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M&A-Deals: Deutsche Bank, SLM Solutions, Aixtron

Die Deutsche Bank denkt offenbar darüber nach, die Postbank nicht zu verkaufen und stattdessen vollständig zu integrieren.
Deutsche Bank/ Mario Andreya

Deutsche Bank könnte doch an Postbank festhalten

Die Deutsche Bank ändert offenbar ihre Strategie, was den Postbank-Verkauf angeht, und erwägt eine Vollintegration der Postbank, wie die F.A.Z. von mit den Vorgängen vertrauten Personen erfuhr. Demnach könnte das Geldhaus sein eigenes Privatkundengeschäft mit dem der Postbank in einer gemeinsamen Holding bündeln.

Auf diese Weise könnte die Deutsche Bank besser auf die Einlagen der Postbank-Kunden zugreifen und sich so leichter refinanzieren. Zudem könnten sich mehr Synergien im Privatkundengeschäft ergeben. Allerdings wären wohl auch Arbeitsplatzverluste im Privatkundenbereich der Deutschen Bank zu erwarten.

GE übernimmt SLM Solutions doch nicht

General Electric hat den 3D-Druckerhersteller SLM Solutions nun doch nicht übernommen, da die Aktionäre lediglich 47,3 Prozent der Aktien angedient haben. Bereits vor einer Woche hatte der US-Investor Paul Singer, der inzwischen mehr als 20 Prozent an SLM Solutions hält, angekündigt, dass er das Kaufangebot nicht annehmen will. Er spekulierte offenbar darauf, dass GE das Angebot von 680 Millionen Euro nochmal aufstocken würde.

Stattdessen hat GE sich nun einen anderen 3D-Druckerhersteller geschnappt: Es ist der deutsche Konkurrent Concept Laser, für dessen 75-Prozent-Anteil der Käufer 549 Millionen Euro zahlt. Bei dem Erwerb wurde GE durch die Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller beraten, während Allen & Overy unter Leitung von Helge Schäfer und Sven Prüfer sowie PJT Partners, Lacore und Ernst & Young für die Gesellschafter von Concept Laser tätig waren. Parallel dazu stockte der Konzern auch sein Angebot für den schwedischen 3D-Druckspezialisten Arcam auf.

Aixtron-Übernahme steht auf der Kippe

Die geplante Übernahme des Chip-Anlagenbauers Aixtron durch den chinesischen Investor Fujian Grand Chip (FGC) steht offenbar auf der Kippe. Das Bundeswirtschaftsministerium hat die bereits ausgestellte Unbedenklichkeitsbescheinigung widerrufen, wie das Unternehmen bekanntgab. Die Überprüfung der deutschen Tochter Grand Chip Investment (GCI) werde wiederaufgenommen. Grund dafür sollen laut FINANCE-Informationen neue Erkenntnisse hinsichtlich sicherheitsrelevanter Technologien von Aixtron sein.

GCI will sich durch die Entwicklung jedoch nicht von seinen Übernahmeplänen abbringen lassen. Insgesamt ist der geplante M&A-Deal 670 Millionen Euro schwer. Die Aixtron- Aktionäre haben knapp 65 Prozent der Anteile angedient, womit die Mindestannahmeschwelle von 50,1 Prozent überschritten wurde.

Permira übernimmt Schustermann & Borenstein

Der PE-Investor Permira erwirbt den Modehändler Schustermann & Borenstein von Ardian. Die Gründerfamilien Schustermann und Borenstein bleiben jedoch weiterhin beteiligt. Details gaben die Parteien nicht bekannt. Nach Informationen von FINANCE soll sich die Beteiligung der Familien, die laut eines Medienberichts bei rund einem Drittel liegt, im Rahmen des Verkaufs reduzieren.

Permira soll das Unternehmen insgesamt mit 700 bis 750 Millionen Euro bewerten, wie FINANCE aus Finanzkreisen erfuhr. Die Investmentbank JP Morgan hat den M&A-Prozess organisiert. Als Berater hatte Permira Barclays sowie Freshfields Bruckhaus Deringer mandatiert. Das Management von Schustermann & Borenstein wurde durch P+P Pöllath + Partners unter Federführung von BenediktHohaus sowie durch Blättchen & Partner unter Leitung von Alexander Götz beraten.

M&A-Deal von Cytotools geplatzt

Das Biotechnologieunternehmen Cytotools hat den Verkaufsprozess für sein Star-Medikament Derma Pro gestoppt. Eigentlich sollte der Deal dem Unternehmen, das derzeit mit knapp 20 Millionen Euro an der Börse bewertet wird, einen dreistelligen Millionenbetrag einbringen. Cytotools hatte schon Morgan Stanley mit der Käufersuche beauftragt.

Grund für den abgebrochenen Verkauf ist das Ergebnis einer fehlerhaft durchgeführten Studie. Dabei wurde das Präparat in zu niedriger Konzentration an Patienten geliefert und zeigte so kaum Wirkung. Für den M&A-Prozess muss aber eine erfolgreiche Studie in Europa vorliegen, die nun wiederholt werden muss.

Brenntag kauft in Asien zu

Der Chemikalienhändler Brenntag erwirbt das Distributionsgeschäft EPChem Group mit Sitz in Singapur, die Spezialchemikalien vertreibt. Der Deal umfasst auch das Distributionsgeschäft des Unternehmens in Indonesien und China. Mit der Übernahme baut Brenntag sein Produktportfolio in der Region Asien-Pazifik aus. EPChem erzielte in den zwölf Monaten bis Mai 2016 einen Umsatz von knapp 54,6 Millionen US-Dollar (rund 50 Millionen Euro). Die Transaktion soll in den kommenden Monaten abgeschlossen werden.

Weitere M&A-Deals

Osrams Verkauf seiner Lampensparte Ledvance wackelt. Das Bundeswirtschaftsministerium hat den Antrag des chinesischen Bieterkonsortiums auf eine Unbedenklichkeitsbescheinigung abgelehnt. Die Prüfung kann Monate dauern. Osram hatte im Juli bekanntgegeben, dass Ledvance für 400 Millionen Euro nach China verkauft werden soll. Der Leuchtenhersteller hat seit über einem Jahr nach einem Käufer gesucht.

Der Leuchtenhersteller SLV hat einen neuen Eigentümer. Der Private-Equity-Investor Cinven verkauft den Hersteller von Wohnraumbeleuchtung sowie technischer Beleuchtung für den Innen- und Außenbereich an den Investor Ardian. Laut Reuters liegt der Kaufpreis inklusive Schulden bei 800 Millionen Euro. Bei dem Deal setzte sich Ardian Reuters zufolge gegen die Investoren 3i, Pamplona und Lone Star durch. Hengeler Mueller hat Cinven bei der Transaktion beraten (Federführung: Emanuel Strehle). Weitere Berater von Cinven waren Goldman Sachs International (M&A), McKinsey (Commercial), Deloitte (Finanzen), sowie KPMG und EY (Steuern und Strukturierung). P+P Pöllath + Partners hat das Management von SLV unter Federführung von Benedikt Hohaus beraten.

ThyssenKrupp
will sein brasilianisches Stahlwerk an den Stahlkonzern Ternium veräußern, wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider berichtete. Allerdings biete Ternium wahrscheinlich weniger als den derzeitigen Buchwert der Anlage von rund 2 Milliarden Euro. Die Verhandlungen könnten bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Ob es noch weitere Interessenten gibt, ist nicht bekannt.

ChemChina hält an der Übernahme des Düngemittelherstellers Syngenta fest und hat laut dpa bislang keine Zugeständnisse gegenüber den EU-Kartellbehörden gemacht. Die Frist für frühe Zugeständnisse sei bereits abgelaufen. Die Kommission entscheidet bis zum 28. Oktober, ob eine vertiefte Prüfung des M&A-Deals nötig ist oder ob ChemChina die Übernahme abschließen kann.

Der PE-Investor HeidelbergCapital hat gemeinsam mit dem Gründer von Snom Technology sämtliche Anteile an dem auf VoIP-Telefonie spezialisierten Unternehmen veräußert. Käufer ist die VTech Holdings mit Sitz in Hong Kong. Die Verkäuferseite wurde durch Clearwater International unter Federführung von Markus Otto beraten.

Novartis erwägt weiterhin einen Verkauf seiner Milliardenbeteiligung an seinem Konkurrenten Roche, wie Reuters berichtete. Allerdings sei der Verkauf nur eine Option, sofern der Erlös in Zukäufe reinvestiert werden könne. Novartis hält knapp ein Drittel der stimmberechtigten Roche-Aktien, deren Börsenwert derzeit bei rund 11,5 Milliarden Euro liegt.

Der Ticketingdienstleister CTS Eventim hat mit Alda, einem Produzenten von Electronic Dance Music (EDM)-Events, ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Das Joint Venture soll EDM auf dem deutschen Markt repräsentieren. Das Unternehmen gehört Eventims Medusa Group zu 51 Prozent und Alda Events zu 49 Prozent.

Die Deutsche Cannabis hat eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage mit einem Volumen von rund 1,2 Millionen Euro abgeschlossen und in diesem Rahmen 69 Prozent der Anteile an Canny Pets übernommen. Dafür hat die Deutsche Cannabis neue Aktien zu einem Preis von 1,10 Euro ausgegeben.

Lidl steigt in den Bieterkampf um die Supermärkte der Kette Kaiser’s Tengelmann ein. Einer Mitteilung zufolge erwägt die Discounterkette den Kauf einzelner Standorte. Als es um den Verkauf der ganzen Kette ging, hatte Lidl ursprünglich kein Interesse. Tengelmann hat inzwischen einen Zerschlagungsprozess eingeleitet und stellt nun einzelne Filialen zum Verkauf.

Das britische Bahnunternehmen National Express zieht laut dpa seine Übernahmepläne für die Nürnberger S-Bahn zurück. Der Bayerischen Eisenbahngesellschaft zufolge habe National Express sein Angebot zurückgezogen, die S-Bahn im Dezember 2018 zu übernehmen. Grund seien „gravierende Verzögerungen“ wegen des laufenden Rechtsstreits mit der Deutschen Bahn.

Das Unternehmen Müller Address, das Gunther Oschmann gehört, unterbreitet den Aktionären der MyHammer Holding ein freiwilliges öffentliches Erwerbsangebot, um bis zu 1,5 Millionen Aktien (rund 29,9 Prozent), zu erwerben. Der Angebotspreis liegt bei 6,45 Euro je Aktie. Die Mindesterwerbsschwelle liegt bei 25 Prozent.

Die Hochdorf-Gruppe, ein Hersteller von Babynahrung, hat 51 Prozent der Anteile an den Unternehmen Pharmalys Laboratories und Pharmalys Tunisia sowie dem gemeinsam zu gründenden Unternehmen Pharmalys Africa erworben. Der Deal soll Ende des Jahres abgeschlossen werden.

Arcus Capital übernimmt gemeinsam mit dem BE Beteiligungen Fonds den Auktionssender 1-2-3.tv. Verkäufer sind die Finanzinvestoren Wellington Partners, Target Partners und Cipio Partners. Die bisherigen Gesellschafter Iris Capital, Henning Schnepper und Iris Ostermaier sind an der neuen Betreibergesellschaft ebenfalls beteiligt. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei rund 108 Millionen Euro. Die Verkäufer Target Partners wurden bei dem Deal durch Reed Smith unter Federführung von Justus Binder beraten. Für Cipio Partners war Lucia Spieth beratend tätig. 1-2-3.tv hatte Pinsent Masons als Berater mandatiert. Arcus wurde durch GLNS, Lausen und Gütt Olk Feldhaus begleitet. Für BE Beteiligungen Fonds waren Classen Fuhrmanns & Partner tätig. Iris Capital wrude durch Andrea Geiger beraten und Henning Schnepper hatte P+P Pöllath + Partners mandatiert.

Der chinesische Staatsfonds CIC investiert in den deutschen Wohnungsmarkt, wie Reuters berichtete. Demnach ist CIC größter Investor eines von Morgan Stanley aufgelegten Fonds, der ein knapp 1,2 Milliarden Euro schweres Immobilienportfolio von BGP Holdings kauft. Auch Vonovia und Deutsche Wohnen hatten offenbar für den Bestand geboten.

Der US-Fonds Cerberus will Anteile an der österreichischen Bank Bawag veräußern, wie die Tageszeitung "Der Standard" berichtete. Cerberus verhandele demnach mit dem kanadischen Pensionsfonds Canada Pension Plan (CPP) sowie mit der chinesischen Legend Holdings. Cerberus hält 52 Prozent an Bawag. CPP sei offenbar an einer Beteiligung von 30 bis 40 Prozent interessiert.

Der Dachpfannenhersteller Braas Monier wehrt sich gegen eine feindliche Übernahme durch Standard Industries. In diesem Zuge erhöht Braas Monier seine Dividende von 40 auf 70 Cent je Aktie, um die Aktionäre davon abzuhalten, ihre Anteile dem US-Konkurrenten anzudienen. Künftig wolle das Unternehmen 30 bis 50 Prozent des bereinigten Cashflows ausschütten. Standard Industries hat sich mit seinem Angebot von 25 Euro je Aktie bereits fast 40 Prozent der Anteile gesichert.

Die Gründer der Schweizer Toradex-Gruppe haben die Mehrheit am Unternehmen an das Multi Family Office Verium veräußert. Die Gründer und das Management halten nach eigenen Angaben weiterhin eine signifikante Beteiligung. Für die Verkäuferseite war Lincoln International als M&A-Berater tätig.

Der österreichische Halbleiterhersteller Austriamicrosystems (AMS) übernimmt das Unternehmen Heptagon Advanced Micro-Optics mit Sitz in Singapur. Der Kaufpreis beläuft sich auf bis zu 855 Millionen US-Dollar (rund 785 Millionen Euro). Die Verkäufer, zu denen Finanzinvestoren sowie Management und Mitarbeiter von Heptagon gehören, wurden von Wolf Theiss beraten. Der Deal soll in den kommenden drei Monaten abgeschlossen werden.

Der kanadische Automobilzulieferer Magna International  kauft den Zulieferer Böddecker & Co. Der Deal umfasst zwei Werke in Deutschland und China mit rund 450 Mitarbeitern. Der Umsatz von Böddecker liegt bei rund 100 Millionen Euro. Baker & McKenzie hat Magna bei der Transaktion unter Federführung von Florian Kästle beraten.

Das Beteiligungsunternehmen ECM Equity Capital Management hat über seinen Fonds German Equity Partners IV eine Beteiligung am Dermatologikum Hamburg sowie dem Schwesterunternehmen Dermatology Diagnostics erworben. Der Fonds wurde bei der Transaktion durch Ernst & Young, Allen & Overy, King & Wood Mallesons, Goetzpartners und Willis beraten. Das Dermatologikum Hamburg wurde durch UniCredit und die Kanzlei Lothar Patz sowie Dr. Schwarz & Partner und Vorberg & Partner begleitet.

Evotec will das britische Auftragsforschungsunternehmen Cyprotex übernehmen. Der auf Wirkstoffforschung spezialisierte Konzern wird voraussichtlich rund 55,36 Millionen Britische Pfund (rund 62 Millionen Euro) in bar für die 26,1 Millionen Cyprotex-Aktien zahlen und übernimmt die Verbindlichkeiten des Unternehmens.

Die Gesellschafter des Unternehmens Kolumbus Personal Management haben sämtliche Anteile an den Personaldienstleister Quip veräußert. Dabei war cf:M Corporate Finance Mittelstand als Berater für die Verkäuferseite tätig.

Der Automobilzulieferer ElringKlinger hat sich mit 27 Prozent an dem Zulieferer Hofer beteiligt. In diesem Zuge erwirbt ElringKlinger auch 53 Prozent der Anteile an dem Tochterunternehmen Hofer Powertrain Products. Insgesamt zahlt ElringKlinger einen zweistelligen Millionenbetrag. Der M&A-Deal soll nicht vor dem 1. Januar abgeschlossen werden.

Der Bahntechnikkonzern Vossloh will seinen Geschäftsbereich Electrical Systems in den kommenden Monaten verkaufen. Das Unternehmen erachtet einen Verkauf als überwiegend wahrscheinlich und weist das Geschäftsfeld daher als „nicht fortgeführte Aktivitäten“ aus. Vossloh rechnet mit einem Nettomittelzufluss in niedriger bis mittlerer zweistelliger Millionenhöhe.

Der Telekomausrüster Adva Optical hat den US-Netzwerkspezialisten Overture übernommen. Unter anderem durch den M&A-Deal hat Adva Optical seinen Umsatz nach eigenen Angaben um 30 Prozent auf rund 160 Millionen Euro gesteigert.

Die Mediengruppe Funke kauft die Mehrheit an dem Portal Heftig.co und dem Betreiber Media Partisans. Die Gründer Michael Glöß und Peter Schilling behalten jedoch einen wesentlichen Anteil, so Funke.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.

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