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M&A-Deals: Knorr-Bremse, Immofinanz, Tengelmann

Knorr-Bremse ist in dieser Woche ein Joint Venture in Russland eingegangen.
Thinkstock/Getty Images

Knorr-Bremse geht Joint Venture ein

Der Hersteller von Bremssystemen Knorr-Bremse ist in dieser Woche ein Joint Venture in Russland eingegangen. Zusammen mit der Förderalen Güterwagengesellschaft FGK, einer Tochter der russischen Eisenbahngesellschaft RZD, gründete der Konzern das Gemeinschaftsunternehmen Knorr-Bremse 1520, das Bremstechnikprodukte für Schienenfahrzeuge produzieren soll. Der Name des Joint Ventures ist angelehnt an die russische Eisenbahnspurweite von 1520 Millimetern. 2014 soll das Joint Venture komplett am Hauptsitz in Twer produzieren, der Bau einer neuen Fabrik in Twer läuft bereits. Die Investitionen in Produktionsanlagen liegen bei ca. 26 Mio. Euro. Knorr-Bremse sieht in dem Markt gute Wachstumschancen: „Mittel- bis langfristig wird es in diesem Markt zu zahlreichen Neu- und Modernisierungsprojekten kommen“, sagte Vorstandsmitglied Dr. Dieter Wilhelm.

Lauscha Fiber geht an Unifrax

Das US-Unternehmen Unifrax, ein Portfolio-Unternehmen des PE-Investors American Securities, hat die Thüringer Lauscha Fiber International übernommen. Verkäufer sind die Firma Bürger Glas- und Fasertechnik sowie die JLR Holding, ebenfalls ein Unternehmen des bisherigen Eigners Gerhard Bürger. Über finanzielle Details wurde nichts bekannt. Freshfields Bruckhaus Deringer hat Unifrax bei dem M&A-Deal rechtlich beraten, zu US-rechtlichen Aspekten hat die Kanzlei Hodgson Russ beraten.

Tengelmann beteiligt sich an US-Unternehmen

Die Unternehmensgruppe Tengelmann hat sich in dieser Woche mit ihrer amerikanischen Tochter Emil Capital Partners (ECP) an zwei jungen US-Unternehmen beteiligt. Die Gruppe ist bei Tcho, einem Schokoladenhersteller, und VariBlend Dual Dispensing Systems, einem Hersteller von Dosierpumpen für die Kosmetikbranche, eingestiegen. In beiden Fällen erfolgte die Beteiligung im Rahmen von Finanzierungsrunden. ECP leitet sämtliche Aktivitäten der Tengelmann-Gruppe auf dem amerikanischen Kontinent und will sein Beteiligungsportfolio durch strategische Investitionen auszubauen.

Immofinanz scheidet aus Bieterprozess für GBW aus

Die Immofinanz Group hat ihr unverbindliches Kaufangebot für die Anteile an der GBW gegenüber dem Verkäufer, der Bayerischen Landesbank, zurückgezogen. Die Bildung eines deutsch-österreichischen börsennotierten Wohnimmobilienkonzerns sei in einem für die Immofinanz akzeptablen Zeitrahmen nicht machbar, erklärte CEO Eduard Zehetner. Das strategische Ziel der Immofinanz, das Wohnimmobiliengeschäft unter Leitung der 100-prozentigen Tochter Buwog durch Zukäufe und Eigenentwicklungen in Deutschland zu stärken, bleibe unverändert, ebenso wie die Option eines nachfolgenden Börsengangs der Buwog. Zehetner hatte dies in einem Interview mit FINANCE-TV als mittel- bis langfristiges Projekt bezeichnet.

FINANCE-Interview: Bilfinger will über M&A-Deals wachsen

Der Dienstleistungskonzern Bilfinger setzt beim Thema Wachstum weiter auf M&A-Deals, sagte CFO Joachim Müller im Gespräch mit FINANCE. Bis 2016 will das Unternehmen die Leistung von derzeit 8,4 auf 11 bis 12 Milliarden Euro steigern, zwei Drittel davon sollen durch Zukäufe erzielt werden. Je Bedeutung priorisiert der Konzern Targets nach A-, B- und C-Kategorie. Welchen Due-Diligence-Prüfungen sich die Targets unterziehen müssen, wie stark CFO Joachim Müller und CEO Roland Koch in M&A-Deals involviert sind und warum der Konzern auch mal auf die Hilfe von Banken verzichtet lesen Sie im FINANCE-Interview.

Holidaybreak übernimmt Meininger vollständig

Die Hotelgruppe Meininger (Umsatz 2012 ca. 43,3 Mio. Euro)  gehört seit dieser Woche vollständig zum britischen Touristikkonzern Holidaybreak, der auch ein neues Management installiert. Über die Transaktionssumme wurde Stillschweigen vereinbart. Holidaybreak hatte bereits im November 2010 einen 50-prozentigen Anteil an Meininger gekauft und im April 2012 um weitere 24 Prozent aufgestockt. 2010 zahlten die Briten Medienberichten zufolge 36,5 Mio. Euro für ihren Anteil. Nach dem jüngsten Zukauf halten die Briten 100 Prozent der Anteile. Das Bundeskartellamt muss der Transaktion zustimmen, das Closing wird für April erwartet.

M&A-Gerücht: Kabel Deutschland / Vodafone

Der Telekommunikationsgigant Vodafone ist angeblich an Kabel Deutschland interessiert – nicht zum ersten Mal. Doch was spricht für und gegen den M&A-Deal? Das M&A-Gerücht im FINANCE-Check.

M&A-News: Personalien

Die Kanzlei Arqis verstärkt ihre M&A-Praxis in Düsseldorf mit dem Insolvenzrechtler Johannes Landry (37). Landry ist spezialisiert auf Beratung bei Distressed M&A-Deals. Er begann 2004 in der Insolvenzverwaltung bei White & Case und wechselte 2008 zu Raupach & Wollert-Elmendorff. Vom 1. März an wird er Partner bei Arqis. Mit Eberhard Hafermalz (40) und Dr. Christof Schneider (37) hat die Kanzlei kürzlich zwei weitere Corporate/M&A-Anwälte zu Partnern bestellt. Hafermalz hat seine Karriere bei Arqis begonnen, Schneider kam 2010 als Associate von Hengeler Mueller.

Weitere M&A-Deals der Woche

Das Verbindungstechnikunternehmen Bossard hat in dieser Woche die geplante Übernahme der Firma Intrado in Hünenberg angekündigt. Bossard will sich mit dem Zukauf im Bereich Elektrotechnik verstärken. Intrado ist derzeit eine 100-prozentige Tochter der Jacob GmbH in Kernen. Der M&A-Deal soll es der Firma Jacob ermöglichen, ihre Produkte über Bossard global zu vertreiben. Über einen Kaufpreis wurde nichts bekannt.

IVG Immobilien hat von der Freo Group die Projekte One Goetheplaza und Taunusanlage 11 in Frankfurt sowie Kurfürstendamm 195 in Berlin im Gesamtwert von rund 500 Mio. Euro übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Ein Beratungsteam von Clifford Chance um den  Partner Dr. Christian Keilich hat verschiedene Gesellschaften des Freo-Investmentfonds begleitet.

Das auf Kalibriermanagement spezialisierte Unternehmen Trescal hat die österreichische Isocal Elektronische Geräte GmbH übernommen. Mit dem M&A-Deal, dem zwölften seit 2007, will Trescal sein technisches Portfolio stärken und die geographische Reichweite ausbauen. Hogan Lovells hat Trescal mit Unterstützung der Sozietät Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati beraten.

Der Finanzdienstleister Hypoport hat das Joint Venture Hypoport Stater mit dem niederländischen Partner Stater Participations beendet. Im Joint Venture wollten beide einen Finanzmarktplatz für die Niederlande entwickeln. Das Gemeinschaftsunternehmen geht in die Insolvenz.

Der Medienkonzern Gruner + Jahr hat das Anzeigennetzwerk Seventynine in Indien übernommen. Mit dem M&A-Deal will der Verlag das Segment Mobile-Vermarktung in Indien stärken. Für den Konzern ist es nach dem Kauf von Networkplay Anfang 2012 die zweite Akquisition eines Digitalvermarkters in dem Land. DLA Piper hat die Verlagsgruppe unter Federführung von Partner Dr. Benjamin Parameswaran beraten und arbeitete in Indien mit einem Team um die Partner Jatin Aneja und Vidyut Gulati von der Kanzlei Amarchand & Mangaldas zusammen.

Der PE-Investor The Carlyle Group hat eine von Karstadt gemietete Immobilie in Esslingen in einem Jonit Venture mit der Frankfurter PBG und 3W Immobilien übernommen. Verkäufer sind das Highstreet-Konsortium und die Stuttgarter Nanz-Gruppe, über finanzielle Details wurde nichts bekannt. Ein Team von Clifford Chance unter Federführung von Partnerin Cornelia Thaler hat The Carlyle Group beraten.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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