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M&A-Deals: Bertelsmann, Interlübke, Norma

Bertelsmann ist wieder auf Einkaufstour und holt Gruner + Jahr zu sich.
Bertelsmann

Bertelsmann übernimmt Gruner + Jahr vollständig

Das Medienunternehmen Bertelsmann hat seine Beteiligung an Gruner + Jahr auf 100 Prozent aufgestockt und erwirbt dazu den von der Jahr Holding gehaltenen Anteil von 25,1 Prozent. Die Übernahme wird zum 1. November 2014 wirksam. Der Kaufpreis wird in bar gezahlt, über die Höhe wurde Stillschweigen vereinbart. Medienberichten zufolge handelt es sich aber um einen niedrigen dreistelligen Millionen-Betrag. „Wir unterstützen die vom Gruner + Jahr-Vorstand auf den Weg gebrachte Transformation uneingeschränkt und werden auch in Zukunft die dafür erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen“, sagte Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, anlässlich der Übernahme. Gruner + Jahr könne künftig schneller auf digitale Marktveränderungen reagieren, Abstimmungsprozesse würden vereinfacht und die Zusammenarbeit mit anderen Bertelsmann-Unternehmen könne ausgebaut werden, begründen die beiden Unternehmen den Deal. Bertelsmann ist in den vergangenen Jahren verstärkt auf Einkaufstour gegangen und will auch weiterhin im M&A-Bereich investieren. 

Interlübke hat neue Investoren

Leo Lübke, der bisherige Geschäftsführende Gesellschafter von Lübke, verkauft den Hersteller von Systemmöbeln Interlübke an die Unternehmer Peter Rutishauser und Richard Lenz. Leo Lübke behält einen Sitz im Beirat des Unternehmens. „Wir sehen für Interlübke viel Potenzial im Premiumbereich: Die Marke strahlt eine hohe Zugkraft aus, die Produkte sind unverkennbar und bieten eine zeitlose puristische Ästhetik“, sagte einer der beiden neuen Investoren Peter Rutishauser. 2012 musste Interlübke mit Sitz Rheda-Wiedenbrück in Ostwestfalen Insolvenz anmelden. Heute hat das Unternehmen einen Jahresumsatz von 26 Millionen Euro. Weitere Details der Transaktion sind nicht bekannt.

Tengelmann verabschiedet sich vom Supermarkt-Geschäft

Die Mühlheimer Unternehmensgruppe Tengelmannwill ihr traditionsreiches Supermarktgeschäft Kaiser’s Tengelmann an den Edeka-Verbund zum 30. Juni kommenden Jahres verkaufen. Es handelt sich um den ersten großen Deal für CFO Alfried Bührdel. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Verkauf ist die Folge der bereits im Sommer 2014 angekündigten Analyse des defizitären Supermarktgeschäfts – der Marktanteil von 0,6 Prozent war zu gering. Gemeinsam mit Kaiser’s Tengelmann gehen auch die Töchter Bringmeister, Birkenhof und Ligneus an Edeka über. Die Online-Tochter E-Stores (Plus.de und Garten XXL.de) wechselt auch den Besitzer, sie soll in die Organisation der Edeka-Tochter Netto Marken-Discount integriert werden. Beraten wurde Tengelmann von Latham & Watkins unter der Federführung von Rainer Wilke.

Nemetschek kauft Bluebeam Software

Der Münchener Softwarehersteller Nemetschek übernimmt vollständig Bluebeam Software mit Sitz in Kalifornien, USA. Bluebeam ist ein Anbieter von PDF-basierten Workflow-Lösungen für digitale Arbeitsprozesse und erzielte 2013 einen Umsatz von rund 22,4 Millionen US-Dollar. Bluebeam wird auch zukünftig vom derzeitigen Management als eigenständige Markengesellschaft weitergeführt. Der Kaufpreis für den M&A-Deal liegt bei 100 Millionen US-Dollar, die Finanzierung erfolgt durch Eigenmittel sowie über die Aufnahme eines Darlehens. Im Kaufpreis enthalten sind außerdem Earn-Out-Komponenten, die an die Steigerung des Umsatzes und der Profitabilität in den Jahren2014 bis 2016 gekoppelt sind. Nach Einschätzung von Nemetschek werden die Earn-Out-Zahlungen etwa 3,5 Millionen US-Dollar betragen.

Gea setzt mit Klokslag neue Strategie fort

Die Gea Group hat das niederländische Unternehmen Klokslag, ein Hersteller von Großanlagen für Schnittkäse, erworben. In den vergangenen Jahren haben die beiden Unternehmen bereits eng zusammengearbeitet. Mit dem M&A-Deal will Gea seine Prozesskompetenz in ausgewählten Anwendungen stärken. Weiterhin hat Gea die kleinere dänische Gesellschaft Scan Vibro gekauft, die Pulvertransportsysteme für verschiedene Nahrungsmittelanwendungen mit besonderen Hygieneanforderungen baut. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Beide Akquisitionen haben zusammen etwa 160 Mitarbeiter und erlösten 2013 rund 40 Millionen Euro. Nach dem Verkauf der Wärmetauschersparte an den PE-Investor Triton im Frühjahr hatte Gea bereits angekündigt, sich stärker auf die Branchen Nahrungsmittel und Getränke zu fokussieren.

Norma stärkt sich in den USA

Die Norma Group erwirbt den Wassermanagement-Spezialisten National Diversified Sales (NDS) in den USA vollständig. Mit der Übernahme von NDS will Norma ihre Expansion im Bereich Wassermanagement fortsetzen. NDS ist ein Portfoliounternehmen der amerikanischen PE-Gesellschaft Graham Partners. Der Kaufpreis liegt bei 285 Millionen US-Dollar, das Closing wird noch vor Jahresende 2014 erwartet. Über weitere Details der Transaktion wurde zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart. Zum Erwerb der NDS stellen die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen (Konsortialführer) und die Landesbank Baden-Württemberg eine Brückenfinanzierung zur Verfügung.

Hochtief erwirbt Activum

Der Baukonzern Hochtief hat den Wohnungsentwickler Formart an Activum, einen Fondmanager mit Sitz in Jersey, verkauft. Formart entwickelt, errichtet und vermarktet vor allem Wohnhausprojekte in Deutschland und Luxemburg. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der größten deutschen Wohnungsentwickler. Der Verkaufspreis liegt „etwa auf Höhe des Buchwerts“, hieß es in der Pressemitteilung des Unternehmens. Grund für den Verkauf ist eine veränderte Unternehmensstrategie: Der Konzern will sich künftig stärker auf das Infrastruktur- und Baugeschäft konzentrieren, weniger auf Immobilienentwicklung. Rechtlich begleitet wurde Activum von Noerr Reals Estate Investment Group von einem Team um Alexander Goepfert und Felix Blobel. Hochtief wurde von CMS Hasche Sigle beraten, federführend waren Malte Bruhns und Martin Bell.

Fiducia und GAD fusionieren

Fiducia IT aus Karlsruhe und GAD aus Münster, die beiden Rechenzentralen der deutschen Genossenschaftsbanken, stehen offenbar vor einer Fusion, wie Reuters meldet. Das neue Unternehmen Fiducia & GAD IT  soll mit über 5.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro das viertgrößte Unternehmen der Branche in Deutschland werden. Fiducia-Chef Klaus-Peter Brunssoll den fusionierten Konzern leiten und für die Strategie zuständig sein. Der Zusammenschluss unter dem Dach der Fiducia gilt als eine Voraussetzung für eine Fusion der beiden Genossenschafts-Zentralbanken DZ Bank und WGZ Bank. In den vergangenen Jahren waren mehrere Anläufe zu der Fusion gescheitert.

M&A-Personalien

Die Rechtsanwaltskanzlei Buse Heberer Fromm hat zum 1. Oktober Rechtsanwalt Holger Prein als Partner für das Essener und das Frankfurter Büro gewonnen. Der 50-jährige Holger Prein kommt von Simon und Partner, wo er als Partner tätig war und bringt Erfahrungen in den Bereichen Real Estate, Corporate sowie der Beratung von Family Offices mit.

PwC Legal
hat zum 1. Oktober ein dreiköpfiges Rechtsanwaltsteam um Steffen Schniepp von der internationalen Wirtschaftskanzlei Beiten Burkhardt für den Standort Stuttgart abgeworben. Der 38-jährige Steffen Schniep ist auf die Bereiche M&A, Private Equity und Gesellschaftsrecht spezialisiert. Der 34-jährige Christain Hensel steigt bei PwC als Senior Manager ein und der dritte im Bunde, der 33-jährige Nils-Peter Brügmann, übernimmt eine Manager-Rolle.

Der M&A-Partner Benjamin Parameswaranrückt an die Spitze von DLA Piper auf: Gemeinsam mit dem Arbeitsrechtler Bernd Borgmann wird er sich das Management des Kanzlei teilen. In der Vergangenheit hat er unter anderem Gruner + Jahr beim Kauf der indischen Video-Plattform VideoPlayfederführend beraten.

Weitere M&A-Deals

Die Madsack Mediengruppe steigt mit einer strategischen Beteiligung von 25,1 Prozent bei Heinekingmedia ein. Heinekingmedia, Anbieter von vernetzten, audiovisuellen Informationssystemen hat rund 6.500 Kunden.

Doch kein Megadeal für Glencores-ehrgeiziger Chef Ivan Glasenberg: Er plante den Schweizer Rohstoffhändler Glencore mit dem britisch-australischen Bergbaukonzern Rio Tinto zu einem integrierten Bergbau- und Handelskonzern zu fusionieren, doch Rio Tinto lehnt das Angebot ab. Der Kaufpreis hätte im unteren dreistelligen Milliarden-Euro-Bereich gelegen.

Die RAG-Stiftung hat 51 Prozent am Automatisierungsspezialisten Hahn Automation aus dem rheinland-pfälzischen Rheinböllen übernommen. Beraten wurde Hahn von der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek mit einem Team um den Frankfurter Partner Adi Seffer. CMS Hasche Sigle hat die RAG-Stiftung mit einem Team um Richard Mayer-Uellner und Malte Bruhns beraten. Das Closing erfolgt im Dezember, über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Axel Springer-Verlag ist ein 50:50 Joint Venture mit Politico, einer Publikation für politischen Journalismus in Washington, eingegangen. Das neue Medienunternehmen wird seinen Sitz in Brüssel haben. Politico wurde von Bird & Bird beraten.

Der Automobilzulieferer Linamar aus Guelph in Kanada hat 66 Prozent des Automobilzulieferers Seissenschmidt erworben. Beraten wurde Seissenschmidt von GSK Stockmann + Kollegen unter der Federführung von Gregor Seikel.

Erst im September übernahm United Internet für knapp 600 Millionen Euro Versatel komplett, nun kündigt der Internetanbieter Medienberichten zufolge weitere Übernahmen an. „Es wird weitere Chancen geben, kleinere Anbieter zu übernehmen“, sagte Vorstandschef Ralph Dommermuth einem Interview mit dem „manager magazin“. Weitere Details sind noch nicht bekannt.

Der Schweizer Milchverarbeiter Emmi verkauft den italienischen Jogurthersteller Trentinalatte an die Livia Gruppe mit Sitz in München und Wien. Emmi hatte Trentinalatte im Juli 2006 übernommen, mit dem Ziel, ein starkes Standbein im Jogurtgeschäft in Italien aufzubauen. Jetzt erforderte die angespannte wirtschaftliche Lage in Italien Wertberichtigungen bei Trentinalatte und in Konsequenz auch die Trennung, wie Emmi mitteilte. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Sana Klinken, nach eigenen Angaben der größte private Klinikbetreiber in Deutschland, übernehmen zum 1. Januar 2015 die Kliniken Leipziger mit ihren Standorten in Borna und Zwenkau. Zur Stärkung der regionalen Vernetzung will Sana zudem die GLL, in der sich niedergelassene Ärzte und Krankenhausärzte engagieren, als Minderheitsgesellschafter aufnehmen.

Das Österreichische Stromunternehmen Verbund und der Finanzinvestor KKR haben die französischen Gas-Kombikraftwerke Pont-Sur-Sambre und Toul verkauft. Das Closing ist Ende 2014 geplant.

Der Prüfkonzern Dekra weitet seine Aktivitäten im Ausland aus und kauft den niederländischen Bahnprüfer Plurel. Plurel ist spezialisiert auf die Prüfung, Inspektion und Zertifizierung von Schienenfahrzeugen und Infrastruktur sowie die Optimierung von Radsystemen.

Im Rahmen des Insolvenzverfahrens von Mox Telecom hat der Telekommunikationsanbieter nun den Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der nicht-insolventen US-Tochter Sohel Distributors(SDI) beschlossen. Erwerber ist der bisherige Minderheitsgesellschafter. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt.

Die niederländische CompuGroup Medical Holding Cooperatief, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des eHealth-Unternehmens CompuGroup Medical mit Sitz in Koblenz, hat die niederländische Labelsoft eworben. Dadurch will CompuGroup Medical seine Position im niederländischen Softwaremarkt für Arztinformationssysteme in der medizinischen Grundversorgung stärken. 

Der niederländische Auftragsfertiger Neways Electronics hat die deutsche BuS Gruppe Hauptsitz im sächsischen Riesa übernommen. Beraten wurde Neways von MP Corporate Finance.

Tüv Süd hat den türkischen Spezialdienstleister für Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle Tekkon übernommen. Mit der Übernahme will Tüv Süd sein Angebot an Industriedienstleistungen in der Türkei erweitern, wo es vor allem durch Tüv Türk bekannt ist, einem Gemeinschaftsunternehmen von Tüv Süd, Dogus Holding und Bridgepoint, sowie die Prüfung und Zertifizierung von Druckgeräten im industriellen Bereich.

Der österreichische Kran- und Hebesystemhersteller Palfinger hat die Akquisition von 60 Prozent der russischen PM-Group Lifting Machines abgeschlossen. Weitere 20 Prozent werden von Steindl Forsttechnik erworben. Über den Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. PM-Group Lifting Machines ist ein Anbieter von Forst- und Recyclingkranen in Russland und erlöst mit seinen 1.400 Mitarbeitern rund 50 Millionen Euro Umsatz.

Die niederländische Beteiligungsfirma Waterland steht Medienberichten zufolge kurz vor einem Kauf der Berliner Krankenhausgruppe Median Kliniken. Der Investor soll rund eine Milliarde Euro für die Klinikgruppe geboten haben.

julia.becker[at]finance-magazin.de

Info

Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.

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