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Kabelnetzbetreiber Orion wird versteigert

(ame) Der TV-Kabelnetzanbieter Orion soll offenbar versteigert werden. Wie die FTD unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, haben 17 wichtige Kreditgeber ihre Darlehen an Escaline-Orion fällig gestellt und die niederländische Großbank ING mit der Auktion beauftragt. Die Kreditgeber wollten über den Umweg der Auktion selbst in den Eigentümerkreis von Orion einsteigen, ohne damit das operative Geschäft von Telecolumbus durch eine Insolvenz zu gefährden, schreibt die Zeitung. Damit kann eine Aufspaltung des Konzerns offenbar nicht mehr verhindert werden.

 

Die Gläubiger um die Bank of Ireland und die Hedge-Fonds York Capital und Golden Tree wollen der Zeitung zufolge das Auktionsverfahren, das mehrere Wochen dauern soll, schon am heutigen Mittwoch bekannt machen. Die Gläubiger verwerten damit ihre Sicherheiten. Orion ist mit 3 Millionen Kunden Deutschlands drittgrößter deutscher Kabelnetzbetreiber. Das Unternehmen hält neben 100 Prozent der Anteile an Telecolumbus auch rund 22 Prozent der Aktien des börsennotierten Schwesterunternehmens Primacom.

 

Die Zerlegung von Orion wäre ein herber Schlag für den britischen Finanzinvestor Lanphere, der über die von ihm kontrollierte Luxemburger Holding Escaline wiederholt versucht hatte, den Verkauf des mit rund 2 Milliarden verschuldeten Kabelanbieters zu verhindern.

 

Monatelang hatten Banken und Kreditgeber über eine Entschuldung des Orion Konzerns gerungen. Im November war ein Verkauf von Telecolumbus wegen eines Mangels an ernsthaften Interessenten gescheitert. Eine Auktion könnte aber auch Orion-Rivalen wie die TV-Kabelnetzbetreiber KDG oder Unitymedia sowie Telekomkonzerne wie Vodafone locken.

 

Quellen: FTD, F.A.Z., FINANCE

 

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