren Eignern, den Raiffeisen Landesbanken, finanzierte RZB muss staatliches Hilfskapital tilgen. Außerdem will sie sich auf einen höheren Eigenkapitalbedarf einstellen, der mit den geplanten Basel-III-Vorschriften erwartet wird. Die Raiffeisengruppe ist die größte Bankengruppe Österreichs.

 

RI-Chef Herbert Stepic, der auch der fusionierten Raiffeisen Bank International vorstehen soll, wies am Montag erneut Spekulationen zurück, dass sein Haus momentan frisches Geld braucht. “Wir fühlen uns mehr als ausreichend kapitalisiert. Wir machen eine Kapitalerhöhung nur dann, wenn es notwendig ist”, sagte Stepic. Dies wäre bei einer Akquisition der Fall, derzeit sei aber nichts auf dem Markt, machte er deutlich. Finanzchef Martin Grüll bezifferte die Kernkapitalquote (Core Tier 1) für die fusionierte Gesellschaft auf 8,4 Prozent. Die RI alleine hatte per Ende März noch 9,4 Prozent.

 

Der RI-Aufsichtsrat segnete am Sonntagabend das Austauschverhältnis für die Fusion mit RZB ab. Die Bewertung ist im Rahmen der bereits vergangenen Monat angekündigten Bandbreite. Demnach wird RI mit 7,58 Milliarden Euro bewertet, was 49,3 Euro je Aktie entspricht. Der Wert der RZB-Teile, die in die Fusion eingebracht werden, beläuft sich auf 2,01 Milliarden Euro. Die RZB-Aktionäre erhalten 30,7 RI-Aktien je eigenen Titel. Der Streubesitz der neuen Gesellschaft geht auf 21,5 Prozent von derzeit 27,2 Prozent zurück.

 

Quelle: Reuters

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