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M&A-Deals: Deutsche Börse, Merck, Volkswagen

Die Fusion von LSE und Deutsche Börse rückt näher.
Deutsche Börse

LSE nimmt wichtige Hürde zur Fusion mit Deutscher Börse

Die Londoner Börse (LSE) hat eine wichtige Voraussetzung für die Fusion mit der Deutschen Börse erfüllt und ihre französische Tochtergesellschaft Clearnet für 510 Millionen Euro an die Mehrländerbörse Euronext verkauft. Mit dem Verkauf will die LSE zum einen Bedenken der EU-Wettbewerbshüter gegen den rund 25 Milliarden Euro schweren Zusammenschluss mit der Deutschen Börse ausräumen. Außerdem soll mit dem Verkauf auch Frankreich milde gestimmt werden. Das Land fürchtet, dass die Euronext an den Rand gedrückt werden könnte, wenn ein übermächtiger Konzern den Großteil der Finanzmarkt-Infrastruktur in Europa kontrolliert.

Merck übernimmt US-Unternehmen BioControl Systems

Der Pharmariese Merck übernimmt den Lebensmitteltester BioControl Systems aus den USA. Damit baut Merck sein Engagement auf dem amerikanischen Markt aus, insbesondere in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie erhoffen sich die Darmstädter damit Wachstumschancen. Zum Kaufpreis wurden keine Informationen veröffentlicht. BioControl Systems, das seinen Sitz im US-Bundesstaat Washington hat, kam 2015 auf einen Umsatz von 34 Millionen US-Dollar.

Volkswagen übernimmt Parkbezahldienst

Über seine Tochter Financial Services übernimmt Volkswagen den Park-Bezahldienst PayByPhone. VW-Angaben zufolge übernimmt der Autokonzern damit den weltweit führenden Anbieter von bargeldlosem Bezahlen beim Parken. PayByPhone hat demnach 2016 rund 60 Millionen Transaktionen abgewickelt, das Gesamtvolumen lag bei etwa 240 Millionen Euro. Der Kaufpreis für die Übernahme ist nicht bekannt. Mit dem Deal baut Volkswagen sein Engagement bei digitalen Services aus. In diese Strategie passt auch die Ankündigung des Autobauers, dass in den kommenden drei Jahren mehr als 1.000 IT-Experten eingestellt werden sollen.

KKR will die Vorherrschaft bei GfK

Der Münchener Finanzinvestor KKR strebt offenbar die Vorherrschaft beim kriselnden Marktforschungsunternehmen GfK an. Obwohl KKR lediglich 18,54 Prozent der Aktien aufkaufen will, räumt ihm der GfK-Verein, der bisherige und künftige Mehrheitsaktionär, ungewöhnlich weitreichende Mitspracherechte ein. Beide sollen laut einem von der GfK veröffentlichtem Dokument „unabhängig von der Beteiligungshöhe in der GfK SE gleiches Stimmrecht“ haben. In den Aufsichtsrat sollen beide jeweils drei Vertreter entsenden. Außerdem soll KKR unter bestimmten Voraussetzungen ein Alleinentscheidungsrecht haben. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen den Aktionären weiterhin eine Annahme des Angebots von KKR. KKR bietet 43,50 Euro je Aktie. Die Annahmefrist läuft noch bis zum 10. Februar.

Boehringer Ingelheim und Sanofi schließen Bereichstausch ab

Die Pharmakonzerne Boehringer Ingelheim und Sanofi stehen vor dem Abschluss ihrer geplanten Tauschgeschäfte. Lediglich behördliche Genehmigungen aus Mexiko und Indien müssten noch abgewartet werden. Die EU-Kommission hingegen hat dem Deal bereits vor 4 Monaten zugestimmt. Bei der Transaktion soll die französische Sanofi den Bereich mit verschreibungsfreien Mitteln von Boehringer Ingelheim übernehmen. Die Ingelheimer übernehmen im Gegenzug den Bereich der Tiermedikamente von Sanofi.

Telekom steigt bei Tolino aus

Die Deutsche Telekom steigt überraschend beim E-Book-Reader-Hersteller Tolino aus. Die Bonner veräußern ihre Anteile an den japanischen Rakuten-Konzern. Zu diesem gehört auch der E-Book-Reader-Hersteller Rakuten Kobo aus Kanada. Zum Kaufpreis ist nichts bekannt. Die Transaktion soll nach Zustimmung der Kartellbehörden ab Februar forciert werden. Für Tolino-Kunden soll sich durch den Ausstieg der Telekom nach eigenen Angaben nichts ändern.

Intel beteiligt sich an Here

Chiphersteller Intel beteiligt sich am Kartendienst Here. Die Autobauer BMW, Audi und Daimler hatten Here 2015 für mehr als 2,5 Milliarden Euro von Nokia übernommen. Nun beteiligt sich Intel mit 15 Prozent an dem Kartendienst. Als Wettbewerber von Google oder TomTom bietet Here mit seinen digitalen Karten eine Basis für Fahrdienst-Apps und selbstfahrende Autos. Über den Preis für den Einstieg machte Intel keine Angaben.

M&A-Personalien

Carsten Loll, derzeit International Group Head Real Estate bei DLA Piper, wird die Real Estate-Praxis von Linklaters als Partner in den Büros Frankfurt und München verstärken. Loll berät Immobilienunternehmen beim Verkauf von Immobilienportfolios.

Die Wirtschaftskanzlei CMS benennt zu Beginn des Jahres neue Partnerinnen und Partner. Tobias Grau (Corporate/M&A, Stuttgart) berät schwerpunktmäßig Unternehmen aus den Sektoren Life Sciences und Financial Institutions bei Transaktionen und Umstrukturierungen. Christoph Lächler (Corporate/M&A, Stuttgart) verstärkt den Bereich M&A und Private-Equity, insbesondere im Segment Family Equity/Family Offices. Jochen Lux (Corporate/M&A, Leipzig) berät bei nationalen und grenzüberschreitenden M&A-Transaktionen mit einem besonderen Schwerpunkt in den Bereichen IT, E-Commerce, Real Estate und Health Care. Michael Wangemann (Corporate/M&A, München) berät bei nationalen und internationalen M&A-Transaktionen, seine besondere Expertise liegt in den Bereichen Technology, Media & Communications sowie Financial Services. Falk Lichtenstein (Corporate/M&A, Beijing) berät Mandanten im chinesischen Gesellschaftsrecht, chinesischen und internationalen Handelsrecht sowie zu Dispute Resolution.

Weitere M&A-Deals

Der chinesische Hausgeräte-Hersteller Midea hat alle staatlichen Genehmigungen für die Übernahme des deutschen Roboterherstellers Kuka erhalten. Nach der Abwicklung wird Midea 94,55 Prozent der Kuka-Anteile halten. Die 4,5 Milliarden Euro schwere Übernahme wurde im Mai angekündigt.

Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Aurelius hat die Übernahme der europäischen Geschäftsaktivitäten des US-Konzerns Office Depot abgeschlossen. Bezogen auf den Umsatz von rund 2 Milliarden Euro ist das die größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte von Aurelius. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Automobilzulieferer Kiekert, tätig im Bereich der automobilen Schließsysteme, hat mit dem koreanischen Automobilzulieferer KwangJin Sanggong Company ein Joint Venture gegründet. KwangJin entwickelt und produziert Türmodule und Fensterheber. Das Gemeinschaftsunternehmen in Hwaseong-si in der südkoreanischen Provinz Gyeonggi-do firmiert unter dem Namen KKL (KwangJin Kiekert Latch). Beide Partner sind zu je 50 Prozent an dem gemeinsamen Unternehmen beteiligt.

Die Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen übernimmt die Hamburger Senioren Domizile. Die Übernahme umfasst sowohl die Immobilien als auch den Betrieb der drei HSG-Einrichtungen. Beraten wurde die Deutsche Wohnen von Terranus.

Der PE-Investor Mutares hat die Übernahme des internationalen Anlagenbauunternehmens Balcke-Dürr von der SPX Corporation abgeschlossen. Das Unternehmen fertigt Komponenten für die Energieeffizienz und die Reduktion von Emissionen für die chemische und energieerzeugende Industrie. Mit 650 Mitarbeitern hat es zuletzt einen Umsatz von 142 Millionen Euro erzielt.

Der Emittentenserviceprovider Computershare übernimmt Six Sag, eine Tochtergesellschaft von Six Securities Services. Six Sag, die sich um das Geschäft der Aktienregisterführung sowie die Organisation von Generalversammlungen kümmert, gehört seit dem 1. Januar zu Computershare und wird künftig unter dem Namen Computershare Schweiz mit Sitz im schweizerischen Olten agieren. Zu den Details des Deals machten die Unternehmen keine Angaben.

Die Beteiligungsgesellschaft Came, die Teil der tschechischen Sazka Group ist, übernimmt 29,63 Prozent der Beteiligungsgesellschaft Medial vom Versicherer Uniqa. Medial wiederum ist mit 38,29 Prozent an Casinos Austria beteiligt. Damit wird Came künftig etwa 11 Prozent an dem österreichischen Glücksspielbetreiber halten. Zum Kaufpreis machten die Beteiligten keine Angaben.

Der Schreibwarenhersteller Pelikan übernimmt Pelikan Taiwan zu 100 Prozent von Pelikan International. Der Kaufpreis sei ein geringer, zweistelliger Millionenbetrag in Euro. Die Übernahme sämtlicher Geschäftsanteile soll die Unternehmensstruktur bei Pelikan vereinfachen.

Nestlé verkauft seine Abfüllanlage des Mineralwassers "Quézac" im südfranzösischen Lozère. Das "Quézac"-Wasser des Nahrungsmittelkonzerns liefert eigenen Angaben zufolge einen Jahresumsatz von rund 20 Millionen Euro. Abnehmer der Abfüllanlage ist die OGEU-Gruppe, an die Nestlé bereits Anlagen in der Bretagne sowie der Île-de-France veräußert hat.

Der Luzerner Milchverarbeiter Emmi übernimmt das amerikanische Familienunternehmen Jackson-Mitchell, das unter dem Markennamen Meyenberg auftritt. Meyenberg ist auf Ziegenmilch spezialisiert und hat zwei Produktionsbetriebe in Turlock (Kalifornien) und Yellville (Arkansas), der Jahresumsatz liegt bei knapp 30 Millionen US-Dollar. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Die französische Agrargruppe Avril übernimmt den Tierhygiene-Spezialisten Ewabo Chemikalien aus Wietmarschen. Die Avril-Gruppe wurde bei dem Deal von Accuracy beraten. Durch die Übernahme entsteht ein gemeinsames Unternehmen aus Ewabo und der Avril-Tochter Theseo, das etwa 25 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Zum Kaufpreis ist nichts bekannt.

Die österreichische Bank Bawag ist offensichtlich ins Rennen um die Übernahme der Oldenburgischen Landesbank (OLB) eingestiegen, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht. Auch die Commerzbank und der Finanzinvestor Apollo seien an einer Übernahme der OLB interessiert.

Der Spezialmittelkonzern Evonik hat die Übernahme des Spezialadditiv-Geschäft des US-Wettbewerbers Air Products abgeschlossen. Der Kaufpreis liegt bei etwa 3,5 Milliarden Euro. Die Finanzierung erfolgt aus liquiden Mitteln in Höhe von 1,6 Milliarden Euro und Anleihen mit einem Nennwert von 1,9 Milliarden Euro.

Die M&A-Deals in der Chemiebranche erreichten 2016 rekordverdächtige Höhen. Wie aus einer aktuellen PwC-Analyse hervorgeht, gab es 2016 weltweit 197 Transaktionen ab 50 Millionen US-Dollar, die zu einem Gesamtvolumen von 219,6 Milliarden US-Dollar führten. Ausschlaggebend waren mehrere große Deals, allen voran die Ankündigung der Mega-Fusionen zwischen den Chemieriesen Bayer und Monsanto, ChemChina und Syngenta sowie Linde und Praxair. Mit über 100 Milliarden US-Dollar hatten Transaktionen mit Beteiligung deutscher Unternehmen einen Anteil von 47,5 Prozent am globalen Gesamtvolumen.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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