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Kampf um Karstadt geht in die heiße Phase: Drei Investoren interessiert

(sor) Für die Übernahme von Karstadt stehen kurz vor dem Ablauf der Bieterfrist am 31. Mai drei Interessenten zur Verfügung. Wie die Bild am Sonntag berichtet, soll neben dem Finanzinvestor Triton und dem Berliner Milliardär Nicolas Berggruen auch Highstreet in den nächsten Tagen ein konkretes Angebot abgeben. Das Immobilienkonsortium wollte sich bisher nicht dazu äußern. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg sagte, dass derzeit zwei Gebote vorliegen würden.

 

Das Immobilienkonsortium, an dem die US-Investmentbank Goldman Sachs die Mehrheit hält, will alle 120 Karstadt-Filialen übernehmen und als Konzern erhalten. Die Pläne sehen zudem vor, die Mitarbeiter mit 15 Prozent des Kapitals an dem Unternehmen zu beteiligen und die Mieten zu senken, hieß es weiter. Als Kaufpreis nannte die Zeitung unter Berufung auf Verhandlungskreise einen Betrag in Höhe von 40 Millionen Euro. Highstreet ist Eigentümer eines Großteils der 120 Warenhäuser und hatte schon im Vorfeld angekündigt, nötigenfalls selbst ein Angebot zu unterbreiten, sollte kein passender Käufer gefunden werden (Hierzu: Goldman Sachs hat Interesse an Karstadt). Der Investor Nicolas Berggruen hat sich für seine Offerte noch einen Partner mit an Bord geholt, den Textilunternehmer Max Azria.

 

Der deutsch-schwedischen Investor Triton hatte angesichts stockender Verhandlungen mit Verdi in der letzten Woche gedrohtm, sein Angebot zurück zuziehen. Zudem sieht er Einschnitte bei Mieten und Arbeitsplätzen vor, die über die im Sanierungsplan vorgesehenen Zugeständnisse hinaus gehen (Hierzu: Einziger Karstadt-Interessent Triton fordert weitere Zugeständnisse).

 

Allerdings entscheidet sich erst am heutigen Dienstag, ob es überhaupt noch zu einem Investorenduell kommen wird. Denn noch immer ist die Bedingung aus dem Insolvenzplan unerfüllt, dass die betroffenen Kommunen zu 98 Prozent auf die Gewerbesteuereinnahmen aus dem Sanierungsgewinn verzichten. Wenn sie nicht verzichten, ist die Karstadt-Rettung gescheitert. Zwar lenkten am Freitag Duisburg und Dresden ein, doch auf eine Verzichtserklärung aus Köln wartet man noch. Der Kölner Stadtkämmerer hat schon mehrfach mündlich einen Verzicht angekündigt, allerdings fehlt derzeit noch die schriftliche Zutimmung. Sollte ein Kaufvertrag bis zum Ablauf der Frist nicht zustande kommen, droht Karstadt immer noch die Zerschlagung.

 

Quellen: Bild am Sonntag, F.A.Z., Handelsblatt, Reuters, FINANCE

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