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M&A-Deals: Siemens, ZF Friedrichshafen, Oddo

Siemens zahlt fast 1 Milliarde US-Dollar für den Softwareanbieter CD-Adapco.
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Siemens zahlt knapp 1 Milliarde Dollar für CD-Adapco

Der Industriekonzern Siemens plant die Übernahme der US-Softwarefirma CD-Adapco für 970 Millionen US-Dollar. Damit zahlt Siemens fast das Fünffache des Jahresumsatzes von CD-Adapco. Allerdings sei der Umsatz des Softwareanbieters in den vergangenen drei Geschäftsjahren jeweils um mehr als 12 Prozent gestiegen, wie Siemens in einer Pressemitteilung angab – diesen Kurs will Siemens fortsetzen.

CEO Joe Kaeser will nicht den Anschluss an den Wettbewerber General Electric verlieren. Obwohl Siemens in den vergangenen Jahren viele Deals im Industriesoftwarebereich getätigt hat, bahnte sich dieses Geschäft Reuters zufolge allerdings offenbar eher kurzfristig an.

ZF Friedrichshafen trennt sich von Komponenten-Sparte

ZF Friedrichshafen veräußert seinen Geschäftsbereich Befestigungssysteme & Komponenten für rund 450 Millionen US-Dollar (rund 415 Millionen Euro) an das amerikanische Unternehmen Illinois Tool Works, das in diesem Bereich aktiv ist. Das Geschäftsfeld mit 3.500 Mitarbeitern, von dem sich ZF Friedrichshafen nun trennt, beliefert weltweit Automobilhersteller.

ZF hat sich zu dem Verkauf entschlossen, obwohl die Sparte durchaus rentabel ist. Der Konzern will sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren, die in den Bereichen Sicherheit, Effizienz, Elektrifizierung und automatisches Fahren liegen, so das Unternehmen. Der Verkauf soll in der ersten Jahreshälfte vollzogen werden. Die Käuferseite hatte die Wirtschaftskanzlei Latham & Watkins als Berater mandatiert. Das Team leiteten die Partner Bradley C. Faris und Martin Neuhaus. Für ZF Friedrichshafen agierte die BNP Paribas als Finanzberater, rechtlich wurde der Konzern durch Honigman Miller Schwartzand Cohn beraten.

Oddo bekommt die BHF-Bank

Der französische Bankier Philippe Oddo hat sein Ziel erreicht: Der chinesische Investor Fosun ist bereit, seine Anteile an der BHF-Bank an Oddo zu veräußern. Der M&A-Deal umfasst ein Aktienpaket von 28,6 Prozent der BHF-Anteile, womit sich Oddo eine deutlich überwiegende Mehrheit sichert. Fosun bringt der Verkauf der Anteile an der BHF Kleinwort Benson einen Gewinn von 29 Millionen Euro ein.

Oddo hingegen kann sich ganz auf seine Wachstumspläne in Deutschland konzentrieren. Einem Bericht von Reuters zufolge zieht der M&A-Deal auch einen Machtwechsel an der Unternehmensspitze nach sich. Christophe Tadié soll neben seinem CFO-Posten bei Oddo auch Finanzchef der BHF werden.

Airbus will Rüstungselektroniksparte verkaufen

Airbus will sein Rüstungsgeschäft stärker fokussieren, wie Reuters berichtete. Daher solle die Rüstungselektroniksparte Orlando veräußert werden, um sich künftig auf Flugzeuge, Raketen und Satelliten zu konzentrieren. Potenzielle Käufer seien die Finanzinvestoren KKR und Carlyle. Dem Handelsblatt zufolge gibt es ein Kaufangebot über 1,3 Milliarden Euro.

Allerdings hat der deutsche Staat als ein Anteilseigner von Airbus zu entscheiden, ob ein Verkauf nach dem Außenwirtschaftsgesetz überhaupt möglich ist. Die Prüfung wird aber erst angestoßen, wenn ein Vertragsabschluss vorliegt.

KKR will Gebäudemanagementsparte von Bilfinger übernehmen

Der Baukonzern Bilfinger führt Gespräche über den Verkauf seiner Gebäudemanagement- und Bausparte. Laut einem Bericht der „WirtschaftsWoche“ interessieren sich mehrere Finanzinvestoren für den Geschäftsbereich. Dazu zählt der Finanzinvestor KKR, der 1 Milliarde Euro geboten haben soll. Dies entspräche dem 14-Fachen des Jahresgewinns der Sparte, die mit 22.000 Mitarbeitern 2,4 Milliarden Euro Umsatz erzielt.

Reisekonzern Kuoni geht offenbar an EQT

Der Verkauf des Reisekonzerns Kuoni befindet sich offenbar in der Endphase, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit dem Unternehmen verbundene Personen berichtete. Demnach sei das beste Angebot das des PE-Investors EQT. Mitgeboten haben sollen unter anderem auch die PE-Häuser Cinven und Permira.

Allerdings liege die endgültige Entscheidung noch nicht vor. Details des Kaufangebots von EQT sind nicht bekannt. Der Börsenwert von Kuoni beläuft sich auf 1,14 Milliarden Euro.

M&A-Personalien

Birgit Reese kommt im Februar als Partnerin für Unternehmensrecht zu Hogan Lovells. Die 44-Jährige wird in der M&A-Praxis in Düsseldorf tätig sein. Sie berät Versicherungsunternehmen, Banken und Industrieunternehmen unter anderem bei M&A-Deals. Reese ist seit 2008 als Partnerin bei Allen & Overy tätig, davor arbeitete sie ebenfalls als Partnerin bei Shearman & Sterling.

Rainer Traugott steigt als Partner im Corporate-Bereich von Latham & Watkins ein. Er berät bei M&A-Transaktionen und im Unternehmensrecht. Zu seinen Mandanten gehören neben deutschen Unternehmen auch PE-Häuser. Traugott war zuvor bei Linklaters tätig.

Weitere M&A-Deals

Für die Lebensmittelhändler Edeka und Kaiser’s Tengelmann geht das Warten weiter: Die Entscheidung über eine Ministererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel für ihren geplanten Zusammenschluss wird sich verzögern, wie Reuters unter Berufung auf eine Ministeriumssprecherin berichtete. Demnach haben Verfahrensbeteiligte eine Fristverlängerung für die Abgabe der erforderlichen Stellungnahmen beantragt.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton baut – wie derzeit die großen WP-Unternehmen – ihr Beratungsgeschäft aus.  Das Düsseldorfer Unternehmen hat eine Debt-Advisory-Einheit gegründet, die nun von Markus Pfaffenholz aufgebaut werden soll, der zum 1. Februar zu Warth & Klein kommt. Zuletzt war der 50-Jährige bei der HSH Nordbank Leiter des M&A-Geschäfts.

PSAV übernimmt die KFP Holding, einen Dienstleister für Eventtechnologie, von der KF Holding. Der Deal soll im ersten Quartal abgeschlossen werden. KFP-Finanzchef Ingolf Zschockelt und CEO Klaus Flettner führen das Unternehmen weiterhin und sollen PSAV mit ihrer starken Marktpräsenz in der DACH-Region helfen, in Europa zu wachsen. Die KF Holding wurde bei der Transaktion durch die Kanzlei White & Case unter Leitung von Markus Hauptmann beraten.

Der dänische Windkraftanlagenhersteller Vestas Wind Systems übernimmt den Servicedienstleister Availon für 88 Millionen Euro von der Deutschen Private Equity. Der M&A-Deal muss noch durch die Kartellbehörden freigegeben werden. Bei der Übernahme wurde Vestas durch ein Team der Wirtschaftskanzlei Freshfields beraten. Die Verkäuferseite hatte Heuking Kühn Lüer Wojtek unter Federführung von Peter Christian Schmidt als Berater mandatiert.

Der Rückversicherer Munich Re erhöht seine Beteiligung an dem Joint Venture Apollo Munich Health Insurance Company um 23,27 Prozent auf 48,75 Prozent. Für die Anteile zahlt Munich Re 1,635 Milliarden Indische Rupien (rund 22,3 Millionen Euro) an den Joint-Venture-Partner Apollo Hospitals Group. Der M&A-Deal soll Ende des zweiten Quartals abgeschlossen werden, sobald die behördlichen Genehmigungen vorliegen.

Der PE-Investor EQT hat eine Beteiligung an der Sivantos Gruppe, der früheren Hörgerätesparte von Siemens, von Siemens übernommen. EQT hat den M&A-Deal gemeinsam mit der Unternehmerfamilie Strüngmann abgeschlossen. Bei der Transaktion wurde EQT durch die Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer unter Federführung von Kai Hasselbach beraten.

Die DPE Deutsche Private Equity übernimmt die Mehrheit an der Elatec Gruppe, einem Anbieter von RFID-Lesegeräten. Der CEO und bisherige Hauptgesellschafter Stefan Haertel bleibt weiterhin maßgeblich an Elatec beteiligt. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2014 mit rund 70 Mitarbeitern einen Umsatz von 22 Millionen Euro.

Der Schweizer Finanzinvestor Aetna Partners hat mit Wirkung zum 30. Dezember 2015 gemeinsam mit dem Automobilzulieferer Demmel die Vermögensgegenstände des insolventen Unternehmens Wafa Kunststofftechnik übernommen. Aetna investiert üblicherweise in Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 7 und 80 Millionen Euro. Die Mitarbeiter von Wafa werden entweder übernommen oder wechseln in eine Transfergesellschaft. Aetna und Demmel wurden bei der Transaktion durch die Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek unter Federführung von Georg Streit beraten.

Im Rahmen einer Nachfolgeregelung schließen sich die beiden Werkzeugmaschinenbauer Kunzmann Maschinenbau und Weiler zusammen. Die Gesellschafter von Kunzmann, die Familien Kachel und Siebler, haben ihre Anteile an die Unternehmensgruppe der Familie Eisler veräußert, zu der Weiler gehört. Begleitet wurde die Verkäuferseite durch die M&A-Beratung VR Corporate Finance.

Der PE-Fonds Palero Invest hat die auf Antriebstechnik spezialisierte Heidrive-Gruppe an das US-amerikanische Unternehmen Allied Motion Technologies veräußert. Bei dem Verkauf wurde Palero Invest durch die Wirtschaftskanzlei White & Case beraten. Das Team leitete Hendrik Röhricht.

Ferratum Capital Germany, ein Anbieter mobiler Konsumentenkredite, will die FCB Firmen-Credit Bank übernehmen. Die EZB muss dem M&A-Deal noch zustimmen. Der Abschluss des Deals wird für das zweite Quartal erwartet. FCB gehört zur Avenue Capital Group und verfügt über eine Banklizenz.

RNTS Media übernimmt das US-Unternehmen Heyzap, einen Anbieter von Mobile Advertising. Der Kaufpreis beläuft sich auf bis zu 45 Millionen US-Dollar. Dieser Betrag setzt sich aus einer anfänglichen Barkomponente in Höhe von 20 Millionen US-Dollar sowie Earn-out-Vereinbarungen über bis zu 25 Millionen US-Dollar zusammen. Beraten wurde RNTS Media bei dem M&A-Deal durch die Kanzlei Morrison & Foerster unter Federführung von Dirk Besse und Eric T. McCrath.

Aevis Victoria hat 40 Prozent der Anteile an dem Schweizer Telemedizinanbieter Medgate Gruppe erworben. Die Mehrheit halten weiterhin die Gründer Andy Fischer und Lorenz Fitzi. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Der US-amerikanische Medizinprodukteanbieter Surgical Specialties hat sämtliche Anteile an FSSB Chirurgische Nadeln erworben. Beraten wurde die Käuferseite durch die Kanzlei Taylor Wessing unter Federführung von Peter Hellich und Björn Biehl.

Im vierten Quartal 2015 hat die M&A-Aktivität in Deutschland laut dem Deal Flow Predictor von Intralinks gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,4 Prozent zugenommen. Im zweiten Quartal war das Wachstum unter anderem wegen der schwachen chinesischen Wirtschaft negativ verlaufen. Besonders in den Branchen Consumer, Immobilien und Handel gibt es immer mehr M&A-Deals im Frühstadium.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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