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M&A-Deals: Douglas, DBAG, Dertour

Die Douglas-Gründerfamilie Kreke und der Finanzinvestor Advent International haben ein Übernahmeangebot angekündigt.
Douglas

Kreke und Advent greifen nach Douglas

Die Douglas-Gründerfamilie Kreke und der Finanzinvestor Advent International haben in dieser Woche über das Vehikel Beauty Holding Three ein freiwilliges Übernahmeangebot an die Douglas-Aktionäre angekündigt. Für 38 Euro pro Aktie in bar wollen die Investoren die Mehrheit an dem Konzern übernehmen, die Annahmeschwelle liegt bei 75 Prozent.

Übernahmegerüchte um Douglas kursieren seit Monaten, bereits im Januar wurden Gespräche mit Finanzinvestoren bestätigt. Die Zustimmung von 50,5 Prozent des Grundkapitals ist bereits gesichert. Die Familie Kreke sowie die Großaktionäre Oetker und Müller haben zugesichert, das Angebot zum angekündigten Preis anzunehmen. Bei Vollzug des Übernahmeangebots wird sich die Familie Kreke indirekt mit 20 Prozent an der Bietergesellschaft Beauty Holding Three rückbeteiligen. Die übrigen Anteile hält Advent International.

Die kriselnde Buchsparte Thalia wollen  die Bieter nach eigenen Angaben „mit Nachdruck“ restrukturieren und strategisch neu ausrichten. Wie genau dies aussehen soll, ist noch unklar. Verkaufspläne für Thalia hatte Douglas zuletzt bestritten. Die Kanzlei Allen & Overy unter Federführung von Partner Dr. Neil George Weiand hat Douglas bei dem M&A-Deal in Finanzierungsfragen beraten.

DBAG verkauft Coperion

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat ihre Beteiligung an Coperion Capital, einem Hersteller von Maschinen zur Kunststoffverarbeitung, an das US-Unternehmen Hillenbrand (Umsatz 2011: 883,4 Mio. US-Dollar)verkauft. Die DBAG war im Juli 2007 im Zuge eines Management-Buy-outs bei Coperion eingestiegen. Die Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen. Die DBAG erzielt nach eigenen Angaben mit dem Kaufpreis in etwa eine Vierfachung des eingesetzten Kapitals.

Coperion hat im Januar und April dieses Jahres selbst zwei kleinere M&A-Deals getätigt, um das Produktsortiment zu ergänzen. In den vergangenen zwölf Monaten (Stichtag 30. September 2012) setzte Coperion 518 Mio. Euro um, verglichen mit 480 Millionen Euro 2007. Das Unternehmen ist Ende 2000 durch den Zusammenschluss der Gesellschaften Werner & Pfleiderer und Waeschle entstanden. Ein Team der Kanzlei Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom unter Federführung  von Dr. Matthias Jaletzke, Charles W. Mulaney Jr. und Dr. Holger Hofmeister hat Hillenbrand beim Kauf beraten.

M&A-News: Personalien

Eckard Cordes, ehemaliger Chef von Metro und Ex-Vorstand von Daimler, ist neuer Partner beim Finanzinvestor Cevian. Cordes soll das Unternehmen bei M&A-Deals in Deutschland und Nordeuropa beraten. Cordes hatte sich nach seinem Ausstieg bei Metro Ende 2011 mit dem Mittelstandsinvestor Emeram Capital selbstständig gemacht, den er neben seiner Tätigkeit für Cevian weiter betreiben will.

Olivier Barret, Pierre-Arnaud de Lacharriere und Francois Vigne gründen gemeinsam die M&A-Boutique Sycomore Corporate Finance in Paris. Das Unternehmen beschäftigt ein Team von etwa zehn Investmentbankern und kann auf ein internationales Netzwerk zugreifen. Barret war von 2009 an Co-Head der Credit Suisse Investmentbank in Frankreich, Belgien und Luxemburg. Zuvor war er 15 Jahre bei Morgan Stanley beschäftigt. Lacharriere war 2001 an der Übernahme von Hawkpoint Partners beteiligt und baute das Pariser Büro mit auf. Zuvor arbeitete er bei Clinvest. Vigne startete seine Karriere bei CCF Charterhouse, wechselte dann in die M&A-Abteilung der Crédit Agricole und war zuletzt Managing Director in der Abteilung für Unternehmensfinanzierung der Société Générale.

Die Anwaltskanzlei Luther hat Susanna K. Fuchsbrunner (46) als Partnerin in das Frankfurter M&A-Team geholt. Fuchsbrunner arbeitete bereits bei Thacher Proffitt & Wood in New York, wechselte 2005 zu SJ Berwin nach Frankfurt und war seit 2008 bei der Kanzlei King & Spalding sowie seit 2009 für die Kanzlei Sibeth jeweils im Frankfurter Office als Partnerin tätig.

Der M&A-Experte Dr. Matthias Stupp steigt zum 1. Januar 2013 in den Partnerkreis der Kanzlei White & Case auf. Stupp, der im Hamburger Büro der Kanzlei arbeitet, berät zu den Bereichen Gesellschaftsrecht, Fusionen und Übernahmen sowie Bankrecht. Mit ihm werden in Deutschland der Immobilienrechtler Dr. Stefan Feuerriegel und der Experte für Prozessführung Markus Langen zu Partnern ernannt.

Die US-Kanzlei Orrick verstärkt ihr Corporate-Team in Düsseldorf mit Dr. Sven Greulich. Der 34-Jährige war seit 2006 für Hengeler Mueller im Düsseldorfer und Frankfurter Büro tätig, zuletzt als Senior Associate. Unter anderem war Greulich Lead Associate im Hengeler Team, das 2010 RWE beim Verkauf des Gasfernleitungsnetzgeschäfts an Macquarie beraten hat. 2009 hat er RWE beim Kauf des Energieversorgers Essent beraten. Zuletzt beriet Greulich federführend den Insolvenzverwalter Eberhard Stock beim Verkauf des insolventen Spezialchemieherstellers Crenox an die Sachtleben-Gruppe. Bei Orrick wird Greulich das M&A-Team um Corporate-Partner Dr. Oliver Duys unterstützen.

Weitere M&A-News und M&A-Deals der Woche

Das Touristikunternehmen Dertour, Teil der Rewe Group, ist mit einer 43-prozentigen Beteiligung bei Holiday Insider eingestiegen. Mit dem Portal hat das Unternehmen ehrgeizige Ziele, es soll zum Marktführer für Deutschlandurlaub ausgebaut werden. Zum Kaufpreis gab es keine Angaben. Die Touristik der Rewe Group (Umsatz 2011: 4,5 Mrd. Euro) ist nach eigenen Angaben Deutschlands zweitgrößter Reisekonzern. Corporate Finance Partners hat HolidayInsider bei der Transaktion beraten.

Der Xstrata-Großaktionär Katar hat sich zum überarbeiteten Fusionsangebot von Glencore geäußert. Man betrachte das verbesserte Angebot mit Wohlwollen, hieß es. Am 8. November muss die Transaktion die nächste Hürde nehmen, dann gibt die EU-Wettbewerbsbehörde bekannt, ob sie dem M&A-Deal zustimmt.

Die BWK Unternehmensbeteiligungsgesellschaft hat ihre Beteiligung am Pumpenlieferanten Joh. Heinr. Bornemann (Bornemann Pumps) an das US-Unternehmen ITT Corporation verkauft. Der Käufer zahlte für 100 Prozent der Anteile 206 Mio. Euro. Die BWK war 2007 bei Bornemann eingestiegen und hat mit der Familie und dem Management besonders am internationalen Wachstumskurs gearbeitet. Die Gesellschafter wurden in der Transaktion durch Lincoln International beraten. Dehmer & Partner hat die Familiengesellschafter vertreten. Ein Team von Hengeler Mueller um Dr. Maximilian Schiessl, Dr. Bernd Wirbel, Dr. Alf-Henrik Bischke, Dr. Dirk Uwer und Dr. Martin Klein hat die BWK bei dem M&A-Deal begleitet. Die Kartellbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen, der Vollzug wird für das 4. Quartal 2012 erwartet.

Das Frankfurter Immobilienunternehmen Schroder Property Investment Management hat für rund 200 Mio. Euro ein Immobilienportfolio an den von Industria Wohnen gemanagten Fonds „Wohnen Deutschland“ verkauft. Die Gesamtfläche liegt bei etwa 156.800 Quadratmetern. Schroder Property
betreut nach eigenen Angaben ein Bruttoimmobilienvermögen von 10,6 Mrd. Euro. Industria Wohnen, ein Tochterunternehmen der Degussa Bank, unterhält seit 2010 mit der M.M. Warburg den Spezialfonds „Wohnen Deutschland" für institutionelle Anleger. Ein Team der Kanzlei Clifford Chance um Partner Dr. Uwe Schimmelschmidt hat Schroder Property Investment Management beim Verkauf beraten.

Der Projektentwickler Juwi hat den Solarpark Ronneburg, den größten Thüringens, an die Stadtwerke Aachen verkauft, über das Transaktionsvolumen wurde Stillschweigen vereinbart. Ein Team von Beiten Burkhardt unter Federführung von Dr. Christof Aha hat Juwi beim Verkauf beraten.

RWE ist beim Schuldenabbau einen weiteren, wenn auch kleinen Schritt vorangekommen. In dieser Woche hat das Unternehmen über die Öl- und Gastochter RWE Dea für 247,9 Mio. Euro einen 20-prozentigen Anteil an einem Förderprojekt in Norwegen an die österreichische OMV verkauft. Abhängig vom Erolg der Bohrungen kann RWE auf Earn-outs über weitere 35 Mio. Euro hoffen. RWE leidet unter einem Netoschuldenberg von mehr als 30 Mrd. Euro, rund 7 Mrd. Euro sollen bis Ende 2013 durch den Verkauf von Randgeschäften eingespült werden.

Die USA haben der Übernahme des Schweizer Generikaherstellers Actavis durch den US-Konzern Watson unter Auflagen zugestimmt. 18 Mittel müssen an die Wettbewerber Sandoz International oder Par Pharmaceuticals abgegeben werden. Watson zufolge haben damit alle zuständigen Behörden die 5,9 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme genehmigt. Watson, das den Kauf von Actavis im Frühjahr angekündigt hatte, rechnet nun mit einem endgültigen Geschäftsabschluss bis spätestens Anfang November.

Quadriga Capital hat unter Beteiligung des Managements den Produktionsanlagenbauer Hedrich Gruppe (Umsatz rund 60 Mio. Euro) übernommen. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen, über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Carbonfaserhersteller SGL Group hat die Übernahme der portugiesischen Fisipe erfolgreich abgeschlossen. Nach Beendigung des Squeeze-Out wurde FIsipe von der Börse genommen.

Die LBBW Immobilien Management und die Accumulata Immobilien Development haben das Palais an der Oper in München an eine Gruppe privater Investoren verkauft, über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Palais soll nach Fertigstellung auf 32.000 Quadratmetern Büro- und Einzelhandelsflächen sowie Wohneinheiten umfassen. Ein Team von Hengeler Mueller unter Federführung der Partner Dr. Georg Frowein und Thomas Müller hat LBBW und Accumulata beim Verkauf beraten, Clifford Chance hat mit einem Team um die Partner Dr. Horst Schlemminger, Jörn
Stobbe
und Dr. Uwe Schimmelschmidt eine Gruppe privater Investoren beim Kauf beraten.

 

Der Chemiedistributeur Brenntag plant die Übernahme der Delanta Gruppe. Delanta ist ein lateinamerikanischer Distributeur von Spezialchemikalien für die Bereiche Farben und Lacke, Keramik, Bau und Lebensmittel. Ein Vorvertrag ist bereits unterzeichnet. Bis Ende November will Brenntag die Transaktion abschließen. Delanta erzielte 2011 einen Umsatz von rund 24,3 Millionen Dollar.

Die Private Equity‐Unternehmen Graphite Capital (UK), Activa Capital (Frankreich), ECM (Deutschland) und MCH (Spanien) haben das europäische Private Equity Network (Pen) gegründet. Das Netzwerk soll die lokale Expertise der Unternehmen bündeln und den Aufbau internationaler Portfolio-Unternehmen erleichtern.

Der Anbieter von Bankensoftwarelösungen Avaloq hat das Unternehmen Höll Computer & Software vollständig übernommen. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht

sabine.reifenberger(*)finance-magazin(.)de

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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