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Hohe Abschreibungen auf Landesbank Berlin

(sar) Die mehr als 400 deutschen Sparkassen, die 2007 für 6,4 Milliarden Euro knapp 99 Prozent der Anteile an der Landesbank Berlin (LBB) übernommen hatten, müssen nun hohe Abschreibungen hinnehmen. Wie die FTD berichtet, solle der Wert ihrer Beteiligungen an der LBB in den Bilanzen 2010 um 11 Prozent nach unten korrigiert werden. Insgesamt entstünde so ein Abschreibungsbedarf von 430 Millionen Euro.

Die Sparkassen hatten für die LBB 6,4 Milliarden Euro bezahlt, Beobachter hatten den Preis schon 2007 als überteuert bezeichnet. Das Land Berlin, dem die LBB bis 2007 mehrheitlich gehörte, musste die Bank auf Anweisung der EU-Kommission verkaufen (mehr dazu: LBB-Verkauf: DSGV erhält den Zuschlag). Am Ende hatte sich der Deutsche Sparkassen- und Giroverband als Dachverband der Sparkassen ein Bietergefecht mit der Landesbank Baden-Württemberg und der Commerzbank geliefert, wodurch der Preis in die Höhe getrieben wurde. Von den 6,4 Milliarden Euro Kaufpreis wurden 2,6 Milliarden Euro über Kredit finanziert. Auf die restlichen 3,8 Milliarden Euro, die die Sparkassen in den Büchern stehen haben, erfolgt nun die Wertberichtigung. Viele Sparkassen haben die LBB-Anteile bereits 2009 wertkorrigiert, für 2010 gibt es nun erstmals eine zentrale Anweisung zur Wertberichtigung von der zentralen Erwerbsgesellschaft, über die der Kauf getätigt wurde. Die LBB wies für 2010 bis Ende des dritten Quartals ein Ergebnis nach Steuern von 184 Millionen Euro aus (Vorjahr: 224 Millionen Euro).

 

Quellen: FTD, FINANCE

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