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M&A-Deals: NSN, Intersnack, Mateco

Abschied vom Glasfasergeschäft: Nokia Siemens Networks hat in dieser Woche zwei M&A-Deals abgewickelt.
Thinkstock / Getty Images

NSN räumt Portfolio auf

Mit gleich zwei Verkäufen hat Nokia Siemens Networks (NSN) in dieser Woche sein Portfolio aufgeräumt. Der Rechnungssoftwareanbieter Redknee will das Geschäft mit Business Support Systems von NSN übernehmen. NSN will sich künftig wieder stärker auf das Geschäft mit mobilem Breitband konzentrieren. Der Kaufpreis beträgt rund 15 Mio. Euro bei Closing des M&A-Deals zuzüglich eines Earn-outs von maximal 25 Mio. Euro, der innerhalb von bis zu drei Jahren nach dem Closing fällig wird. Der Abschluss der Transaktion wird im ersten Halbjahr 2013 erwartet, mehrere Behörden müssen zuvor zustimmen. Ein Team von Hengeler Mueller um die Partner Dr. Ulrich Blech, Dr. Kai-Steffen Scholz, Prof Dr. Wolfgang Spoerr und Dr. Hans-Joachim Liebers berät Redknee bei dem M&A-Deal und ist für die internationale Koordination und Strukturierung verantwortlich. Canaccord Genuity war exklusiver Finanzberater für Redknee.

Ebenfalls in dieser Woche hat NSN das optische Netzwerkgeschäft an Marlin Equity Partners losgeschlagen. Die Einheit wird als unabhängiges Unternehmen weitergeführt und soll ihren Sitz in München haben, Herbert Merz ist designierter CEO. Der M&A-Deal soll im ersten Quartal 2013 abgeschlossen werden. Die zuständigen Behörden müssen auch bei dieser Transaktion noch zustimmen, über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Ein Team von Freshfields Bruckhaus Deringer unter Federführung von Dr. Kai Hasselbach hat Marlin Equity Partners beraten.

DBAG stockt bei Homag auf

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat ihren Anteil am Maschinenbauunternehmen Homag von 33,1 auf 39,5 Prozent erhöht, vor allem durch den Kauf eines Aktienpakets der Familie Wehrmann, die ihr Unternehmen 1999 in die Homag-Gruppe eingebracht hatte.

In einem entscheidenden Punkt positioniert sich die DBAG anders als der zweite Großaktionär, der Aktionärspool der Familien Schuler und Klessmann: Die beiden Familien stehen dem seit 2011 amtierenden Vorstand Markus Flik, der Kostensenkungen und Standortschließungen eingeleitet hat, kritisch gegenüber, die DBAG unterstützt Fliks Kurs. „Wir sind zuversichtlich, dass sich mittelfristig eine Lösung zur Beilegung der Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Großaktionären ergeben wird“, sagte DBAG-Vorstandssprecher Wilken von Hodenberg.

Intersnack kauft in Großbritannien zu

Die Intersnack Group hat die Snacksparte KP Snacks vom britischen Unternehmen United Biscuits übernommen. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal 2013 erwartet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, Marktgerüchten zufolge soll er bei rund 500 Mio. Euro liegen. KP Snacks macht mit Marken wie Nik Naks oder Brannigans einen Umsatz von umgerechnet rund 346 Mio. Euro im Jahr. Intersnack will mit dem Zukauf seine Position in Großbritannien weiter stärken. Das Unternehmen setzt dort auf eine Mischung aus organischem Wachstum und Zukäufen.
 
United Biscuits wurde bei dem M&A-Deal von Credit Suisse und Freshfields Bruckhaus Deringer beraten. KP Snacks wurde von Centerview Partners begleitet. Goldman Sachs, Ernst & Young sowie McDermott, Will & Emery haben die Intersnack Group beraten. Einen Teil der Finanzierung des M&A-Deals stellen Commerzbank, HSBC Trinkaus & Burkhardt, HSBC Bank und die UniCredit. Die bereitgestellte Finanzierung soll an einen größeren Bankenpool syndiziert werden.

Oerlikon verkauft Textilbereiche

Der Oerlikon Konzern hat eine Vereinbarung mit der chinesischen Jinsheng Gruppe über den Verkauf der Business Units Natural Fibersund Textile Components des Segments Textile unterzeichnet. Oerlikon Portfolios will den auf die Textilindustrie bezogenen Anteil am Gesamtkonzernumsatz deutlich reduzieren. In Zukunft soll sich das Segment Textile auf das weniger zyklische Chemiefasergeschäft konzentrieren.

Die Transaktion basiert auf einem Unternehmenswert von rund 650 Mio. Schweizer Franken und wird voraussichtlich im dritten Quartal 2013 abgeschlossen sein. Mehrere nationale Wettbewerbsbehörden müssen zuvor zustimmen.

Metro baut mit Real-Verkauf Schulden ab

Der Handelskonzern Metro Group hat in der französischen Handelskette Groupe Auchan einen Käufer für das Real-Geschäft in Osteuropa gefunden. Auchan will die operativen Aktivitäten und Immobilien der Metro-Tochtergesellschaft in Polen, Rumänien, Russland und der Ukraine für 1,1 Mrd. Euro übernehmen. Real hat in den vier Ländern 2011 einen Umsatz von über 2,6 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Metro kann die Nettoverschuldung durch den Verkauf um 1,5 Mrd. Euro reduzieren: Das Unternehmen erzielt nach eigenen Angaben aus der Transaktion einen positiven Cashflow-Beitrag von rund 600 Mio. Euro und reduziert die Mietverbindlichkeiten um 900 Mio. Euro. Die Nettoverschuldung des Metro Konzerns sinkt damit deutlich, zum Jahresende 2011 hatte sie bei 4,1 Mrd. Euro gelegen. Die Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen, der Verkauf wird voraussichtlich erst im kommenden Jahr abgeschlossen. Hengeler Mueller berät Metro bei dem M&A-Deal mit einem Team um die Partner Dr. Christof Jäckle, Dr. Georg Seyfarth, Dr. Christoph Stadler, Dr. Matthias Scheifele und Dr. Christian Hoefs.

Fusheng kauft in Deutschland zu

Der taiwanesische Hersteller von Druckluftkompressoren Fusheng Industrial will in Deutschland zukaufen. Das Unternehmen hat die Übernahme des deutschen Herstellers Almig Kompressoren angekündigt. Zu finanziellen Details des M&A-Deals wurde nichts bekannt. Es hieß lediglich, dass auch die Almig-Unternehmensführung in die neue Fusheng-Einheit investiere. Fusheng war mehrere Jahre an der Börse gelistet und wird seit der Übernahme durch die Investorenfamilie Lee und Oaktree Capital Management als privates Unternehmen geführt. 

Almig wird bei der Transaktion von Gleiss Lutz begleitet, Fusheng wird von einem Team von Hengeler Mueller unter Federführung von Karsten Schmidt-Hern und von KPMG beraten.

Odewald verkauft Mateco

Die belgische TVH Group hat die Mateco-Gruppe, einen Vermieter von Arbeitsbühnen, für einen nicht genannten Preis von Odewald & Compagnie gekauft. Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Der Finanzinvestor hatte Mateco (erwarteter Umsatz 2012: 90 Mio. Euro) 2007 im Rahmen einer Nachfolgeregelung übernommen.

Der Exit-Prozess verlief nicht ohne Hindernisse, wie Odewald-Partner Andreas Fetting im Interview mit FINANCE verrät. Ein Team von Canaccord Genuity Hawkpoint unter Leitung von Matthias Eisfeld und Philipp von Grawert hat Odewald & Compagnie bei dem M&A-Deal beraten, ein Team von Rölfs Partner um Arndt Rautenberg und Stefan Dobler hat als Berater von Odewald die Commercial Vendor Due Diligence erstellt. Die TVH Group wurde rechtlich durch ein Team von Baker & McKenzie unter Federführung von Dr. Sönke Becker und Gerald Schumann beraten.

E.on will Position in der Türkei stärken

Der Energiekonzern E.on hat in dieser Woche mit der österreichischen Verbund AG einen Vertrag über einen Tausch von Beteiligungen unterzeichnet. E.on übernimmt damit die bisher von Verbund gehaltene Beteiligung an der türkischen Enerjisa und erhält dadurch Zugriff auf Stromerzeugungsprojekte in der Türkei.

E.on hält künftig 50 Prozent am türkischen Unternehmen, die anderen 50 Prozent hält das Industriekonglomerat Sabanci Holding. Im Gegenzug gibt E.on Anteile an bayerischen Wasserkraftwerken an Verbund ab. Die Transaktion wird voraussichtlich im ersten Quartal 2013 vollzogen, mehrere Regulierungsbehörden müssen noch zustimmen.

M&A-News: Personalien

Investmentbanker Dr. Ron Weihe, der zuletzt das deutsche M&A-Beratungsgeschäft bei der Berenberg Bank geleitet hat, wechselt die Branche. Weihe wird künftig als Headhunter arbeiten, dabei aber weiter einen Fokus auf dem Finanz- und M&A-Bereich haben, wie er gegenüber FINANCE bestätigte. Künftig arbeitet Weihe aus Frankfurt heraus für den Personalberater Russell Reynolds Associates. Für Berenberg hatte Weihe unter anderem den Motorenbauer Tognum bei der Übernahme durch Rolls-Royce und Daimler sowie Axa Private Equity beim Kauf des Tiefkühlspezialisten Frostkrone beraten. Zuvor arbeitete Weihe bei Sal. Oppenheim, wo er unter anderem beim Verkauf von Bionade an die Oetker-Gruppe und dem Einstieg des Finanzinvestors Aurelius bei Berentzenberaten hat. Weihes Aufgaben als Leiter des Transaction Advisory bei Berenberg in Frankfurt hat Dirk-Oliver Löffler übernommen.

Dirk Damegger ist als Managing Director und Co-Head Consumer, Retail & Logistics zur IKB Deutsche Industriebank gewechselt. Damegger war zuletzt knapp drei Jahre lang bei der französischen Bank Société Générale.

Christian Muthler (42) verstärkt als Managing Director den Bereich Corporate Finance bei Goetzpartners in Frankfurt. Muthler hat mehr als 15 Jahre M&A- undd Kapitalmarkterfahrung. Vor seinem Wechsel war er seit 2007 bei der US-Bank Jefferies mitverantwortlich für den Aufbau der Investmentbankingaktivitäten in Frankfurt und leitete den Bereich Automotive/Transportation in der DACH-Region. Zuvor arbeitete er mehr als Jahre bei KPMG Corporate Finance.

Weitere M&A-Deals der Woche

Der Finanzinvestor Advent International hat in dieser Woche die Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent der Douglas-Aktien erreicht. Demnach hält Advent nun inklusive des mit der Lobelia Beteiligungs GmbH (Familie Kreke) geschlossenen Aktienkaufvertrags über 12,73 Prozent einen Anteil von 92,57 Prozent. Advent bietet 38 Euro pro Douglas-Aktie, die Kartellbehörden hatten die Übernahmepläne bereits freigegeben.

Die Deutsche Bank verkauft ihre Tochter Deutsche Card Services an das US-Unternehmen EVO Payments International, das Dienstleistungen im Bereich Kreditkartenakzeptanz erbringt. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt, die Aufsichtsbehörden müssen noch zustimmen. Die Unternehmen wollen auch bei Marketingaktivitäten in Europa zusammenarbeiten.

DP Global Properties hat das Hotel „Steigenberger Europäischer Hof“ in Baden-Baden zu einem nicht genannten Preis an die Steigenberger Gruppe verkauft. Ein Team von Orrick Hölters & Elsing unter Federführung von Dr. Albrecht von Breitenbuch hat DP Global Properties beraten.

Zum Jahreswechsel wird der Ventilatoren- und Motorenbauer EBM-Papst St. Georgen den fränkischen Getriebehersteller Zeitlauf Antriebstechnik sowie die Zeitlauf Gear Motors mit Sitz im chinesischen Kunshan übernehmen. EBM will dadurch seinen Geschäftsbereich für industrielle Antriebstechnik stärken. Zeitlauf erwirtschaftet einen Jahresumsatz von ca. 33 Mio. Euro. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Angermann M&A International hat EBM-Papst während des Kaufprozesses beraten und Zeitlauf als geeignetes Target identifiziert. Ein Team von CMS Hasche Sigle um Lead Partner Dr. Peter Baisch hat EBM-Papst rechtlich beraten.

Der Bauzulieferer Jordahl will mit der Akquisition der Abacus Group seine Position in den USA und Kanada stärken. Die Firmengruppe Abacus umfasst die Unternehmen Continental Decon, Western Studwelding Supply, Decon USA und AGM Industries. Decon kooperiert bereits seit 2009 mit Jordahl und vertreibt auch dessen Produkte. Ein internationales Anwaltsteam mit Teams von CMS Hasche Sigle (Leitung Dr. Eva Annett Grigoleit und Dr. Igor Stenzel), Stikeman Elliott (Keith Chatwin, Kurtis Reed) und Eaton & Van Winkle (Rudolph Houck, Charles Fewell) hat Jordahl bei der Übernahme beraten.

Die überwiegend im deutschsprachigen Raum tätige Europa Apotheek Venlo mit Sitz in den Niederlanden ist vom Management und privaten Investoren übernommen worden. Das Unternehmen gehörte seit gut vier Jahren zum US-Gesundheitskonzern Express Scripts. Dr. Gabriele Fontane und Elisabeth Huber-Sorge von Otto Mittag Fontane haben den Management-Buy-out auf Käuferseite beraten.

Die Investmentgesellschaft Catalyst Capital hat im Rahmen eines Share- und Asset-Deals im Volumen von mehr als 150 Mio. Euro ein Portfolio aus 30 Einzelhandelsimmobilien in Deutschland gekauft. Die Transaktion wird mit 85 Mio. Euro finanziert durch die pbb Deutsche Pfandbriefbank als Hauptkreditgeber und Lead Arranger sowie mit 21,5 Millionen Euro durch die Bawag als Stretched-Senior Kreditgeber. Catalyst Capital wurde von Jones Lang LaSalle und Reag beraten. James Andrew International (London) und Kintyre Investments (Frankfurt) waren vermittelnd tätig. Die Kanzleien Eversheds in London/München und das Frankfurter Büro von FPS Fritze Wicke Seelig begleiteten Catalyst Capital bei dem M&A-Deal. Die Verkäufer wurden von Clifford Chance beraten.

Der Feinchemikalienanbieter Isochem, eine Tochter des Münchener Konzerns Aurelius, hat das britische Unternehmen Wychem für einen nicht genannten Preis übernommen. Mit dem M&A-Deal will die Aurelius-Tochter die Wertschöpfungskette erweitern und das Wachstumstempo erhöhen.  

Die Walter Services Gruppe, ein Portfoliounternehmen von H.I.G. Europe, übernimmt zum 1. Januar 2013 sämtliche Anteile von Perry & Knorr Communications aus Flensburg. Die Behörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen, zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Tishman Speyer hat den Junghof im Frankfurter Bankenviertel für seinen „European Core Fund“ von der Helaba gekauft. Die Helaba hatte das Objekt 2003 entwickelt hat und stellt auch die Ankaufsfinanzierung bereit. Ein Team von CMS Hasche Sigle um Heinrich Schirmer hat Tishman Speyer beim Kauf und bei der Finanzierung beraten.

Das Hamburger Unternehmen Freenet verkauft zum Jahresende seine Anteile an der freeXmedia an die Media Ventures und die Anteile an 4Players an Computec Media. Über den Kaufpreis wurde jeweils Stillschweigen vereinbart. Erst kürzlich hatte Freenet seine Beteiligung an Kielnet abgegeben.

Die italienische Tecnomaster Group hat das schwäbische Unternehmen LPP Leiterplatten Pfullingen aus der Insolvenz gekauft. MP Corporate Finance hat LPP als Finanzberater bei dem Distressed-M&A-Deal, der innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen wurde, beraten.

Der Hersteller von Stahlrädern Mefro Wheels hat die Unternehmensgruppe Centurion Wheel mit Unternehmen in China  und den USA übernommen, über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Ein Team von Beiten Burkhardt hat Mefro beraten.

Die Private Equity Gesellschaft Trigon Equity Partners hat Menz Holz zu einem nicht genannten Preis aus der Insolvenz erworben. Das Unternehmen wird künftig unter dem Namen Menz Holz Design firmieren, der operative Betrieb wird weitergeführt.

Das Kölner Unternehmen Generali Real Estate hat das Bürogebäude The Seven Office in München von einem Joint Venture aus LBBW Immobilien Capital und Alpha Invest Projekt für einen nicht genannten Preis übernommen. Ein Team von Clifford Chance unter Federführung von Jörn Stobbe hat Generali bei dem M&A-Deal beraten.

Das Unternehmen Knauf Insulation will die Glaswolleaktivitäten von Schwenk Dämmstoffe übernehmen, die Aufsichtsbehörden müssen noch zustimmen. Ein Kaufpreis wurde nicht benannt. Freshfields Bruckhaus Deringer hat Knauf Insulation beraten.

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