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M&A-Deals: SIG, Metro, Fraport

Der Lebensmittelverpackungshersteller SIG Combibloc geht für 3,75 Milliarden Euro an PE-Investor Onex.
SIG Combibloc

SIG Combibloc hat einen neuen Investor

Die Private-Equity Gesellschaft Onex mit Hauptsitz in Kanada übernimmt den Schweizer Lebensmittelverpackungshersteller SIG Combibloc für 3,75 Milliarden Euro. Abhängig von den finanziellen Erfolgen der SIG in den Jahren 2015 und 2016 können noch weitere 175 Millionen Euro zum Kaufpreis hinzukommen. Das Closing soll im ersten Quartal 2015 stattfinden. Bereits im Juli gab es Gerüchte, das SIG verkauft werden soll. SIG Combibloc ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Systemhersteller von Kartonpackungen und Füllmaschinen für Getränke und Lebensmittel. Das Unternehmen erzielte 2013 mit rund 5.100 Mitarbeitern in 40 Ländern einen Umsatz von 1,68 Milliarden Euro. Beraten wurde Onex von Latham & Watkins, federführend war Mike Bond. Zu Aspekten des Schweizer Rechts beriet Bar & Karrer.

Braas Monier bietet bei irischem Dachziegelgeschäft mit

Der Dachziegel-Hersteller Braas Monier ist einem Zeitungsbericht zufolge an dem Dachziegelgeschäft des irischen Baustoffkonzerns CRH interessiert. Neben US-Investmentfirmen wie Bain Capital soll auch Braas Monier Interesse bei CRH für das mit mehr als 632 Millionen Euro bewertete Geschäft gezeigt haben, so die "Sunday Times" unter Berufung auf Kreise. Braas Monier hatte sich zuletzt mit der Übernahme Tejas Cobert und in Spanien und Portugal verstärkt.

Metro verkauft Großhandelsgeschäft in Griechenland

Das Düsseldorfer Handelsunternehmen Metro verkauft seine griechische  Einzelhandelstochter Makro Cash & Carry an den lokalen Einzelhändler Sklavenitis. Der M&A-Deal umfasst das komplette operative Geschäft von Makro mit neun Großmärkten sowie das zugehörige Immobilienportfolio mit einem Unternehmenswert von 65 Millionen Euro. Aus dem Verkauf erwartet Metro einen neutralen EBIT-Effekt für das Geschäftsjahr 2014/2015. Metro ist mit ihrem Großhandelsgeschäft im Jahr 1992 in Griechenland gestartet und betreibt heute landesweit neun Großmärkte mit rund 1.000 Mitarbeitern. Der Abschluss der Transaktion wird für die erste Jahreshälfte 2015 erwartet.

Bayer setzt M&A-Agenda fort

Bayer hat weitere Zukäufe angekündigt: Im Anschluss an den Spin-Off der Material Science-Sparte will der Konzern weiter investieren. Im Frage käme möglicherweise der Bereich rezeptfreie Medikamente, wo Bayer erst im Mai das Consumer-Care-Geschäft von Merck & Co. übernommen hatte, sagte CEO Marijn Dekkers. Parallel zu Spin-Off gab es aber auch Gerüchte über einen möglichen Verkauf des Diabetesgeschäfts. Laut Bloomberg könnte Bayer dabei bis zu 2 Milliarden Euro erlösen.

Gerresheimer sucht nach US-Targets

Der Pharmazulieferer Gerresheimerwill in den nordamerikanischen Markt expandieren und ist bereit eine halbe Milliarde in die Hand zu nehmen. Das Unternehmen wäre für den M&A-Deal gut gerüstet: In den ersten drei Quartalen 2014 erwirtschafteten die Düsseldorfer einen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) von rund 175 Millionen Euro – rund 4 Prozent über Vorjahresniveau. Die Eigenkapitalquote liegt bei soliden 35,9 Prozent bei einer Bilanzsumme von 1,6 Milliarden Euro. Die Nettofinanzschulden von 460 Millionen Euro entsprechen – aufs Jahr hochgerechnet – in etwa dem 1,8-fachen bereinigten Ebitda. „Unseren Leverage könnte man bequem auf über 3x hochfahren“, meint CEO Uwe Röhrhoff. Für eine größere Investition könne man zudem noch Eigenkapital aufnehmen. Einziger Knackpunkt: PE-Investoren treiben die Preise im hart umkämpften nordamerikanischen Markt nach oben und erschweren für Gerresheimer die Auswahl. Röhrhoff schielt deshalb bereits auf die Schwellenländer.

Douglas offenbar vor Thalia-Verkauf

Der Einzelhandelskonzern Douglas will offenbar nun auch seine Buchhandelskette Thalia verkaufen. Die australische Investmentbank Macquarie soll den Auftrag bekommen haben, den Prozess zu organisieren, so Reuters. Douglas macht sich derzeit für den anstehenden Börsengang fit und will sich stärker auf das Parfümgeschäft konzentrieren: Im Februar einigte er sich mit PE-Investor Charterhouse über die Übernahme der französischen Parfümeriekette Nocibé. Nur wenige Wochen später trennte sich Douglas vom Süßwaren Fachgeschäft Hussel, vor einem Monat schließlich wurde dann die Schmuckkette Christ verkauft. Neben Thalia gehört noch der Modehändler AppelrathCüpper zum Unternehmen. 

Fraport investiert Milliarden in griechische Flughäfen

Fraport hat Verwendung für seine hohen Cash-Reserven gefunden: Der Flughafenbetreiber hat für rund 1,2 Milliarden Euro zusammen mit seinem griechischen Partnerunternehmen Copelouzos Group die Konzessionsrechte zum Betrieb von griechischen Flughäfen erworben. Insgesamt handelt es sich dabei um 14 Unternehmen und eine Dauer von 40 Jahren. Zur Finanzierung des Deals wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Generell verfolgt CFO Matthias Zieschang eine stark liquiditätsorientierte Finanzstrategie. CEO Stefan Schulte sagte, dass er im Standort Griechenland ein „erhebliches Wachstumspotential“ sieht, einige der Flughäfen haben mit Rhodos oder Kreta recht attraktive Standorte.

Telekom und Orange könnten Joint Venture verkaufen

Die Deutsche Telekom und die französischer Orange loten mögliche Optionen für ihr gemeinsames britisches Joint Venture EE aus. Wie Telekom gegenüber Reuters bestätigte, führen die beiden Gespräche mit British Telecom. Diese befinden sich allerdings in einem frühen Stadium und es sei noch zu früh, um zu sagen, ob es zu einer Transaktion kommen werde. Anfang des Jahres hatten die beiden Partner einen Börsengang von EE auf Eis gelegt. In der Vergangenheit gab es immer wieder Gerüchte über eine Börsennotierung oder einen Verkauf der gemeinsamen Tochter. Laut Reuters ist EE nach Kundenzahlen der größte Mobilfunkanbieter in Großbritannien.

Verkauft Eon sein Spaniengeschäft?

Der Energiekonzern Eon steht offenbar kurz vor einer Einigung über den Verkauf seines spanischen Geschäfts. Favorisierter Käufer sei die australische Macquarie Bank, schreibt die Rheinische Post unter Berufung auf Branchenkreise. Eon Spanien wird mit gut zwei Milliarden Euro bewertet und beschäftigt 1.200 Mitarbeiter. Macquarie hatte bereits vor zwei Jahren  das Ferngasnetz von Eon übernommen. Außerdem Eon soll Insidern zufolge auch Interessenten für Offerten für seine Italien-Aktivitäten erhalten haben, die ebenfalls mehr als zwei Milliarden Euro wert sein könnte. Eon beschäftigt in Italien rund 1.000 Mitarbeiter und beliefert etwa 860.000 Strom- und Gaskunden.

IK Investment übernimmt Transnorm von Equita

Der schwedische PE-Investor IK Investment Partners hat die Mehrheit an dem Harsumer Logistikunternehmen Transnorm erworben. Verkäufer ist die Equita Holding, eine Beteiligungsgesellschaft der Harald Quandt Holding. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Seitdem Equita im Jahr 2007 den Hochleistungs-Fördermodulanbieter von der Nord Holding übernommen hatte, kontrollierte sie 80 Prozent der Anteile, die restlichen Anteile liegen beim Management. Der Money Multiple des Deals liegt bei „knapp 3x“, sagte Equita-Partner Jan Drewitz gegenüber FINANCE.

DBAG investiert in Huhtamaki Films

Die Deutsche Beteiligungs AG hat einen weiteren Deal abgeschlossen: Sie übernimmt Huhtamaki Films, die Foliensparte des finnischen Konzerns Huhtamaki Oij. Der Kaufpreis beträgt 141 Millionen Euro. Beraten wurde DBAG durch Jonas Day. Es ist dritte Zukauf dieses Jahres für DBAG: Im August hatte sie die Flugzeugsparte von Dürr als Add-On-Investment erworben und im Mai die insolvente Bäckereigruppe De Mäkelbörger übernommen. Im Juli hatte die Gesellschaft hingegen den Holzmaschinenbauers Homag an den DAX-Konzern Dürr verkauft

SBO expandiert in Kanada

Der Ölbohrausrüster Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) übernimmt 67 Prozent am kanadischen Oilfield Service-Unternehmen Resource Well Completion Technologies. Der Kaufvertrag beinhaltet eine Option zur Übernahme der übrigen 33 Prozent nach Ablauf von drei Jahren. Die erste Tranche des Kaufpreises ist mit dem Closing fällig und liegt bei 39,3 Millionen Kanadischen Dollar,  die zweite Tranche wird am 31. März 2015 fällig. Abhängig vom Erreichen eines vereinbarten Jahresergebnisses  wird sie zwischen 30 und 50 Millionen Kanadischen Dollar liegen. Bereits Ende September kündigte SBO-Chef Gerald Grohmann im Interview mit FINANCE TV an, dass er dem fallenden Ölpreis mit Akquisitionen begegnen will. 

Weitere M&A-Deals

Dr. Oetker baut sein Geschäft in Nordamerika aus und übernimmt das Tiefkühlpizzageschäft von McCain Foods. Der Deal beinhaltet die Übernahme der Standorte in Grand Falls, New Brunswick (Kanada) und Lodi, New Jersey (USA). Über den Kaufpreis ist nichts bekannt.

Der insolvente Flughafen in Zweibrücken hat einen Investor gefunden: Die Trierer Immobilienentwicklungsgesellschaft Triwo wird das Gelände übernehmen, so der Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Triwo plant, 17 Millionen Euro zu investieren, der Investor will den Flughafen als Gewerbepark und Fahrzeugteststrecke nutzen.

Die Deutsche Börse hat einen Minderheitsanteil an R5FX übernommen, einem in London ansässigen FinTech-Unternehmen mit Spezialisierung auf Emerging Markets-Währungen. Der Kaufpreis liegt im einstelligen Millionenbereich (in Pfund Sterling). Durch ein neu entwickeltes System von R5FX soll die Preis- und Liquiditätsfindung optimiert werden.

Der indische Hersteller von mono- und polykristallinen Photovoltaikmodulen EMMVEE Solar Systems Private, hat die deutsche Solarpark Bronkow Luckaitztal an den regionalen Energieversorger im Großraum Köln RheinEnergie verkauft. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Beraten wurde EMMVEE von Lincoln International.

Die Beteiligungsgesellschaft HeidelbergCapital Private Equity hat über ihren neuen Fund ein Portfolio von Unternehmen des Hamburger Investors Beaufort Capital erworben. Der Deal wurde im Rahmen der Partnerschaft mit dem Private Equity Fund Auda International durchgeführt. HeidelbergCapital stellt den einzelnen Portfolio-Unternehmen auch Mittel für geplante Wachstumsinvestitionen und Zukäufe zur Verfügung. Beraten wurden HeidelbergCapital und Auda von Michael Inhester, Partner der Münchner Kanzlei P+P Pöllath + Partners. Beaufort Capital wurde von Jan Heerma von der Kanzlei Vogel Heerma Waitz aus Berlin beraten und bei der Strukturierung des Deals  von Pascal Schmidt, Partner der Corporate Finance-Beratung Mummert & Company, München, unterstützt.

Die französische Reederei CMA CGM kauft die Oldenburg-Portugiesische Dampfschiffs-Rhederei (OPDR) mit Sitz in Hamburg. Verkäufer ist die Schulte-Gruppe, zu der die OPDR seit 1996 gehört, wie die Zeitung Die Welt berichtet. Der Deal soll im ersten Quartal 2015 abgeschlossen sein.

KPMG übernimmt die P3 Consulting+Software, eine auf Cyber-Security spezialisierte Unternehmensberatung mit Sitz in Frankfurt am Main. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Mit dem Deal will sich KMPG in der Managementberatung verstärken.

Die Leverkusener Radiomed-Servicefür radiologische Großpraxen hat iSoft Health, einen Anbieter von Healthcare-IT-Lösungen, erworben. Verkäufer ist das US-amerikanische Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen Computer Sciences Corporation CSC. Beraten wurde Radiomed Service von Bird & Bird (Federführung: Kai Kerger). CSC hat Greenfort Partnerschaft von Rechtsanwälten mbH (Federführung: Andreas von Oppen) mandatiert.

Der Hersteller von Getränkabfüll- und Verpackungstechnik Krones hat eine Mehrheitsbeteiliguung an Till, einem Entwickler von Systemen für den digitalen Direktdruck auf Behälter, erworben. Das Management soll weiterhin operativ tätig sein. Krones hat im Jahr 2013 mehr als 2,8 Milliarden Euro umgesetzt. Beraten wurde das Unternehmen von einem CMS-Team um Martin Kolbinger.

Der Halbleiterhersteller Infineon Technologies hat sich mit 9,4 Prozent an dem börsennotierten Leiterplattenhersteller Schweizer Electronic beteiligt. Finanzielle Details sind nicht bekannt. Beraten wurde Schweizer Electronic von einem CMS-Team um Regine Hagen-Eck.

Tomorrow Focus
hat ihre 100-prozentige Tochtergesellschaft Cellular, eine Full-Service-Agentur für mobiles Internet, Apps und Smart-TV, im Rahmen eines MBO an die Cellular-Gründer und Geschäftsführer Birger Veit und Roman Kocholl verkauft. Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung will Tomorrow Focus  sich stärker B2C-Geschäftsmodelle in den Bereichen Travel, Publishing und Subscription konzentrieren. Cellular mit Standort in Hamburg und Wien, verzeichnete im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz in Höhe von rund 8 Millionen Euro.

Das Schweizere Nahrungsmittelunternehmen Hochdorf-Gruppe erwirbt den Weizenkeimverarbeiter Marbacher Ölmühle. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Damit stärkt Hochdorf den Bereich Cereals & Ingredients.

Die Münchner Endurance Capital übernimmt das Kerngeschäft des insolventen Thierhauptener Unternehmens IBS Vertriebs GmbH. Das Kerngeschäft umfasst die Sparten mobile Hochwasserschutzwände sowie Wasserversorgung und Logistiksysteme. Voraussetzung ist noch die Zustimmung der Gläubiger zu dem beim Gericht eingereichten Insolvenzplan.

Automic, ein Unternehmen im Bereich Business Automation, kauft die Levatis Software Solutions, einen Spezialisten für Systeme zur Verwaltung von Anforderungen und Freigaben. Finanzielle Details sind nicht bekannt. Beraten wurde Automic von Jank Weiler Operenyi und Levatis von RPCK Rastegar Panchal.

julia.becker[at]finance-magazin.de

Info

Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.

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