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Investor Kretinsky vor Durchmarsch bei Metro

Daniel Kretinsky sammelt fleißig Metro-Aktien ein. Auf weitere Aktienpakete von Haniel und Ceconomy hält er Kaufoptionen.
Metro

Der tschechische Investor Daniel Kretinsky und der slowakische Geschäftsmann Patrik Tkac haben sich alle Möglichkeiten eröffnet, um zu dominanten Metro-Aktionären zu werden. Über ihr Vehikel EP Global Commerce II (EPGC) haben sie sich nun auch den Großteil der von Ceconomy gehaltenen Metro-Aktien gesichert.

EPGC will zunächst 3,6 Prozent der Metro-Anteile fest übernehmen, für weitere 5,4 Prozent bestehen Kaufoptionen, die voraussichtlich innerhalb der kommenden neun Monate ausgeübt werden sollen. Das Bundeskartellamt muss die Transaktion noch freigeben.

Ein Kaufpreis für den Anteil wurde nicht bekannt. Die Metro-Aktie war am Donnerstag bei Werten um 13,70 Euro aus dem Handel gegangen, am heutigen Freitagvormittag stieg der Kurs zur Börseneröffnung.

Kretinsky könnte Kontrolle über Metro erreichen

Ceconomy wird nach dem Aktienverkauf noch mit 1 Prozent an Metro beteiligt bleiben – aus steuerlichen Gründen muss das Unternehmen diesen Anteil mindestens bis zum 30. September 2023 halten.

Für Ceconomy erhöht der Anteilsverkauf den finanziellen Spielraum. Entscheidender ist aber, wie es mit Metro weitergeht. Kretinsky könnte sich dort zum Großaktionär aufschwingen und dabei sogar eine Kontrollmehrheit erlangen: Erst vor wenigen Wochen hatte seine Investorengruppe dem Großaktionär Haniel erste Anteile an Metro abgekauft. Auch diese Transaktion ist zweigeteilt: Ein Metro-Aktienpaket von 7,3 Prozent hat EPGC sich bereits gesichert, für weitere 15,2 Prozent bestehen Call-Optionen.

Kretinsky nutzt gefallenen Aktienkurs

Option auf Metro-Anteile läuft bis Ende März

Durch die geschickte Strukturierung der beiden Deals eröffnen sich Kretinsky nun mehrere Optionen: Kommen zu den bereits übernommenen 7,3 Prozent aus dem Haniel-Bestand noch die 3,6 Prozent Metro-Anteile von Ceconomy, bringt es der Investor mit seiner Gruppe auf 10,9 Prozent. Damit wäre Kretinsky schon jetzt der drittgrößte Metro-Aktionär hinter Haniel mit seinen dann noch verbleibenden – von Kretinsky aber bereits optionierten 15 Prozent – und der Essener Meridian Stiftung, die rund 14 Prozent hält und hinter der die Metro-Gründerfamilie Schmidt-Ruthenbeck steht.

Wie weit Kretinsky seinen Vorstoß bei Metro vorantreibt, wird sich innerhalb des kommenden halben Jahres zeigen – die Optionen auf die verbleibenden Haniel-Anteile an Metro laufen bis zum 31. März 2019. Zieht Kretinsky alle ihm möglichen Optionen bei Haniel und Ceconomy, könnte er seinen Bestand auf bis zu 31,5 Prozent ausbauen. Dann müsste er ein Übernahmeangebot an die übrigen Metro-Aktionäre abgeben. Ist dieses attraktiv, erscheint es möglich, dass Kretinsky mittelfristig die Mehrheit an Metro erlangen könnte.

Kretinsky lässt Pläne für Metro offen

Ob es für Kretinsky darüber hinaus attraktiv wäre, am Markt weitere Metro-Anteile aufzukaufen, ist unklar – öffentlich ist nicht bekannt, zu welchen Konditionen er die Anteile von Haniel und Ceconomy eingesammelt hat. Verzichtet Kretinsky hingegen auf die nun vereinbarte kleinere Call-Option der Ceconomy-Anteile, würde er seinen Bestand auf lediglich gut 26 Prozent hochfahren. Dann entfiele die Pflicht für ein Übernahmeangebot. Die Analysten der Investmentbank Equinet halten es aber für „sehr wahrscheinlich“, dass Kretinsky innerhalb der nächsten Monate ein Übernahmeangebot für Metro auf den Tisch legen wird.  

Kretinsky selbst lässt sich nicht in die Karten schauen. Der Nachrichtenagentur Reuters sagte er nur, EPGC habe nun „volle Flexibilität“, den Metro-Anteil über die 30-Prozent-Schwelle zu erhöhen – oder aber auch darunter zu bleiben. In welche Richtung er tendiert, ließ der Investor offen. Die Entscheidung will er nach eigenen Angaben davon abhängig machen, ob er einen positiven Einfluss auf das Unternehmen und das Management habe.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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