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Liberty signalisiert Interesse an Zukäufen in Deutschland

Der US-Kabelkonzern Liberty Global hat nach der Übernahme von Unitymedia erstmals Interesse an weiteren Firmenkäufen in Deutschland angedeutet. Liberty-Global-Chef Michael Fries machte in einem Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt (Freitagausgabe) deutlich, dass die nächsten Schritte des von US-Medienmogul John Malone kontrollierten Unternehmens von der Haltung der deutschen Kartellwächter abhängen. Diese sei bisher aber noch schwer einzuschätzen.

 

Zum Verkauf steht derzeit der hiesige Branchenprimus Kabel Deutschland (KDG). Medienberichten zufolge hat Malone auch Kabel Baden-Württemberg ins Visier genommen (mehr dazu: Zeitung: US-Medienmogul will deutscher Kabel-König werden). “Wenn die Behörden uns dazu ermuntern würden, dann würden wir uns das gerne ansehen”, sagte Fries zu den beiden Rivalen. “Bislang empfangen wir aber keine solchen Signale.” (Lesen Sie auch: Kabel Deutschland steht offenbar vor Verkauf)

 

Die Kabelanbieter hegen Hoffnungen, dass das Zusammenwachsen der eigenen Branche mit der Telekomindustrie zu einem Sinneswandel bei den Kartellbehörden führt. Sie argumentieren, dass nur starke Kabelfirmen die Marktmacht der Telekomriesen eindämmen können. “In anderen Ländern haben die Behörden erkannt, dass Wettbewerb für die Telekomunternehmen nur möglich ist, wenn man die Kabelnetzbetreiber größer werden lässt”, erläutert Fries.

 

Mit der Übernahme der Kölner Unitymedia für 3,65 Milliarden Euro gelang Malone im zweiten Anlauf der Einstieg in den deutschen Breitbandmarkt. Er hatte es bereits 2001 auf das damalige Kabelnetz der Deutschen Telekom abgesehen, das dann aber zerschlagen und an verschiedene andere Investoren verkauft worden war. Fries betonte, dass die Übernahme nicht an die Erwartung weiterer Zukäufe geknüpft gewesen sei. Einen “großen Masterplan für Deutschland” gebe es nicht.

 

Um andere Kabelnetzbetreiber würde Liberty mit zahlreichen Finanzinvestoren konkurrieren. Diese stehen unter besonders großem Druck, nachdem die Finanzkrise die Übernahmeaktivitäten gelähmt hat. Kabelunternehmen wie KDG sind für Beteiligungsfirmen attraktive Investments, weil sie langfristig stabile Einnahmen versprechen.

 

Quelle: Reuters

 

mehr Infos:

Kabel Deutschland geht wahrscheinlich nicht an die Börse

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