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M&A-Deals in Emerging Markets: Deutsche schauen zu

Go East: Deutsche Konzerne hinken bei M&A-Deals in den Schwellenländern weiterhin hinterher.
Thinkstock / Getty Images

Das Volumen grenzüberschreitender M&A-Deals mit Transaktionspartnern in den 24 wichtigsten Emerging Markets hat im vergangenen Jahr um 5 Prozent auf 162,4 Milliarden US-Dollar zugenommen, hat die Wirtschaftskanzlei Freshfields errechnet. Damit hat sich der M&A-Markt wieder leicht von dem schweren Einbruch erholt, den er 2011 erlitten hatte – damals war das Dealvolumen gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent eingebrochen.

Doch das M&A-Geschäft mit den Schwellenländern wächst nur deshalb, weil die M&A-Deals größer werden, wie beispielsweise die Übernahme des Brauereikonzerns Grupo Modelo („Corona“) durch die belgische AB InBev-Gruppe zeigt. Bezogen auf die Anzahl der M&A-Deals gab es auch 2012 wieder einen deutlichen Rückgang von 12 Prozent. 

Wenig M&A-Deals in den deutschen Leitbranchen

Auffällig ist die anhaltendstarke Zurückhaltung deutscher Konzerne. 2012 stemmten sie den Freshfields-Daten zufolge nur 87 Zukäufe mit Partnern in den Emerging Markets im Gesamtvolumen von 5 Milliarden US-Dollar. Gemessen am Dealvolumen rangieren deutsche Unternehmen damit auf der internationalen Rangliste der aktivsten Käufer nur auf Rang 10, noch hinter den Niederlanden, Thailand und Zypern. Doch sogar das ist schon eine leichte Verbesserung, 2011 lag Deutschland gemessen am Dealvolumen mit 2,7 Milliarden Euro sogar nur auf dem 14. Rang.

Matthias Rückriegel, Principal der Unternehmensberatung Roland Berger, sieht darin aber keinen Beleg für eine generelle Zurückhaltung deutscher Unternehmen bei internationalen M&A-Deals: „Viele der M&A-Transaktionen in Richtung Emerging Markets fanden nicht in den deutschen Leitbranchen statt. Bei Industriegütern können Märkte auch durch Export, organisches Wachstum und Joint Ventures erschlossen werden“, sagt Rückriegel. 

Die meisten M&A-Deals in den Schwellenländern gab es in der Lebensmittelindustrie. Auch Rohstoffkonzerne, Banken und Versicherungen waren gefragt. 45 Prozent aller M&A-Deals mit den Emerging Markets fanden 2012 in diesen vier Branchen statt. Bezogen auf die Anzahl der Deals kommt die deutsche Industrie mit 87 Transaktionen immerhin auf Rang 7. In beiden Kategorien führen US-Unternehmen die Ranglisten deutlich an.

Stabiles Umfeld für M&A-Deals

Das begehrteste Zielland 2012 war China, wo ausländische Käufer insgesamt 598 Unternehmen mit einem Gesamtwert von 34,9 Milliarden Dollar kauften. Getrieben durch die Übernahme der Grupo Modelo kommt Mexiko mit 25,7 Milliarden auf Rang 2, gefolgt von Russland, Brasilien und Indonesien. Bei der Anzahl der M&A-Deals führt China vor Russland, Indien und Brasilien (siehe Grafiken). Hartmut Nitschke, M&A-Partner bei Freshfields Bruckhaus Deringer, glaubt, dass der M&A-Markt den Schwung ins Jahr 2013 mitnehmen kann: „Dieses Jahr werden wir mehr Transaktionen in den Wachstumsmärkten sehen“, hofft Nitschke.

Das Umfeld für M&A-Deals in den Schwellenmärkten ist stabil, meint Unternehmensberater Rückriegel: „Die Rahmenbedingungen für Zukäufe in den Emerging Markets haben sich in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verändert.“  

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

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Michael Hedtstück ist Chefredakteur von FINANCE-Online und FINANCE-TV und verantwortet die Online-Aktivitäten des FINANCE-Magazins. Er ist zweifacher Träger des Deutschen Journalistenpreises.

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