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Kein M&A-Deal: Max-Bahr-Übernahme scheitert an Moor Park

Verhandlungen mit Hellweg gescheitert: Nach Praktiker wird es auch für Max Bahr keine Rettung geben.
Max Bahr

Bis heute Nachmittag sah es noch nach einer möglichen Rettung für Max Bahr aus. Der Gläubigerausschuss hatte einer Übernahme von Max Bahr durch ein Bieterkonsortium um Hellweg bereits vor einigen Tagen zugestimmt, doch die Einigung auf ein Mietkonzept stand noch aus. An diesem Punkt ist der M&A-Deal nun gescheitert: Die Übernahme „kann nicht umgesetzt werden, da die Hauptvermieterin, die ebenfalls insolvente Gesellschaft Moor Park MB, sich mit Hellweg nicht über die Übernahme der Mietverhältnisse einigen konnte“, verkündete heute Nachmittag der Insolvenzverwalter der Baumarkt Max Bahr GmbH, Jens-Sören Schröder. Hauptgläubigerin von Moor Park ist die Royal Bank of Scotland.  FINANCE hatte bereits im Juli aus Verhandlungskreisen erfahren, dass die Mietpreisverhandlungen der Knackpunkt der Transaktion sein könnten. Dies hat sich nun bewahrheitet.

Marktgerüchten zufolge hatte es im Verlauf des M&A-Prozesses aus dem Bieterkreis die Forderung nach Mietpreissenkungen gegeben. Es wurde kolportiert, die Royal Bank of Scotland habe sich wenig entgegenkommend gezeigt und damit unter anderem schon den Mitbieter Globus verschreckt.  Moor Park vermietet Schröder zufolge 66 der insgesamt 73 zur Übernahme vorgesehenen Bau‐ und Gartenmärkte von Max Bahr.

Die Gesellschaft habe ihre Zustimmung davon abhängig gemacht, dass Hellweg eine Konzernbürgschaft abgibt, die der bisherigen Konzerngarantie der insolventen Praktiker AG entspricht. Laut Insolvenzverwalter hatte Praktiker für die damalige Tochter Max Bahr 2007 „eine abstrakte Mietgarantie auf erstes schriftliches Anfordern über mehrere hundert Millionen Euro übernommen.“ Als mittelständisches Familienunternehmen habe Hellweg keine Konzernbürgschaft übernehmen wollen.

Abverkauf bei Max Bahr steht bevor

Der M&A-Prozess zum Verkauf der Baumärkte hatte sich zuletzt mehrfach verzögert. Zu dem ursprünglich schon für Ende Oktober geplanten Abschluss war es nicht gekommen. Die Agentur Reuters hatte damals unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, dem Konsortium um die Baumarktkette Hellweg würden weiterhin die finalen Zusagen der finanzierenden Banken und der Warenkreditversicherer fehlen.
 
In den Max-Bahr-Baumärkten soll nun der Abverkauf beginnen. Anschließend will Schröder versuchen, möglichst viele Märkte als Einzelstandorte zu verkaufen. Interesse bei Wettbewerbern für die Standorte gibt es anscheinend. In der heutigen Mitteilung heißt es, es lägen bereits „konkrete Interessensbekundungen von namhaften Unternehmen aus der deutschen Baumarkt‐Branche für zahlreiche Standorte vor.“ Reuters zitiert eine Quelle aus dem Umfeld der Verhandlungen, die glaubt, dass nun „wieder die Stunde von Globus schlägt“.

sabine.refenberger[at]finance-magazin.de

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