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M&A-Deals: Oetker, Linde, Braas Monier

Die Oetker-Gruppe verkauft die Reederei Hamburg Süd.
Oetker Gruppe

Maersk übernimmt das Reederei-Geschäft von Oetker

Die Oetker-Gruppe verkauft die Reederei Hamburg Süd an den dänischen Reederei-Riesen A.P. Møller-Maersk. Mit dem Deal verliert Oetker rund die Hälfte seines Umsatzes von rund 12 Milliarden Euro. Der Verkauf  soll bis Ende 2017 umgesetzt werden. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Zum Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden.

Zu den Gründen verweist das Oetker-Management auf den momentanen Konsolidierungsprozess in der Branche. Sie leidet seit Jahren leidet unter Überkapazitäten auf den Weltmeeren.

Fusion von Linde und Praxair ist noch nicht vom Tisch

Die Gasehersteller Linde und Praxair verhandeln erneut über einen Zusammenschluss. Die geplante Megafusion der Konzerne war vor drei Monaten geplatzt. Nun hat der US-Konzern Praxair überraschend ein neues Angebot für Linde vorgelegt. Details sind jedoch noch nicht bekannt.

Die ursprünglichen Fusionspläne waren geplatzt, da die Konkurrenten keine Einigung über zentrale Punkte wie den Standort erzielen konnten. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat von Linde hatten im Falle einer Fusion einen Verlust von Arbeitsplätzen befürchtet.

Braas Monier will feindliche Übernahme verhindern

Der Dachziegelhersteller Braas Monier wehrt sich mit Kapitalmaßnahmen gegen eine Übernahme durch den US-Wettbewerber Standard Industries. Der Konzern begibt rund 4 Millionen Gratisaktien an seine Aktionäre. Damit erhöht sich die Anzahl der Aktien, die Standard Industries kaufen müsste, was den potenziellen Deal teurer machen würde.

Bislang hält Standard Industries bereits 40 Prozent an Braas Monier und will die übrigen Anteile für 25 Euro je Aktie kaufen. Durch die neu ausgegebenen Aktien würde sich der zu zahlende Kaufpreis von 588 Millionen Euro auf rund 650 Millionen Euro erhöhen.

ZF Friedrichshafen verkauft Haldex-Anteil

ZF Friedrichshafen wird seine Anteile an Haldex dem Mitbieter Knorr-Bremse vollständig andienen. ZF hatte einen Anteil von 20,11 Prozent. Durch den Verkauf kassiert das Unternehmen rund 113,7 Millionen Euro.

Knorr-Bremse kontrolliert damit 35 Prozent von Haldex. Das Übernahmeangebot für Haldex läuft noch bis zum 5. Dezember. Damit geht voraussichtlich einer der spannendsten Bieterwettstreite der jüngsten Vergangenheit zu Ende. Begonnen hatte er Mitte Juli, als SAF Holland umgerechnet 450 Millionen Euro für Haldex auf den Tisch legte. Später wurde SAF dann von ZF überboten.

Lone Star kauft Xella

Der Private-Equity-Investor Lone Star kauft den Duisburger Baustoffherstellers Xella. Die beiden bisherigen Gesellschafter, die PE-Investoren Goldman Sachs Merchant Banking und PAI Partners, werden ihre Anteile verkaufen. Der Transaktionspreis ist offiziell nicht bekannt. Laut Reuters handelt es sich aber um 2,2 Milliarden Euro. Die Milbank hat die PE-Investoren beraten.

Xella sollte eigentlich im Oktober 2015 an die Börse gehen, der IPO wurde aber abgesagt. Ein neuer Versuch wurde seitdem nicht mehr unternommen.

Alno setzt sich gegen Übernahme zur Wehr

Der Küchenbauer Alno ist vom Übernahmeangebot von Tahoe, dem Unternehmen der bosnischen Unternehmerfamilie Hastor, sowie der Firma Brillant 1953, nicht überzeugt. Tahoe bietet 50 Cent je Aktie. Dieser Preis sei zu niedrig, weshalb Vorstand und Aufsichtsrat von Alno den Kleinaktionären ans Herz legen, das Angebot abzulehnen. Am vergangenen Mittwoch betrug der Börsenwert der Alno-Aktie 48 Cent. Grundsätzlich befürwortet Alno den Einstieg der Großinvestoren jedoch. Bislang hält Tahoe 33,25 Prozent an Alno.

Evonik plant M&A-Deal mit Metex

Der Spezialchemiekonzern Evonik will eine Technologie zur fermentativen Herstellung von Methionin von  dem französischen Unternehmen Metabolic Explorer (Metex) erwerben. Einen entsprechenden Vertrag haben die Unternehmen bereits unterzeichnet.

Der M&A-Deal umfasst auch eine Rücklizenzvereinbarung, die es Metex erlaubt, bestimmte Patente weiter zu nutzen. Der Kaufpreis für den Technologievertrag sowie einen Servicevertrag im Zusammenhang mit dem Technologietransfer beträgt 45 Millionen Euro.

M&A-Personalien

Shu Ebe ist neuer Senior Adviser der Corporate-Finance-Beratung Clearwater International. Der 64-Jährige ist auf die Automobilindustrie spezialisiert. Shu Ebe war zuvor unter anderem bei AMP in Japan und den USA tätig, zunächst sieben Jahre als Vice President und acht Jahre als Senior Vice President des Tyco Electronics-Geschäftsbereichs Global Automotive.

Kamyar Abrar wird zum Jahreswechsel neuer Partner der Sozietät Weil, Gotshal & Manges. Der 38-Jährige ist in der Private-Equity-Praxis der Kanzlei in Frankfurt tätig. Er berät bei internationalen Transaktionen besonders im Technologiebereich.

Die Kanzlei Gleiss Lutz hat zum 1. Januar mehrere neue Partner und Counsel ernannt. Martin Viciano Gofferje ist neuer Partner im Bereich Gesellschaftsrecht und M&A in Berlin. Matthias Gärtner und Christian Mencke werden neue Counsel in der Gesellschaftsrechts- und M&A-Praxis der Kanzlei.

Weitere M&A-Deals

BASF verkauft sein PET-Schaumstoffgeschäft in Italien. Käufer ist der schweizerische Anbieter von Verbundwerkstoffen Gurit. Der Kaufpreis ist unbekannt. BASF hatte das Geschäft im März 2012 von der italienischen B.C. Foam übernommen.

Der Private-Equity-Investor Ardian hat eine Mehrheitsbeteiligung an der fränkischen Schwind Eye-Tech-Solutions erworben. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt ein Produktportfolio zur Behandlung von Fehlsichtigkeit sowie Hornhauterkrankungen Zu den Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. Beraten wurde Ardian von einem White & Case-Team unter Federführung von Stefan Koch.

Der dänische Ferienwohnungsvermittler Novasol will den Wettbewerber Wimdu, ein früheres Rocket-Internet-Startup, übernehmen, wie das Manager Magazin berichtete. Novasol selbst gehört zum börsennotierten US-Reisekonzern Wyndham Worldwide. Eigentlich hatte Wimdu erst vor knapp zwei Monaten mit dem Airbnb-Konkurrenten 9Flats fusioniert. Die Neugruppierung sei jedoch noch nicht abgeschlossen und Novasol interessiere sich momentan nur für Wimdu.

Fonds der DPE Deutsche Private Equity übernehmen den Automobilzulieferer Fischer Surface Technologies. Der M&A-Deal umfasst zwei deutsche sowie drei tschechische Standorte. Fischer Surface Technologies erzielt mit mehr als 600 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 70 Millionen Euro. DPE wurde von Heuking Kühn Lüer Wojtek unter der Federführung von Peter Christian Schmidt beraten. Die begleitende tschechische Bank Česká spořitelna wurde von Clifford Chance beraten (Federführung: Thomas Weitkamp).

Der Energiekonzern E.on wappnet sich gegen mögliche feindliche Übernahmen, wie das Manager Magazin berichtete. Dazu habe der Konzern im Rahmen eines neu verhandelten „Defense Mandate“ Banken und Anwälte mandatiert, die E.on gegen unerwünschte Kaufversuche unterstützen sollen.  Allerdings gebe es keinen konkreten Anlass. Die Verträge seien im Rahmen der normalen Risikovorsorge abgeschlossen worden.

Die Rako-Gruppe, die dem Elektrotechnikunternehmen Koopmann gehört, schließt sich mit der X-Label Gruppe zusammen. Im Zuge des Deals haben sich die bisherigen Gesellschafter der X-Label-Gruppe an Koopmann beteiligt. Beraten wurden Rako und Koopmann bei der Transaktion durch die Kanzlei Hogan Lovells unter Leitung von Matthias Jaletzke und Jörg Neubauer. X-Label wurde von Clearwater International beraten.

RIB Software hat 25 Prozent der Anteile an der Exactal Group erworben. Exactal ist ein Softwarehersteller für die Bauindustrie mit Sitz in Hongkong. Die Unternehmen wollen Synergien ihrer Softwareprodukte nutzen.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.

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