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M&A-Deals: Leifheit, Hochtief, WMF

Leifheit, Hochtief, WMF: Die M&A-Deals und M&A-News der Woche im FINANCE-Überblick.
Thinkstock / Getty Images

Verkaufsprozess bei Leifheit gestoppt

Der Haushaltsartikelhersteller Leifheit bleibt mehrheitlich in Familienbesitz. Ein im vergangenen Jahr angekündigter Verkauf von Leifheit wurde überraschend gestoppt, wie das Unternehmen am gestrigen Donnerstag mitteilte. Die Großaktionäre Home Beteiligungen und MKV Verwaltungs GmbH bleiben nun mit 49 Prozent (Home) und 10 Prozent (MKV) beteiligt. Die Anteile liegen im Besitz der Unternehmerfamilien Schuler-Voith und Knapp-Voith. Das Unternehmen gab bekannt, „dass trotz großen Interesses in- und ausländischer Investoren aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen keine Einigung über einen Verkauf erzielt werden konnte“. Die BNP Paribas hatte den außerbörslichen Verkaufsprozess begleitet. Zugleich hat der Aufsichtsrat gestern CEO Georg Thaller den Laufpass gegeben. Interimistisch wird der CFO Claus-Otto Zacharias (59) als Alleinvorstand das Unternehmen führen. Thaller soll „wegen unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige strategische Ausrichtung“ schon Ende Mai gehen. Leifheit hatte kürzlich für das erste Quartal dieses Jahres einen Umsatzrückgang von 4,2 Prozent auf 55,6 Mio. Euro vermeldet.

YIT hat Interesse an Hochtief Service Solutions

Der finnische Baukonzern YIT hat ein unverbindliches Angebot für die Übernahme der Hochtief Service Solutions abgegeben. YIT wird nun eine Due Diligence machen und mit Hochtief näher verhandeln. Der Interessent teilte mit, man gehe davon aus, nicht als einziger Bieter in diese nächste Phase des M&A-Deals einzusteigen. Finanzielle Details wurden bislang nicht bekannt, YIT kündigte weitere Informationen für Ende Juni an. Der Essener Hochtief-Konzern, eine Tochter der spanischen ACS, will sich künftig wieder auf die Kernaktivitäten im Bausegment konzentrieren. Erst vor wenigen Wochen verkaufte der Konzern seine Anteile am Flughafeninvestor Hochtief Airport an eine Tochter des kanadischen Pensionsfonds PSP Investments. In der Servicesparte Solutions hatte Hochtief zuletzt immer wieder Personalwechsel hinnehmen müssen.

WMF dünnt Portfolio für Elektrokleingeräte aus

Der WMF Konzern will sich im Bereich Elektrokleingeräte auf die Kernmarke WMF konzentrieren. Die Gruppe Princess mit günstigeren Produkten der Marken Petra, Princess und Nova geht an den Wettbewerber Tristar Europe, eine Tochter der niederländischen Unternehmensgruppe Smartwares. Das Geschäft hat ein Umsatzvolumen von 57,2 Mio. Euro (Stand Ende 2012). Tristar zahlt für sämtliche Geschäftsanteile an der Princess Holding auf kassen- und schuldenfreier Basis einen Kaufpreis von 10,5 Mio. Euro. WMF teilte mit, die Kernmarke WMF habe sich im vergangenen Jahr sehr positiv entwickelt, während die nun verkauften B-Marken national und international massiv unter Druck stünden. Immer mehr Händler bauten eigene Handelsmarken auf, B-Marken würden zum Teil komplett ausgelistet.

Inder kaufen Clarton Horn von Quantum Kapital

Ein indischer Käufer hat Clarton Horn, den früheren Geschäftsbereich für elektronische Autohörner des Unternehmens Robert Bosch, übernommen. Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Quantum Kapital hat 100 Prozent der Anteile an Clarton Horn an den Autoteileproduzenten Minda Industries (Umsatz 2012 ca. 500 Mio. US-Dollar) verkauft. Quantum Kapital hatte Clarton Horn 2009 in einer schwierigen Situation von Robert Bosch übernommen und seitdem saniert. Deloitte Corporate Finance Advisory hat das Target für Minda Industries identifiziert. Dem Käufer spielte anscheinend die Euro-Krise in die Hände. Die Akquisitionsstrategie wurde dem Berater zufolge „vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Situation Spaniens“ definiert.

ÖVAG und VR-Leasing verkaufen Tochter

Die Österreichische Volksbanken-Aktiengesellschaft (ÖVAG) und die deutsche VR-Leasing haben einen Verkaufsprozess für die gemeinsame Leasingtochter VB-Leasing International gestartet. An der Tochter halten beide je 50 Prozent. Das Tochterunternehmen richtet sich in erster Linie an kleine und mittelständische Unternehmen. Der Vertragsbestand liegt bei ca. 130.000 Stück, zum Jahresende 2012 verfügte VB-Leasing International über Kundenforderungen in Höhe von ca. 1,8 Mrd. Euro. Den Verkaufsprozess begleitet Ithuba Capital als gemeinsamer Berater.

Actavis nennt Details zu Warner-Chilcott-Übernahme

Der Pharmakonzern Actavis mit Sitz in den USA und der Schweiz hat in dieser Woche Details zur Übernahme von Warner Chilcott bekannt gegeben. Actavis bewertet das Target mit rund 8,5 Mrd. US-Dollar (ca. 6,6 Mrd. Euro). Aktionäre bekommen Anteile für ihre Warner-Chilcott-Aktien, die pro Papier mit etwa 20,08 Dollar bewertet werden. Die Aktionäre werden nach Abschluss des M&A-Deals voraussichtlich 23 Prozent am neuen Unternehmen halten. Der gemeinsame Konzern hätte einen kombinierten Umsatz von rund 11 Mrd. Dollar. Das Closing des M&A-Deals wird bis Jahresende erwartet. Das neu entstehende Unternehmen wird seinen Sitz in Irland haben.

Ströer übernimmt Anbieter für mobile Werbung

Ströer will den Geschäftsbereich Location Based Advertising des Berliner Unternehmens Servtag übernehmen. Der Anbieter ist auf lokal gesteuerte Online-Werbung auf mobilen Endgeräten spezialisiert. Ströer hat in den vergangenen Monaten mehrere M&A-Deals abgeschlossen und will sich neben dem Bereich Außenwerbung durch die Zukäufe auch in der Onlinevermarktung stärker positionieren.

PE-Investor Cross verkauft Schwab Verkehrstechnik

Der Schweizer PE-Investor Cross hat seine Mehrheitsbeteiligung an Schwab Verkehrstechnik an Faiveley Transport verkauft. Cross war 2009 im Rahmen einer Nachfolgelösung bei dem Verkehrstechnikunternehmen eingestiegen. Käufer Faiveley ist ein weltweit tätiger Anbieter von Bahnsystemen und generierte im vergangenen Geschäftsjahr einen Gesamtumsatz von 988 Mio. Euro. Altium hat den PE-Investor Cross als exklusiver Financial Advisor bei dem M&A-Deal begleitet.

Spekulationen um Verkauf von Scout 24

Die Deutsche Telekom steht Gerüchten zufolge vor dem Start des Verkaufsprozesses für die Online-Tochter Scout24. Einem Agenturbericht zufolge, der sich auf namentlich nicht genannte Insider beruft, sollen die Unterlagen Anfang Juni an potentielle Interessenten verschickt werden. Die Telekom kommentierte dies nicht. Als Interessenten der Tochter Scout24, die mit 2 Mrd. Euro bewertet sein soll, gelten Axel Springer, Ebay, Yahoo sowie die PE-Investoren KKR, Apax, Advent und EQT.

M&A-News: Personalie

Die Kanzlei Mayer Brown verstärkt das Beratungsfeld Corporate/M&A, Restrukturierung und Compliance mit Senior Counsel Manfred Balz. Der 68-Jährige war zuvor Datenschutzvorstand der Deutschen Telekom. Nach seinem Weggang war der Posten längere Zeit unbesetzt geblieben. Balz ist zudem Senior Advisor bei Lazard.

Weitere M&A-Deals

Das auf Verbindungstechnik spezialisierte Unternehmen Norma Group will das Vertriebsgeschäft für Verbindungstechnik von Variant in Polen übernehmen. Über Details des M&A-Deals haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart. Variant ist seit mehr als 20 Jahren bereits Vertriebspartner der Norma Group.

Die Deutsche Bank hat von Xchanging 51 Prozent der Anteile am seit 2004 bestehenden Joint Venture Xetb übernommen. Der Kaufpreis liegt bei 40,5 Mio. Euro, die Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen. Xetb ist die Holding der Xchanging Transaction Bank (XTB), die Dienstleistungen im Bereich Wertpapierabwicklung für die Deutsche Bank und weitere externe Kunden erbringt. Nach Abschluss des M&A-Deals ist die Deutsche Bank alleiniger Eigentümer von XTB. Ein Team von Clifford Chance unter Federführung von Partner Bernd Meyer-Witting hat die Xchanging Group beim M&A-Deal beraten.

Das Solarunternehmen Solea (Umsatz ca. 90 Mio. Euro) hat fünf Solarparks in Italien an GCG Renewable Energy Management verkauft. Zum Volumen des M&A-Deals wurde Stillschweigen vereinbart. Die Kanzlei Graf von Westphalen (Ernst Lindl und Ulrich Stuhlfelner) hat Solea beraten.

Das Systemhaus Nanogate hat den Anteil an GfO, einem Anbieter von Kunststoffen mit glasähnlichen Eigenschaften für Scheinwerfer, von 51 auf 75 Prozent zuzüglich einer Aktie aufgestockt. GfO kooperiert bereits seit längerer Zeit mit der im November 2012 erworbenen Nanogate-Beteiligung Plastic-Design. Zu finanziellen Details wurde nichts bekannt.

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