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M&A-Deals: Rewe, Bayer, Kuka

Rewe und Coop wollen ein Gemeinschaftsunternehmen gründen.
Rewe

Rewe gründet Joint Venture mit Coop

Die Supermarktkette Coop, die die Sky-Märkte betreibt, und Rewe Markt wollen ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen. In diesem Rahmen will Coop sein operatives Geschäft in ein Gemeinschaftsunternehmen einbringen. Rewe soll die Mehrheit an dem Joint Venture halten, wie die beiden Unternehmen in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärt haben. Es sollen vor allem der Vertrieb und die Belieferung der Sky-Märkte gebündelt werden. Grund für die strategische Partnerschaft seien Forderungen der Konsortialbanken, die auf ein stärkeres Engagement von Rewe gepocht hätten, berichten Medien. Das Bundeskartellamt muss dem Deal noch zustimmen.

Bayer will Monsanto kaufen

Sowohl Bayer als auch BASF haben Interesse an einer Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto. Lange gab es nur Gerüchte, jetzt haben Bayer und Monsanto bestätigt, dass Übernahmegespräche geführt werden. Der US-Konzern teilte mit, dass eine unverbindliche, unerbetene Offerte vorliege, die an bestimmte Bedingungen geknüpft sei und nun geprüft werde. Monsantos Börsenwert liegt derzeit bei rund 42 Milliarden US-Dollar. Die Bayer-Aktionäre sehen die Monsanto-Übernahme kritisch, der Kurs gab nach der Ankündigung nach.

Midea will Kuka-Beteiligung erhöhen

Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea plant, seine Beteiligung an Kuka auf über 30 Prozent aufzustocken. Dazu hat Midea den Aktionären des Roboterbauers über sein Tochterunternehmen Mecca International ein Übernahmeangebot in Höhe von 115 Euro je Aktie unterbreitet. Daraus ergibt sich eine Bewertung von rund 4,3 Milliarden Euro. Midea will mit dem Deal Kukas Robotertechnik nach China holen und peilt dort eine kräftige Umsatzsteigerung an. Auch Voith ist derzeit mit bei Kuka engagiert und hält eine Sperrminorität von 25,1 Prozent. Der Heidenheimer Anlagenbauer war Ende 2014 bei Kuka eingestiegen. Kuka hat hinsichtlich des Übernahmeangebots die Kanzlei Clifford Chance als Berater mandatiert, das Team leitete Andreas Dietzel.

Demag wird Teil eines Milliardendeals

Der Mutterkonzern des deutschen Kranbauers Demag, Terex, und der finnische Wettbewerber Konecranes schließen den bereits vor fünf Jahren eingefädelten M&A-Deal über den Verkauf des Kranherstellers mit einigen Änderungen doch noch ab. Konecranes übernimmt das Geschäft mit Industriekränen und Hafenanlagen für 1,13 Milliarden Euro, wie das Handelsblatt berichtete.

Ursprünglich wollten Konecranes und Terex komplett fusionieren. Allerdings hatte der chinesische Baumaschinenkonzern Zoomlion dann rund 3 Milliarden Euro für Terex geboten. Der jetzige M&A-Deal mit Konecranes umfasst nur das ehemalige Demag-Kerngeschäft – für den Rest könnten die Chinesen nun wieder bieten.

M&A-Personalien

Thomas Piquemal ist neuer Leiter der M&A-Beratung der Deutschen Bank. Der 47-jährige Franzose war ehemals CFO des französischen Energiekonzerns EdF. Piquemals Vorgänger auf der Position des M&A-Chefs, Henrik Aslaksen, hatte die Deutsche Bank bereits im vergangenen Sommer verlassen und wechselte kürzlich zur Credit Suisse.

Deloitte Legal hat Alexander Heist als neuen Partner für seine Financial-Services-Industry-Praxis in Frankfurt gewonnen. Heist war im Laufe seiner Karriere bei der BaFin und der EZB tätig.

Weitere M&A-Deals

Das Joint Venture zwischen Axel Springer und der Funke Mediengruppe ist wegen kartellrechtlicher Bedenken nun doch vom Tisch. „Beide Partner hatten aus verschiedenen Gesprächen mit dem Kartellamt den Eindruck gewonnen, dass die Umsetzung einer vertrieblichen Zusammenarbeit ohne eine gesellschaftsrechtliche Verbindung einfacher zu gestalten ist“, hieß es in einer Mitteilung von Axel Springer. Nun soll die Springer-Tochter Newspaper Impact ab Anfang 2017 den Einzelhandelsvertrieb des gesamten Zeitungsportfolios der Funke Mediengruppe übernehmen. Bei den Zeitschriften, die Funke vor zwei Jahren von Springer übernommen hatte, gibt Springer den Vertrieb jedoch ab.

Der Motorsägenhersteller Stihl baut sein Akku-Geschäft aus und steigt mit einer Minderheitenbeteiligung bei dem chinesischen Hersteller für Akku- und Elektrogeräte, Globe Tools, ein. Stihl bemüht sich seit längerem, den Akku-Bereich auszubauen.

Das Wasseraufbereitungsunternehmen Elector hat seine Beteiligung an dem Unternehmen Clere (vormals Balda) von rund 29,4 Prozent auf nunmehr 30,9 Prozent aufgestockt. In Folge des Zukaufs hat Elector ein öffentliches Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre abgegeben. Das Volumen des Angebots beläuft sich bei einem Angebotspreis von 25,50 Euro je Clere-Aktie auf 103,8 Millionen Euro. Zur Finanzierung hat Elector ein Akquisitionsdarlehen der UniCredit Bank erhalten. Bei der Transaktion wird Elector durch Taylor Wessing beraten.

Das US-Landwirtschaftsministerium prüft die Übernahme des Saatgutproduzenten Syngenta durch den Konzern ChemChina hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit in den USA, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete. ChemChina hat die Angebotsfrist verlängert, da noch nicht alle erforderlichen Genehmigungen für die Transaktion vorliegen.

Equinix, ein Betreiber von Rechenzentren, veräußert im Zuge eines Carve-Outs seine europäischen Datencenter für 874,4 Millionen US-Dollar an Digital Reality Trust. Die EU-Kommission hatte Equinix den Verkauf im Rahmen der Übernahme der Telecity Group als Bedingung auferlegt. Der Abschluss des M&A-Deals wird für das dritte Quartal erwartet. Als Berater hatte Equinix die Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller sowie Slaughter and May und De Brauw Blackstone Westbroek mandatiert.  

Siemens Healthcare hat das Diagnostikunternehmen Neo New Oncology erworben. Details des Deals sind nicht bekannt. Die Aktionäre von Neo wurden beim Verkauf durch die Kanzlei Orrick unter Leitung von Jörg Ritter und Thomas Strassner beraten.

Bei dem geplanten Zusammenschluss zwischen der Deutschen Börse und London Stock Exchange (LSE) sollen erst nach der anstehenden Abstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der EU am 23. Juni die nächsten Schritte unternommen werden. Die LSE-Aktionäre sollen auf der Hauptversammlung im Juli über die Fusion abstimmen. Auch die Anteilseigner der Deutschen Börse haben bis Juli Zeit, das Aktientauschangebot anzunehmen.

Paragon Partners hat die AWG Fittings Gruppe an Lukas Hydraulik, ein Tochterunternehmen des auf Brandschutz und Sicherheitstechnik spezialisierten US-Unternehmens Idex veräußert. AWG ist ebenfalls im Rettungs- und Sicherheitsbereich tätig und erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 36 Millionen Euro. Die Aufsichtsbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Beraten wurde Paragon Partners bei dem Verkauf durch IMAP unter Federführung von Karl Felsenmeyer, Andreas Widholz und Atanas Petkov.

Der Baustoff- und Bedachungskonzern Braas Monier hat einen neuen Großaktionär. Das US-Baustoffunternehmen Standard Industries hat über sein verbundenes Unternehmen 40 North 29,1 Prozent der Anteile erworben. Der Deal hat basierend auf dem Börsenkurs ein Volumen von rund 250 Millionen Euro. Verkauft wurden die  Aktien von Distressed-Investoren sowie ehemaligen Gläubigern, die 2009 Schulden in Eigenkapital umgewandelt hatten. Die Transaktion soll im Sommer abgeschlossen werden.

Capiton hat den Bodenbelagshersteller Nora Systems an das Management sowie die Intermediate Capital Group veräußert. Nora Systems erzielt mit etwa 1.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 220 Millionen Euro. Der Verkauf unterliegt noch marktüblichen Vorbehalten, wie Capiton mitteilte. Als Berater war BMH Bräutigam & Partner mandatiert.

Die Net-m Privatbank 1891 wurde von Base Oil Supply, einem Tochterunternehmen von Gulf Oil International, übernommen, das wiederum zum indischen Mischkonzern Hinduja-Gruppe gehört. Verkäufer ist Net Mobile. Die Transaktion muss noch durch die betroffenen Behörden freigegeben werden. Die Käuferseite wurde durch ein Team von DLA Piper unter Federführung von Florian Hirschmann beraten.

Die Münchener Industrieholding Blue Cap übernimmt die Neschen Gruppe, die auf Beschichtung und Klebstofftechnik spezialisiert ist. Neschen erzielt mit knapp 300 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 60 Millionen Euro. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Die Indus-Gruppe hat seit dem Jahresanfang vier strategische Zukäufe getätigt: Das Unternehmen Budde Fördertechnik hat den Automatisierungsspezialisten Computec erworben. Das Portfoliounternehmen M. Braun hat Creaphys, ein auf organische Elektronik spezialisiertes Unternehmen, übernommen. Zudem hat die Indus-Beteiligung Aurora die Mehrheit an AFK, einem Hersteller von Konvektoren für Nutzfahrzeuge, erworben. Das Unternehmen Caetec hat Ipetronik übernommen, ein Unternehmen, das Messtechnik für die Fahrzeugerprobung entwickelt.

Der Ingenieurdienstleister Philotech Systementwicklung und Software hat das Unternehmen usb Gesellschaft für Unternehmensberatung und Systementwicklung übernommen. Beraten wurde die Käuferseite dabei durch Rödl & Partner.

Das italienische IT-Unternehmen Engineering Ingegneria Informatica hat 51 Prozent der Anteile an DST Consulting und EMDS erworben, die beide Tochterunternehmen des Stuttgarter Unternehmens F-Net sind. Der vorläufige Kaufpreis beträgt 9,5 Millionen Euro. Die Zustimmung der Kartellbehörden steht noch aus. F-Net hält weiterhin die übrigen Anteile. Engineering wurde bei dem M&A-Deal durch Milbank, Tweed, Hadley & McCloy unter Federführung von Peter Nussbaum beraten.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

Info

Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.

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