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M&A-Deals: BASF, Kabel Deutschland, Pfleiderer

Die Sandefjord-Fabrik von Pronova BioPharma. Das Unternehmen geht im Rahmen eines M&A-Deals an BASF.
Pronova BioPharma

BASF vor Abschluss der Pronova-Übernahme

BASF hat sich im Rahmen des freiwilligen Barangebots an die Aktionäre von Pronova BioPharma mittlerweile 97,7 Prozent der Aktien gesichert. Pronova soll ein zentraler Bestandteil des Omega-3-Geschäfts der BASF werden. Auf Basis aller ausstehenden Aktien und einschließlich der Nettofinanzverbindlichkeiten ergibt sich für den Zukauf ein Unternehmenswert von etwa 684 Mio. Euro. BASF hatte den M&A-Deal im November angekündigt und das Übernahmeangebot im Dezember verlängert. BASF rechnet mit einem Abschluss des M&A-Deals innerhalb der kommenden zwei Wochen und bereitet einen Squeeze-out der übrigen Aktionäre vor.

Pfleiderer schließt Pergo-Verkauf ab

Der Holzverarbeiter Pfleiderer hat den Verkauf des Laminatherstellers Pergo-Gruppe an das US-Unternehmen Mohawk Industries abgeschlossen. Pergo setzte in den USA und Europa im Jahr 2011 etwa 320 Mio. US-Dollar um, der Kaufpreis liegt bei 150 Mio. Dollar. Pfleiderer hat sich damit wie geplant vollständig aus dem US-Geschäft zurückgezogen. Der Verkaufsprozess war als kontrollierte Auktion aufgesetzt, bei der die europäischen und amerikanischen Teile der Gruppe sowie das Patent-Portfolio als separate Module zum Verkauf standen. Die laufende Restrukturierung der Pfleiderer Gruppe einschließlich der zeitweisen Insolvenz der Pfleiderer AG erschwerte den M&A-Deal zusätzlich.

Die Kanzlei Noerr hat den Verkauf mit einem Team unter Federführung der Partner Dr. Holger Alfes und Dr. Jens Liese begleitet. Pfleiderer hatte Pergo 2007 über seine schwedische Tochter übernommen. Bereits im vergangenen Herbst hatte Pfleiderer seine Tochter Uniboard Canada verkauft.

Kabel Deutschland bietet Netzverkauf an

Um Bedenken der Kartellbehörden zum Zusammenschluss mit Tele Columbus zu zerstreuen, hat Kabel Deutschland in dieser Woche beim Bundeskartellamt ein Zusagenpaket vorgelegt. Der Konzern teilte mit, er teile die wettbewerbsrechtlichen Bedenken des Bundeskartellamtes nicht, habe sich aber entschlossen, zu deren Überwindung die Veräußerung bestimmter Netze von Tele Columbus anzubieten. Kabel Deutschland bietet an, Tele-Columbus-Netze samt den dazugehörigen Verträgen in Berlin, Dresden und Cottbus mit insgesamt mehr als 430.000 angeschlossenen Haushalten zu verkaufen. Damit würde die ursprüngliche Größenordnung des M&A-Deals von rund 2,1 Millionen angeschlossenen Haushalten um rund ein Fünftel reduziert. Das Bundeskartellamt wird das Angebot nun einem Markttest unterziehen.

Tüv Süd kauft zweimal zu

Der Tüv Süd hat in den vergangenen Tagen zwei M&A-Deals getätigt. Durch die Übernahme des italienischen Lebensmittelprüfers pH will der Tüv Süd sein Netz an Lebensmittellaboren stärken und die Internationalisierung fortsetzen. Ein Team der Kanzlei Clifford Chance um die Partner Dr. Nicole Englisch und Umberto Penco-Salvi hat Tüv Süd bei dem M&A-Deal beraten.

Im Bereich Real-Estate hat der Tüv Süd den 1991 gegründeten Dienstleister K+S Haustechnik Planungsgesellschaft übernommen. Ein Team von DLA Piper unter Federführung von Partner Dr. Matthias Lupp hat den Tüv Süd bei dem M&A-Deal beraten. Finanzielle Details zu den beiden Transaktionen wurden nicht bekannt.

RWE und E.on prüfen Urenco-Ausstieg

Die Energiekonzerne E.on und RWE wollen sich anscheinend von ihrer Beteiligung am Urankonzern Urenco (Umsatz 2010: 1,3 Mrd. Euro) trennen. Dies berichtete die ebenfalls am Unternehmen beteiligte niederländische Regierung in dieser Woche. Auch die britische Regierung prüft einen Verkauf ihrer Urenco-Beteiligung. Die Niederlande wollen ihren Anteil dagegen behalten.  

Als Interessenten gelten Gerüchten zufolge der französische Konzern Areva, die Finanzinvestoren CVC und KKR sowie der japanische Konzern Toshiba. E.on und RWE halten über die gemeinsame Tochter Uranit 33 Prozent an Urenco. Erste Meldungen über einen möglichen Ausstieg von RWE und E.on bei Urenco kursierten bereits vor anderthalb Jahren.

Bilfinger übernimmt Johnson Screens

Der Engineering-Konzern Bilfinger hat den US-Wassertechnikspezialisten Johnson Screens mit Sitz in Minnesota von Weatherford International übernommen. Johnson Screens erbringt eine Jahresleistung von ca. 160 Mio. Euro. Die Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Mit dem M&A-Deal kann Bilfinger seine Leistung im Wasser- und Abwasserbereich nach eigenen Angaben auf mehr als 300 Mio. Euro verdoppeln. Bilfinger verspricht sich von der Akquisition den Zugang zu Fertigungskapazitäten in Wachstumsregionen und neuen Märkten und erwartet Synergien in Technik und Vertrieb. Im Bereich Wassertechnik hatte Bilfinger zuletzt im Herbst 2011 das italienische Unternehmen Diemme gekauft. 

M&A-Deals 2013: Kommt der Aufschwung?

Das M&A-Jahr 2013 wird besser als die enttäuschenden beiden vergangenen Jahre, erwartet Adam Bolek, Managing Director im M&A-Team der Mediobanca. Ein Grund dafür: Die Preisvorstellungen sind wieder realistischer. Dennoch erwartet er nur wenige wirkliche Mega-Deals. Wie sich dieser Mangel auf die Beraterbranche auswirkt und wie es um das Finanzierungsumfeld für M&A-Deals bestellt ist, erklärt er im Talk mit FINANCE-TV.

M&A-News: Personalien

Dr. Ralf Schremper (40) wird zum 1. Februar CFO Digital & Adjacent der ProSiebenSat.1 Group. Schremper übernimmt die neue Aufgabe zusätzlich zu seinen Funktionen als Executive Vice President Strategic Planning/Mergers & Acquistions sowie als CFO und Geschäftsführer der Red Arrow Entertainment Group. Der Konzern plant, sein Digitalgeschäft in den kommenden Jahren durch organisches Wachstum und gezielte M&A-Deals deutlich auszubauen. Schremper übernimmt die Aufgabe von Ralf Gierig (47), der sich auf die Bereiche Investor Relations sowie Group Finance & Treasury konzentrieren wird.

Die Kanzlei McDermott Will & Emery holt Andreas Kurtze als Partner in ihr Frankfurter Büro. Kurtze wechselt von Linklaters, wo er in der Praxisgruppe Corporate als Counsel tätig war. Er berät schwerpunktmäßig zu M&A-Deals sowie im Gesellschaftsrecht und hat sich auf die Branchen Logistik, Finanzinstitutionen, Healthcare und Stahl spezialisiert.

Der M&A-Anwalt Ansgar Rempp wird der erste Partner-in-Charge Deutschland der Kanzlei Jones Day, die mit einer neuen Managementstruktur die drei deutschen Büros unter einheitlicher Leitung integrieren will. Rempp ist seit 20 Jahren bei Jones Day, er eröffnete 2003 das Münchener und 2012 das Düsseldorfer Büro. Jones Day ist  nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr von 70 auf knapp 100 Anwälte in Deutschland gewachsen und verstärkte seine M&A-Praxis erst kürzlich mit Wolfgang Hölters.

Der Finanzdienstleister Baird hat die drei Investmentbanker Matthew Gehrke, Gary Page und Sven Harmsenzu Direktoren ernannt. Sie sind Teil des internationalen M&A-Teams des Hauses.

Die Corporate-Finance-Beratung Blättchen & Partner hat ihren M&A-Bereich mit Neuzugang Michael Zimmel gestärkt. Der 38-Jährige begleitete zuvor bereits bei Ernst & Young und Ferber & Co. nationale und internationale M&A-Deals.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton will die Corporate-Finance- und M&A-Beratung für Telekommunikation, Medien und Entertainment ausbauen. Den neuen Bereich führt Hanno Hepke (44), der von Ernst & Young Corporate Finance wechselt.

Guido Althaus (44) wechselt als neuer Partner zur Beratungsgesellschaft RölfsPartner, wo er den Transaktions- und Restrukturierungsbereich verstärken wird. Althaus wechselt von Alvarez & Marsal und war davor bereits mehr als zehn Jahre für Ernst & Young tätig.

Weitere M&A-Deals der Woche

Das Unternehmen Altira hat seinen 40-Prozent-Anteil an der Schweizer Private-Equity-Dachfondsboutique Clearsight Investments an das Management verkauft. Der M&A-Deal ist Teil einer strategischen Neuausrichtung. Altira, einst als Asset-Management-Gesellschaft gestartet, wird als PE-Investor neu ausgerichtet. und will sich künftig auf Mittelstandsfinanzierung fokussieren. Über finanzielle Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Hannoveraner Reisekonzern Tui will die britische Tochter Tui Travel doch nicht übernehmen. Wie das Unternehmen in dieser Woche erklärte, wolle man kein Angebot abgeben, da eine aktienbasierte Transaktion zum gegenwärtigen Austauschverhältnis nicht den Interessen der Tui-Aktionäre entspreche. Tui bleibt jedoch Mehrheitsaktionär.

Lekkerland (Schweiz) hat in dieser Woche das Großhandelsgeschäft der Valora Services Schweiz (Umsatz 2012: ca. 100 Mio. Schweizer Franken) übernommen. Der Valora-Warengroßhandel beliefert sowohl Großkunden als auch mehrere unabhängige Kunden, der M&A-Deal soll das Kundenportfolio ergänzen. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Projektentwickler für Energieversorgungsanlagen Juwi hat zusammen mit Shizen Energy ein Joint Venture in Japan gegründet. Wie das Unternehmen in dieser Woche mitteilte ist eine Freiflächen-Photovoltaikanlage auf der japanischen Insel Kyushu bereits seit Mitte Dezember am Netz.

Die Unternehmensberatung Hostettler, Kramarsch & Partner (hkp) hat in dieser Woche die Übernahme der niederländischen Beratung RemuNet Group bekannt gegeben. Die RemuNet-Geschäftsaktivitäten aus den Niederlanden und Großbritannien werden im Zuge des M&A-Deals unter der neuen Marke hkp RemuNet als eigenständige Einheit fortgeführt. hkp hatte sich im Sommer 2011 mit dem Schweizer Unternehmen Corporate Consulting & Technology verstärkt.

Der auf den Mittelstand fokussierte PE-Investor BayernLB Capital Partner steigt beim Automobilzulieferer Ifa Rotorion-Holding ein. Die Beteiligung besteht aus einer Mischung von Minderheitsanteil und Gesellschafterdarlehen. Zu finanziellen Details wurde Stillschweigen vereinbart. In das Transaktionsteam von BayernLB Capital Partner eingebunden waren Berater von Berylls Strategy Advisors, Deloitte, Salans, Bernhardt Advisory und der Aderhold Rechtsanwaltsgesellschaft.

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