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M&A-Deals: PE-Investoren ziehen bei der Finanzierung mit Strategen gleich

Kopf-an-Kopf-Rennen: Wenn es um die Finanzierung von M&A-Deals geht, liegen PE-Investoren und Strategen derzeit nahezu gleichauf.
via films/iStock/Thinkstock

Am M&A-Markt holen PE-Investoren in Finanzierungsfragen gegenüber den strategischen Käufern immer weiter auf. Darauf lassen die Ergebnisse der jüngsten Befragung des FINANCE M&A Panels schließen, für das die Redaktion von FINANCE gemeinsam mit der Kanzlei CMS Hasche Sigle sowohl M&A-Chefs deutscher Unternehmen als auch führende Investmentbanker und M&A-Berater anonym zu ihrer Markteinschätzung befragt hat.

Ein Vorsprung der Strategen gegenüber den Finanzinvestoren ist nach Einschätzung der Marktteilnehmer zurzeit kaum noch zu erkennen: Während die befragten Investmentbanker und M&A-Berater das Finanzierungsumfeld für Corporates zurzeit mit 8,08 von 10 möglichen Punkten als sehr gut einschätzen, liegen die Finanzierungsbedingungen für die Finanzinvestoren mit 7,80 inzwischen nahezu auf dem gleichen Niveau. „Das Finanzierungsumfeld ist außerordentlich gut. Dies gilt sowohl für die Verfügbarkeit als auch für die Konditionen der Finanzierung von Unternehmenskäufen“, sagt Oliver Wolfgramm, Partner bei CMS Hasche Sigle. „Insoweit sind Finanzinvestoren auf Augenhöhe mit strategischen Investoren.“

Und die Bahn, diese Mittel auch für viele Deals zu mobilisieren, scheint frei zu sein. Die Sorgen um die gesamtwirtschaftliche Situation haben sich über den Winter jedenfalls abgeschwächt, die gesamtwirtschaftliche Situation nehmen die M&A-Verantwortlichen derzeit kaum noch als Hindernis für ihre Arbeit wahr. „Die geopolitischen Risiken haben sich erwartungsgemäß auf M&A-Aktivitäten in den Krisengebieten ausgewirkt. Ansonsten haben sie aber keine Spuren beim M&A-Geschehen hinterlassen“, resümiert Thomas Meyding, Partner bei CMS Hasche Sigle.

Due Diligence nimmt mehr Zeit in Anspruch

Dafür gewinnen bei M&A-Verhandlungen aktuell aber offenbar praktische Probleme an Relevanz: Deutlich mehr M&A-Verhandlungen scheitern nach Einschätzung der Corporates derzeit während der intensiven Prüfung des Zielunternehmens. Negative Due-Diligence-Findings sind in den Augen der M&A-Chefs als Dealbreaker stark gestiegen. Entsprechend geht auch jeder dritte befragte Corporate-M&A-Verantwortliche davon aus, dass er in diesem Jahr mehr Zeit auf die Due Diligence verwenden wird als noch 2014.

Auch die Suche nach attraktiven Targets wird durch die steigende Konkurrenz komplexer: Insgesamt plant die Hälfte der Corporate-Panelisten nach eigenen Angaben im laufenden Jahr mehr Kapazitäten für die Suche nach Targets ein als noch 2014. Fast ebenso viele M&A-Chefs werden mehr Zeit mit der Post-Merger-Integration verbringen. Dies könnte auch ein Indiz dafür sein, dass einige Unternehmen das positive Marktumfeld der vergangenen Monate bereits für Transaktionen genutzt haben und nun die Integrationsarbeit für ihre jüngsten Zukäufe leisten müssen.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

Info

Die vollständigen Ergebnisse des FINANCE M&A Panels stehen im Bereich FINANCE Research kostenlos zum Download zur Verfügung.

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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