Inside Corporate Banking

Abonnements

Startseite Deals M&A-Deals: Dialog Semiconductor, Aurelius, Rheinmetall

M&A-Deals: Dialog Semiconductor, Aurelius, Rheinmetall

Die Hoffnung auf einen milliardenschweren M&A-Deal in der Chip-Branche ist geplatzt. Dialog Semiconductor und AMS haben ihre Gespräche beendet.
Thinkstock/Getty Images

Dialog Semiconductor und AMS beenden Fusionsgespräche

Die Halbleiterhersteller Dialog Semiconductor und AMS haben ihre Ende Juni angekündigten Gespräche über eine mögliche Fusion in dieser Woche wieder beendet. Man habe sich nicht auf passende Konditionen für einen „Merger of Equals“ der beiden Konzerne einigen können, teilten die Firmen mit. Details dazu, woran die Verhandlungen im Einzelnen scheiterten, nannten die Verhandlungspartner nicht. AMS hätte bis zum Donnerstag dieser Woche ein Angebot abgeben müssen, um die Transaktion weiter verfolgen zu können. Die beiden Apple-Zulieferer hätten in der Kombination einen Marktwert von rund 4,5 Milliarden US-Dollar erzielt.

Sky Deutschland wird Teil von BSkyB

Der Fernsehsender Sky Deutschland gehört künftig zum britischen Konzern BSkyB. Rupert Murdoch bündelt unter dieser Marke die bislang von 21st Century Fox gehaltenen Pay-TV-Sender in Deutschland und Italien. BSkyB, das eine Übernahme bereits im Mai geprüft hatte, bezahlt für beide Sender 4,9 Milliarden britische Pfund (etwa 6,2 Milliarden Euro) in bar.

Dabei wird Sky Italia komplett übernommen, bei Sky Deutschland übernehmen die Briten den 57-prozentigen Anteil des US-Konzerns 21st Century Fox, der ebenfalls von Murdoch kontrolliert wird. Den übrigen Aktionären bieten die Briten einen Kaufpreis 6,75 Euro je Aktie. 21st Century Fox erhält im Rahmen des M&A-Deals von BSkyB auch einen 21-prozentigen Anteil am Sender National Geopraphic International, der mit rund 382 Millionen Pfund bewertet wird.

Aurelius will Scholl Footwear von Reckitt Benckiser übernehmen

Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Aurelius will die Schuhsparte Scholl Footwear vom britischen Konzern Reckitt Benckiser übernehmen. Aurelius möchte nach der Übernahme neue Produkte einführen und die Expansion in weitere Märkte vorantreiben. Der M&A-Deal muss noch von den Behörden genehmigt werden und ist abhängig vom Konsultationsprozess mit den beteiligten Gewerkschaften. Der Vorgang soll im dritten Quartal 2014 abgeschlossen sein, über den Kaufpreis haben die Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

School Footwear erwirtschaftet den Kaufinteressenten zufolge Umsätze von rund 90 Millionen Euro im Jahr. Aurelius-CEO Dirk Markus sagte, man sehe für Scholl Footwear starkes Wachstumspotential. Der M&A-Deal ist für das Beteiligungshaus nach eigenen Angaben die vierte Akquisition im laufenden Jahr. Zurzeit gehören 20 Tochtergesellschaften zu Aurelius. 

Rheinmetall-Tochter KSPG gründet Joint Venture mit Hasco

Der zum Rheinmetall Konzern gehörende Automobilzulieferer KSPG stärkt seine Aktivitäten im Aluminiumguss durch ein Joint Venture mit Huayu Automotive Systems (Hasco), einem mehrheitlich zur chinesischen SAIC-Gruppe gehörenden Unternehmen. Rheinmetall hatte zuletzt 2013 mit Ferrostaal ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet und seit dem vergangenen Jahr auch bereits nach einem strategischen Partner für die Neckarsulmer KS Aluminium-Technologie gesucht. Der Produktbereich erwirtschaftete 2013 einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro.

Am Joint Venture zwischen KSPG und Huayu, das alle Mitarbeiter der KS Aluminium-Technologie weiter beschäftigen soll, werden die Partner jeweils 50 Prozent halten, der Firmensitz bleibt in Neckarsulm. KSPG bringt in das Gemeinschaftsunternehmen außerdem die Werkzeugbau Walldürn sowie seine 50-prozentige Beteiligung an dem Joint Venture KS Atag Trimet Guss ein. Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen.Taylor Wessing hat Hasco mit einem Team um Gustaf-Rudolf Schlieper und Qun Huang beraten. Baker & McKenzie hat die KSPG begleitet.

KSPG und Hasco arbeiten bereits seit 1997 in einem Joint Venture für Kolben zusammen. 2001 entstand als weiteres Gemeinschaftsunternehmen die KPSNC, zuletzt kam Pierburg Huayu Pump Technology hinzu. Diese chinesischen 50/50-Joint Ventures erzielten dem Konzern zufolge 2013 einen Gesamtumsatz von rund 500 Millionen Euro.

Avicem übernimmt Zulieferer Koki

Die Avic Electromechanical Systems (Avicem), eine vollständige Tochter der staatlichen chinesischen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic), übernimmt das Unternehmen Koki Technik Transmission Systems, einen Hersteller von Schaltsystemen für die Automobilindustrie. Für die chinesische Gruppe ist es nach eigenen Angaben bereits der dritte Zukauf in Deutschland in diesem Jahr. Erst vor wenigen Wochen hatte Avicem den Automobilzulieferer Hilite von PE-Investor 3i übernommen, im Juni kaufte Avicem die Anteile des Sitzkomponentenherstellers Kokinetics von Endurance Capital und der Executive Managing Group.

Koki gehörte seit 2005 zu den PE-Investoren Capiton und L-EA Private Equity. Avicem will durch die Übernahme das Systemangebot für die Automobilindustrie ausbauen. Standorte, Marke und Management sollen nach Abschluss des M&A-Deals erhalten bleiben. Innerhalb der Avicem-Gruppe bleibt Koki ein eigenständiges Unternehmen. Network Corporate Finance hat Koki und die bisherigen Gesellschafter im Rahmen der Transaktion beraten.

PE-Investor Carlyle verkauft Ada Cosmetics an Ardian

Der baden-württembergische Kosmetikhersteller Ada Cosmetics wechselt den Besitzer. PE-Investor Ardian übernimmt das Unternehmen vom Private-Equity-Haus The Carlyle Group, das Ada Cosmetics seinerseits 2011 von Halder übernommen hatte.

2012 erzielte die Gruppe einen Jahresumsatz von 50 Millionen Euro, für 2014 rechnet das Unternehmen mit 53 Millionen Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) soll einen zweistelligen Millionenbetrag erreichen. Clifford Chance hat The Carlyle Group unter Federführung von Partner Burc Hesse beim Verkauf beraten. Altium war Finanzberater der Carlyle Group. Das Transaktionsvolumen wurde nicht genannt. Nach einem Berich der Frankfurter Allgemeinen Zeitung soll es sich jedoch auf über 100 Millionen Euro belaufen.

Insolvenzverwalter steht bei Prokon vor Verkäufen

Prokon-Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin hat in dieser Woche auf der Gläubigerversammlung das Vertrauen der Gläubiger ausgesprochen bekommen. Im Rahmen des Sanierungsplans wird es voraussichtlich zu mehreren M&A-Transaktionen kommen. Es gilt als ausgemacht, dass Penzlin unrentable Teile des Unternehmens zum Verkauf stellen wird.

ZF für TRW-Übernahme angeblich gut finanziert

Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen kann eine mögliche Übernahme des US-Wettbewerbers TRW Automotive angeblich gut finanzieren. Demnach sollen Finanzierungen für ein Barangebot bereit stehen, nach dem das US-Unternehmen mit bis zu 13 Milliarden US-Dollar bewertet werden kann, berichtete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf namentlich nicht genannte Insider. ZF Friedrichshafen wolle die TRW mit 11 bis 12 Milliarden Dollar bewerten. ZF soll Gerüchten zufolge mit der Citigroup arbeiten, weitere Finanzierer seien Morgan Stanley sowie mehrere europäische Banken.

TRW soll von Goldman Sachs beraten werden. Die Banken äußerten sich bislang nicht öffentlich zu der Transaktion. ZF hat Gespräche mit TRW über einen möglichen Kauf bestätigt. Ohne weitere Vereinbarungen und Ergebnisse werde sich ZF dazu aber nicht weiter äußern, teilte das Unternehmen bislang lediglich mit.

PE-Investor OEP auf Schrumpfkurs

Der PE-Investor One Equity Partners (OEP) muss sich neu aufstellen. Einem Bericht der F.A.Z. zufolge soll auch das Personal verringert werden, weltweit sollen demnach 25 von bislang 45 Beteiligungsmanagern an Bord bleiben. Der PE-Investor wolle sich künftig auf die USA und Westeuropa fokussieren. Auch das Frankfurter Büro soll verkleinert werden.

OEPs Mutterkonzern JP Morgan hat bestätigt, dass der Verkauf des knapp 30 Unternehmen umfassenden Portfolios bald abgewickelt werden könnte. Für das Bankhaus wäre dies der Rückzug aus dem direkten Private-Equity-Geschäft. Am Markt wird der Sekundärinvestor Lexington als Käufer gehandelt.

KPMG bei Mox-Verkauf mandatiert

Das Management von Mox Telecom sucht mit Unterstützung der Berater von KPMG nach einem Investor. Es solle in einem „strukturierten Prozess mit einem geordneten Bieterverfahren“ ein neuer Geldgeber gefunden werden, über den das Unternehmen sein Eigenkapital stärken wolle, hieß es. Die Suche laufe international, weitere Details wurden vorerst nicht bekannt.

M&A-News: Personalien

Ulrich Knopp ist neuer Senior Advisor der Schweizer M&A-Beratung Millenium Associates. Knopp verfügt über viele Jahre Erfahrung in der Finanz- und M&A-Branche. Er arbeitete zuvor bereits bei der UBS und der Credit Suisse und war zuletzt beim Beratungsunternehmen Albatross Invest.

Die österreichische Kanzlei Wolf Theiss hat den M&A-Anwalt Michael Lind als Partner an Bord geholt. Lind wechselt von Binder Grösswang und war zuvor unter anderem bei Slaughter and May sowie Alston & Bird tätig. Lind ist spezialisiert auf grenzüberschreitende M&A-Deals.

Weitere M&A-Deals

Die Stadt Friedrichshafen und der Landkreis Bodensee übernehmen zu gleichen Teilen den Anteil 25,15-prozentigen Anteil, den bislang der Flughafen Wien am Flughafen Friedrichshafen gehalten hat. Der Kaufpreis beträgt  2,257 Millionen Euro. Der Flughafen Wien zieht sich damit vollständig aus der Beteiligung zurück, die 2011 wertberichtigt werden musste. Der Flughafen Wien hatte im zweiten Quartal 2007 inklusive Nebenkosten rund 7,7 Millionen Euro für die Anteile gezahlt.

Die BayernLB verkauft ihre ungarische Tochter MKB für einen Kaufpreis von 55 Millionen Euro an den ungarischen Staat. Die BayernLB verzichtet im Gegenzug auf Forderungen gegenüber der MKB in Höhe von 270 Millionen Euro. Das Closing der Transaktion ist bis September vorgesehen.Die MKB war die letzte große Beteiligung, von der sich die BayernLB aufgrund einer Verpflichtung gegenüber der EU-Kommission bis Ende 2015 trennen musste. Die Bank war seit 1994 Mehrheitsaktionär der ungarischen MKB.

Leica Camera hat knapp 75 Prozent der Anteile des Unternehmens Peter Coeln in Wien erworben. Verbunden mit dem Kauf ist der Erwerb zweier Leica Stores und des Auktionshauses WestLicht in Wien. Über finanzielle Einzelheiten wurde Stillschweigen vereinbart.

Der PE-Investor Highland Capital Partners ist beim Hersteller von vollelektronischen Kraftgeräten eGym eingestiegen. Mit dem Kapital will das Unternehmen international wachsen. Highland Capital Partners sowie die bereits engagierten Investoren Bayern Kapital und High-Tech Gründerfonds investieren zusammen 15 Millionen US-Dollar.

Senator Entertainment
und das Distributionsunternehmen Wild Bunch wollen sich zu einem europäischen Filmverleiher zusammenzuschließen. Das neue Unternehmen würde einen Umsatz von mehr als 185 Millionen Euro auf Basis der Zahlen für 2013 erwirtschaften. Der Zusammenschluss soll über eine Sachkapitalerhöhung durch Einbringung aller Wild Bunch-Aktien in die Senator Entertainment erfolgen. Voraussetzung dafür ist die finanzielle Restrukturierung der Senator Entertainment in Form einer Barkapitalerhöhung mit einem Bruttoemissionserlös von 16,3 Millionen Euro und einem Debt-Equity-Swap von bis zu 10 Millionen Euro sowie die daraus resultierende Stärkung des Eigenkapitals in derselben Höhe. Die Aktionäre der Senator Entertainment müssen den Maßnahmen noch zustimmen. Senator Entertainment wurde von Anoa Capital beraten und Wild Bunch von Bryan Garnier.

Der Anbieter von Videokommunikationslösungen Imago Group hat die Assets der insolventen Vitec Distribution mit Sitz in Mainz übernommen. Ein Team von Taylor Wessing unter Federführung von Christian Kleeberg und Henrik Boss hat Imago beim Erwerb rechtlich beraten.

Der Hersteller von Spritzgussteilen Technical Plastic Systems (TPS), eine Tochter der DT Holding, arbeitet nun in einer strategischen Partnerschaft mit dem Wettbewerber Pretema, einer Tochtergesellschaft der Possehl Electronics Deutschland. Im Rahmen der Transaktion hat Possehl sämtliche Geschäftsanteile an der TPS übernommen. TPS und Pretema beliefern vorwiegend die Automobilindustrie und erzielen zusammen einen Jahresumsatz von rund 200 Millionen Euro. Die Possehl-Gruppe hält als diversifizierter Konzern rund 140 Tochtergesellschaften in über 30 Ländern, 2013 machte die die Gruppe einen Umsatz von rund 2,8 Milliarden Euro. Jones Day hat TPS beim Anteilsverkauf unter Federführung von Philipp Grzimek beraten.

Die Banken Julius Bär und Leumi sind eine strategische Kooperation eingegangen. Leumi gibt das aus der Schweiz und Luxemburg heraus betriebenen Private-Banking-Geschäfte auf, die Kunden gehen an Julius Bär über. In der Schweiz, wo rund 5,9 Milliarden Schweizer Franken an Vermögen verwaltet werden, erfolgt dies über eine Geschäftsübertragung. In Luxemburg (1,3 Milliarden Franken verwaltete Vermögen) plant Julius Bär den Kauf der lokalen Leumi-Tochter, der bis zum ersten Quartal 2015 abgeschlossen sein soll. Der Gesamtwert des zu zahlenden Goodwills für die Transaktion beträgt 10 Millionen Franken in bar.

Die Beteiligungsgesellschaft Finatem übernimmt gemeinsam mit dem Management den Automobilzulieferer Oberndörfer mit Sitz in Schwäbisch Hall, der Frästeile herstellt. 2013 erzielte die Gesellschaft einen Umsatz von 44,4 Millionen Euro.Details wurden nicht bekannt. Die Kanzlei Otto Mittag Fontane hat die Transaktion beraten.

Die niederländische Hittech Group, ein Systemlieferant im Bereich Medizintechnik, übernimmt das deutsche Branchenunternehmen Prontor von der Münchner VTC-Gruppe. Prontor gehörte bis 2006 zu Carl Zeiss und seitdem zu VTC. Durch den Zusammenschluss entsteht ein Zulieferer mit einem Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro. Die VTC-Gruppe wurde während des M&A-Deals von Pöllath + Partners (Frank Thiäner, Christoph Thiermann) beraten.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

Info

Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.

+ posts

Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

Themen
Newsletter

FINANCE Daily

Mit dem FINANCE Daily erhalten Sie täglich eine redaktionelle Zusammenfassung der wichtigsten Geschehnisse in der Finanzwelt direkt in Ihr Postfach.

Jetzt anmelden