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Highlight will Constantin ganz

Das Schweizer Unternehmen Highlight Communications, zu denen auch Constantin Film gehört, möchte seine ehemalige Konzernmutter Constantin Medien ganz übernehmen.
RomonoTavali/iStock/Thinkstock/GettyImages

Der Schweizer Medienkonzern Highlights Communications will seine ehemalige Konzernmutter Constantin Medien ("Sport1") für bis zu 151 Millionen Euro vollständig übernehmen.  Die Schweizer halten bereits 30 Prozent der Constantin-Aktien und bieten den übrigen Aktionären mit Hilfe der Familie Studhalter nun 2,30 Euro je Aktie. Dies entspricht nach Highlight-Angaben einer Prämie von 11.9 Prozent gegenüber dem gewichteten Durchschnittskurs der vergangenen sechs Monate.

Der Kapitalmarkt reagierte positiv auf das Übernahmeangebot. Die Constantin-Aktie notiert zum Mittag mit einem Plus von knapp 10 Prozent auf 2,25 Euro. Auch der Kurs der im April 2018 auslaufenden Mittelstandsanleihe über 65 Millionen Euro mit einem Kupon von 7 Prozent legte heute um 1,5 Prozentpunkte auf 101,5 Prozent zu. Durch die Übernahme dürfte die Ablösung der Anleihe so gut wie sicher sein.

Turbulentes Jahr für die Constantin-Aktie

Triumph für Highlight-Chef Bernhard Burgener

Mit dem Übernahmeangebot klärt sich eine lange Zeit unübersichtliche Lage. Highlight-Chef Bernhard Burgener hatte sich einen harten Machtkampf mit dem inzwischen abgetretenen Constantin-Chef Dieter Hahn geliefert. Hahn wollte das Filmgeschäft abspalten, das Unternehmen auf die Sportberichterstattung konzentrieren und in diesem Zuge Burgeners Zwischenholding eliminieren, während Burgener den Konzern als Ganzes erhalten möchte. Constantin Medien betreibt unter anderem den TV-Sender und das Onlineportal Sport1. Die Highlight-Tochter Constantin Film produziert Kinofilme wie „Fack ju Göhte“.

Die Eskalation des Machtkampfs im Sommer hatte für große Turbulenzen und einen Kurseinbruch bei Constantin gesorgt.  Zwischenzeitlich wuchsen auch die Sorgen um die Refinanzierung der Anleihe von Constantin. Nun, da der Medienkonzern als Ganzes erhalten und straff von der Schweiz aus geführt werden dürfte, sinken die Risiken deutlich.

Constantin-Chef Hahn hat seine Beteiligung verkauft

Bis zum Sommer war Highlight Communications noch eine Mehrheitsbeteiligung von Constantin Medien. Bei seinem Versuch, Burgener zu entmachten, verkalkulierte sich Hahn jedoch, da ein Großteil der Konzernliquidität sich im Einflusskreis Burgeners befand. Unter anderem verwehrte die Burgener nahe stehende Stella Finanz AG dem früheren Kirch-Manager Hahn die Freigabe von Highlight-Anteilen. Außerdem führte Highlight eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts durch und verwässerte so den Anteil Constantins.

Nachdem sich Bernhard Burgener durchgesetzt hatte, zog sich Dieter Hahn auf der diesjährigen Hauptversammlung zurück und verkaufte im Nachgang seine Anteile von rund 30 Prozent sukzessive über den Kapitalmarkt.

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