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M&A-Deals: EADS, E.on, Fraport

Die geplante Fusion von EADS und BAE ist geplatzt.
BAE

EADS und BAE Systems beenden Fusionsgespräche

Und wieder ist eine Großfusion vom Tisch: Nur knapp einen Monat nach der Bekanntgabe einer möglichen Fusion zwischen BAE Systems und EADS haben die beiden Unternehmen ihre Gespräche in dieser Woche eingestellt.

Es habe sich herausgestellt, dass die Interessen der jeweiligen Regierungen mit den Plänen von BAE Systems und EADS nicht in Einklang zu bringen seien. Gegenwind war in den vergangenen Tagen auch vom BAE-Großaktionär InvescoPerpetual gekommen, der die strategische Logik des geplanten Zusammenschlusses nach eigener Aussage nicht nachvollziehen konnte.

Erster M&A-Deal zwischen E.on und Pensionsfonds

Die volatilen Märkte bringen auch Pensionsfonds an den M&A-Markt. Der Energiekonzern E.on hat in dieser Woche einen 50-prozentigen Anteil an drei US-amerikanischen Windparks an den dänischen Pensionsfonds Pension Danmark verkauft. Es ist der erste M&A-Deal zwischen E.on und einem Pensionsfonds. Marktgerüchten zufolge beläuft sich der Kaufpreis auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Pension Danmark möchte mehr in Infrastrukturprojekte investieren, da diese als vergleichsweise stabil gelten. Die Pensionsfonds leiden darunter, dass mit Anleihen zurzeit nur geringe Renditen zu erzielen sind, und dass die wirtschaftlichen Aussichten kaum verlässliche Prognosen erlauben.

Infrastrukturprojekten sollen bei Pension Danmark rund 10 Prozent der Anlagen ausmachen, in den kommenden fünf Jahren sind Investitionen in Höhe von 12 Mrd. Dänischen Kronen geplant. Der Abschluss der Transaktion unterliegt E.on zufolge der Zustimmung der Regulierungsbehörde und der Sicherung der Finanzierung. E.on will mit dem Erlös aus dem M&A-Deal in Ökostromprojekte investieren. Der über die kommenden 15 Jahre in den US-Windparks erzeugte Strom ist bereits zu einem Festpreis an mehrere US-Energieversorger verkauft worden.

Fraport an portugiesischen Targets interessiert

Der Flughafenbetreiber Fraport hat in dieser Woche Interesse an einem Zukauf in Portugal signalisiert. Mit dem australischen Industry Funds Management habe man ein Konsortium gebildet, um bei der erwarteten Privatisierung der portugiesischen Flughäfen ein gemeinsames Gebot abgeben zu können, hieß es aus dem Unternehmen.

Grundsätzlicher Verkaufskandidat ist die staatliche portugiesische Flughafengesellschaft ANA mit Flughäfen in Lissabon, Faro und Port sowie auf den Azoren und Madeira. Fraport betreibt insgesamt 13 Flughäfen, neben Deutschland auch in der Türkei, Peru und Bulgarien. Für Fraport machen die Auslandsflughäfen rund ein Drittel des Geschäfts aus

Migros übernimmt Tegut

Das Schweizer Handelsunternehmen Migros Zürich hat 100 Prozent des Handelsgeschäfts der Tegut übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die weiteren Betriebe, insbesondere die Produktionsbetriebe Herzberger Bäckerei und KFF sowie die landwirtschaftlichen Betriebe verbleiben bei der Tegut Gutberlet Stiftung. Auch nach der Übernahme durch die Migros wird die Zusammenarbeit mit den Produktionsbetrieben und Lieferanten bestehen bleiben. Der Übernahme müssen noch die Verwaltung des Migros-Genossenschaftsbundes sowie die Wettbewerbsbehörden zustimmen. Der M&A-Deal soll im Januar 2013 abgeschlossen werden.

M&A-News: Personalia

Nobert Schmitz (41) und Johannes Schmittat (34) sind seit Anfang dieses Monats bei Altium Capital in München beschäftigt. Die M&A-Beratung ergänzt damit ihr Kerngeschäft um das Debt Advisory und Financial Restructuring. Für beide Bereiche standen Schmitz und Schmittat bei der Frankfurter Corporate-Finance-Beratung DC Advisory Partners (früher Close Brothers). Wie FINANCE Anfang August aus gut informierten Kreisen erfahren hatte, waren Schlüsselpersonen bei DC Advisory Partners von Bord gegangen. Unbestätigten Gerüchten zufolge könnte auch Gerd Bieding, der den Bereich Finanzierungsberatung bei DC Advisory als Partner aufgebaut und geleitet hatte, zu einem späteren Zeitpunkt zu Altium stoßen. Altium will das Team in jedem Fall weiter ausbauen.

Stefan Mohr wechselt von der HSH Nordbank zur Beratung Activum SG Advisory in Berlin. Mohr leitete bei der HSH zuletzt den Bereich M&A und Beteiligungen, wo er für ein Portfolio von rund 150 Beteiligungen verantwortlich war. Zuvor arbeitete Mohr bei Sal. Oppenheim und dem Bankhaus Metzler.

Die Kanzlei Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom hat den Steuerrechtler Dr. Johannes Frey in ihr deutsches Team geholt. Frey hat sich auf Steuerrecht mit dem Schwerpunkt Akquisitionen, Joint Ventures, Restrukturierungen und Umwandlungen spezialisiert. In Deutschland hat die Kanzlei zudem den Posten des Managing-Partners mit Dr. Bernd Mayer neu besetzt. Er folgt auf Hilary Foulkes, der in das Londoner Büro gewechselt ist.

Weitere M&A-News und M&A-Deals der Woche

Der Technologiekonzern Siemens hat in dieser Woche weitere Vorbereitungen für die Abspaltung der Lichttochter Osram getroffen. Die Rechtsform wird in Osram GmbH geändert, als künftige Obergesellschaft soll die Osram Licht AG fungieren, die nach der Abspaltung an der Börse notiert werden soll.

Das Modeunternehmen René Lezard hat seine Gesellschafterstruktur im Rahmen eines Management-Buy-Outs neu geordnet. Unternehmer Thomas Schaefer hat seinen Anteil um 25 Prozent auf nun 75 Prozent erhöht und den CEO Heinz Hackl in einem ersten Schritt mit zunächst 25 Prozent beteiligt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Münchener Zahlungsverkehrsanbieter Basware übernimmt das Netzwerk- und e-Invoicing-Geschäft des belgischen Unternehmens Certipost, einer Tochter der bpost-Gruppe. Mit dem M&A-Deal wird Basware nach eigener Aussage zum Marktführer für e-Invoicing im Raum Benelux. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Der Versandhändler Otto sucht einen Käufer für seine Beteiligung am französischen Versandhaus 3 Suisses. Ein Sprecher bestätigte, es würden Verkaufsoptionen für Teile des Unternehmens geprüft. Die FTD berichtete mit Berufung auf Finanzkreise, dass auch Angebote für die komplette Beteiligung angenommen würden. Otto hatte die Beteiligung an 3 Suisses seit 1974 ausgebaut und hält heute nach eigenen Angaben 51 Prozent. Knapp 46 Prozent liegen bei einer Holding der französischen Unternehmerfamilie Mulliez, der Rest bei Mitarbeitern. Otto konsolidiert deshalb die Zahlen von 3 Suisses in der Bilanz.

Die DSK Beteiligungs GmbH hat von der HSH Real Estate eine 45-prozentige Beteiligung an der Big Bau Unternehmensgruppe übernommen. Die Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen, über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Eine Übernahme aller Anteile an Big Bau steht einer Mitteilung zufolge im Fokus der weiteren strategischen Ausrichtung der DSK-Gruppe.

Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé hat die 100-prozentige Beteiligung der insolventen November AG an der Heidelberger Progen Biotechnik zu einem nicht genannten Preis an das Unternehmen R-Biopharm in Darmstadt verkauft. Die Verwertung des Vermögens von November ist einer Mitteilung zufolge damit „weitestgehend abgeschlossen“. Die Erlöse fließen der Insolvenzmasse zu. Der Insolvenzverwalter geht zurzeit nicht davon aus, dass alle Gläubigeransprüche befriedigt werden können.

Das Übernahmeangebot des Luxemburger Finanzinvestors Redline CapitalManagement an die Aktionäre der Berliner Kunsthandelsplattform Artnet ist gescheitert. Die Annahmequote lag bei 19,9 Prozent, Redline wollte mindestens 56 Prozent erreichen. Redline hatte 6,40 Euro je Artnet-Aktie und
damit insgesamt rund 34 Mio. Euro geboten. Ein Team von CMS Hasche Sigle um Lead Partner Dr.Dirk Jannott hatte Redline beraten.  Kontrollierender Gesellschafter von Redline ist der russische Investor Vladimir Evtushenkov, der unter anderem Mehrheitsaktionär des russischen Mischkonzerns Sistema ist.

Das Immobilienunternehmen DIC Asset hat das Geschäftsgebäude Bienenkorbhaus auf der Frankfurter Zeil im Rahmen eines Share Deals mit einem Gesamttransaktionsvolumen von 75 Mio. Euro an die RFR Holding verkauft. Das Gebäude war Teil eines Immobilienportfolios, in das DIC Ende 2004 in einem 50/50-Joint-Venture mit Morgan Stanley Real Estate Fund eingestiegen war. Seit Oktober 2011 war DIC alleiniger Eigentümer der Immobilie. DIC nutzt den Verkauf zum Abbau von Schulden und will zum Jahresende rund 50 Mio. Euro Fremdkapital an die finanzierenden Banken zurückführen. Die Deutsche Pfandbriefbank hat die RFR bei der Finanzierung begleitet. Auch beim bislang größten Immobiliengeschäft des Jahres in Deutschland wechselte in dieser Woche ein Frankfurter Gebäude den Besitzer. Der norwegische Staatsfonds und der niederländische Versicherungskonzern Axa haben gemeinsam für 784 Mio. Euro das Frankfurter Bürogebäude "Die Welle" und das Berliner "Kranzler Eck" von der Royal Bank of Scotland gekauft. Die Käufer wurden durch CBRE beraten, der Verkäufer durch Jones Lang LaSalle.

Die österreichische Frankstahl-Gruppe hat den insolventen Wettbewerber Bogner Edelstahl übernommen. In Österreich übernimmt Frankstahl das Anlage- und Umlaufvermögen inklusive der Marke Bogner, die Bogner-Töchter in Tschechien, Polen, Ungarn, Rumänien und Bosnien-Herzegowina werden von Frankstahl mit dem Partner Alukönigstahl weitergeführt. Bogner Edelstahl setzte zuletzt rund 100 Mio. Euro um. Frankstahl hatte erst vor wenigen Wochen den Stahlhandel der Danicek Gruppe übernommen.

Das Beteiligungsunternehmen Adcuram mit Sitz in München will seine Geschäftsaktivitäten auf größere M&A-Deals mit einem Transaktionswert bis 150 Mio. Euro ausdehnen. Hierzu hat das Unternehmen gemeinsam mit Familienholdings und Pensionskassen einen Fonds über rund 150 Mio. Euro aufgelegt, zusammen mit vorhandenen Eigenmitteln stehen einer Mitteilung zufolge 250 Mio. Euro für den Erwerb neuer Beteiligungen zur Verfügung.

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