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Heuschreckenalarm bei PE-Investor 3i

Kampf unter Artgenossen: Finanz-Aktivist Bramson hat sich bei 3i eingekauft
Thinkstock / Getty Images

Dem britischen PE-Haus 3i dürften unruhige Monate ins Haus stehen. Anfang der Woche enthüllte das Unternehmen den Einstieg von Edward Bramson, einem berühmt-berüchtigten Finanz-Aktivisten. Offiziell hält Bramson über seine Beteiligungsgesellschaft Sherborne zurzeit 1,6 Prozent an 3i, mit der Sache vertraute Personen glauben jedoch, dass der Anteil inzwischen eher bei 3 Prozent liegen dürfte.

Der Einstieg Bramsons habe 3i zufolge schon am 2. Januar begonnen. Seitdem ist der Aktienkurs des PE-Hauses kräftig gestiegen – binnen Monatsfrist um 21 Prozent auf zuletzt 263,20 britische Pence. Bramson ist bekannt dafür, dass er ohne Rücksicht auf die Aktionärsstruktur und auf das Management die Kontrolle übernimmt – und das, ohne die Mehrheit am Unternehmen zu übernehmen. Zuletzt war der gebürtige Londoner bei der Investmentgesellschaft F&C Asset Management eingestiegen und wechselte binnen kürzester Zeit den kompletten Vorstand aus. Ihm reichten dafür nur 22 Prozent an F&C weil gleichgesinnte Aktivisten im Hintergrund aufgrund des Track Records Bramsons seinen Vorschlägen zustimmten.

Rosskur bei 3i

Ähnliches befürchtet nun wohl auch das 3i-Management, das dafür bekannt ist, selbst nicht zimperlich mit Beteiligungen umzugehen. Aus diesem Grund habe man den Einstieg Bramsons auch öffentlich gemacht, ließ die Beteiligungsgesellschaft wissen. Einen Kontakt mit Bramson habe es bislang allerdings nicht gegeben. 3i ist in den vergangenen Monaten durch schwieriges Fahrwasser gesteuert. Unter dem neuen CEO Simon Barrows wurden Fundraising-Pläne verschoben und stattdessen Kapital an die Anteilseigner zurückgegeben. Wegen des schwierigen PE-Umfelds baute die Gesellschaft 160 Jobs ab, mehr als ein Drittel der Gesamtbelegschaft, und machte eine Reihe von Standorten dicht.

Die Rosskur zeigt inzwischen erste Erfolge. Im laufenden Jahr will und muss 3i vier Portfoliounternehmen verkaufen, darunter die kanadische Gruppe Mold-Masters, den britischen Softwarehersteller Civica und Scandlines, ein dänisch-deutsches Fährunternehmen. Klar: Starke Exits sind wichtig, wenn das Fundraising gelingen soll. Trotz allem liegt der Börsenwert von 3i noch immer deutlich unter dem Wert des Beteilungsportfolios – selbst unter Berücksichtigung der üblichen Illiquiditätsprämie. Aktuell hält 3i Beteiligungen an 79 Unternehmen. Schwerpunkt ist Großbritannien. Deutschland ist mit sechs Unternehmen, darunter Druck Chemie und Geka vertreten. Einer der erfolgreichsten Exits von 3i im vergangenen Jahr war der deutsche Hersteller von Verbindungstechniken Norma Group.

andreas.knoch[at]finance-magazin.de

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