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M&A-Deals: Stada, Annington, Deutsche Rohstoff

Stada hat einen M&A-Deal in Russland abgeschlossen. Die große Bedeutung des russischen Marktes war in den vergangenen Tagen allerdings eine Belastung.
Stada

Stada schließt Russland-Zukauf ab

Der Arzneimittelkonzern Stada hat über seine russische Tochter Nizhpharm den Kauf des russischen Markenproduktportfolios Aqualor abgeschlossen. Der Rahmenvertrag für den Kauf war im Oktober geschlossen worden. Das Portfolio wird von diesem Monat an im Stada-Konzern konsolidiert.

Der Kaufpreis für das Produktpaket beträgt insgesamt 131 Millionen Euro in bar. 83 Prozent waren mit Vertragsvollzug fällig, weitere 17 Prozent erst nach der Erfüllung von bestimmten Bedingungen innerhalb von zwölf Monaten nach Vollzug des M&A-Deals. Das Produktpaket umfasst zehn verschreibungsfreie Produkte zur Anwendung bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen und Halsschmerzen. Der mit diesen Aqualor-Produkten erzielte Nettoumsatz in Russland lag Stada zufolge 2012 bei rund 28 Millionen Euro. Zur Finanzierung nutzte Stada vorhandene Barmittel und freie Kreditlinien. Russland ist für Stada ein bedeutender Markt. Die wirtschaftlichen Turbulenzen infolge der Krim-Krise haben das Unternehmen daher zuletzt stark getroffen.

Deutsche Annington mit M&A-Deals auf Expansionskurs

Die Deutsche Annington nimmt für zwei große M&A-Deals rund 2,4 Milliarden Euro in die Hand. Die Zukäufe sind die ersten großen Transaktionen nach der erfolgreichen Refinanzierung im Herbst. Das Unternehmen vergrößert das Portfolio um mehr als 40.000 Wohnungen. Mit der Dewag einigte es sich auf die Übernahme von 11.500 Wohnungseinheiten für rund 970 Millionen Euro, außerdem wurde eine Grundsatzvereinbarung mit der Vitus Gruppe über den Kauf von 30.000 Einheiten für etwa 1,4 Milliarden Euro beschlossen. Im Fall des Vitus-Deals sind allerdings noch beiderseitige Rücktrittsrechte vereinbart. Die Kanzlei Noerr hat die Deutsche Annington bei beiden Projekten rechtlich beratend, federführend tätig waren die Partner Holger Alfes, Christoph Brenzinger und Alexander Goepfert.

Finanziert werden sollen die Transaktionen sowohl durch Fremd- als auch durch Eigenkapital. Dazu plant die Deutsche Annington um CFO Stefan Kirsten eine Barkapitalerhöhung um bis zu 16 Millionen Stückaktien. Diese dürften dem Unternehmen rund 320 Millionen Euro in die Kasse spülen. Zudem sollen Teile der Gegenleistung für das Vitus-Portfolio durch eine Sachkapitalerhöhung finanziert werden. Für die Refinanzierung von bestehenden Verbindlichkeiten, die die Deutsche Annington bei dem Kauf der beiden Bestände übernimmt, möchte sie außerdem eine Hybridanleihe auflegen und das bestehende Medium-Term-Notes-Schuldverschreibungsprogramm nutzen.

Deutsche Rohstoff verkauft Ölprojekt

Die Deutsche Rohstoff AG will das US-Ölprojekt in Windsor (Colorado) für 200 Millionen US-Dollar verkaufen. Die Tochterfirma Tekton Windsor hat in dieser Woche einen Vertrag über den M&A-Deal unterzeichnet. Die Transaktion steht noch unter Vorbehalt, die Due Diligence durch den Käufer muss bis Ende Mai abgeschlossen sein. Die Parteien haben vereinbart, dass der Käufer zunächst nicht namentlich genannt wird. Einen anrechenbaren Vorschuss auf den Verkaufspreis von 18 Millionen US-Dollar wurde bereits auf ein Treuhandkonto einbezahlt. Diesen Betrag erhält Tekton grundsätzlich auch dann, wenn die Transaktion nicht zustande kommt.

Der Verkauf ist auch ein gutes Signal für die Zeichner der erst 2013 begebenen Mittelstandsanleihe des Unternehmens. Deutsche-Rohstoff-CFO Thomas Gutschlagsagte: „Der Verkauf bringt uns einen hohen Gewinn und sichert bereits frühzeitig die Rückzahlung der Anleihe.  Der Verkaufserlös gibt uns darüber hinaus erheblichen finanziellen Spielraum bei der Umsetzung weiterer Öl- und Gasprojekte in den USA.“

PE-Investor Capvis schließt Arena-Übernahme ab

Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Capvis hat die Übernahme von Arena Schwimmsportbekleidung abgeschlossen. Capvis hatte sich im Dezember mit dem PE-Investor The Riverside Company auf eine grundsätzliche Vereinbarung zur Übernahme geeinigt. Riverside war seit 2010 an dem italienischen Unternehmen beteiligt. Latham & Watkins hat Capvis bei der Übernahme mit einem internationalen Team begleitet, das M&A-Team wurde von Christian Edye (Corporate/M&A, Hamburg) und Tommaso Amirante (Corporate/M&A, Mailand) geführt. Bei Riverside arbeiteten Senior Operating Partner Fabio Pesiri, Principal Michael Weber und Vice President Sven-Hendrik Schulze an der Transaktion. Allen & Overy, Lincoln International und KPMG haben Riverside beim Verkauf beraten.

Cevian stockt bei ThyssenKrupp weiter auf

Der schwedische PE-Investor Cevian Capital hat seine Beteiligung am Stahlkonzern ThyssenKrupp auf knapp über 15 Prozent aufgestockt. Cevian unterstreiche damit sein langfristiges Engagement, teilte der Investor mit. Der PE-Investor hatte sich im Dezember an einer Kapitalerhöhung bei ThyssenKrupp beteiligt und seinen Anteil damals auf knapp 11 Prozent erhöht.

Übernahme von AZ Electronic durch Merck zieht sich

Der Pharmakonzern Merck hat den Zeitplan für das Barangebot für AZ Electronic erneut verlängert. Als Grund nannte das Unternehmen den zeitlichen Rahmen der kartellrechtlichen Prüfung in China. Diese hätte eigentlich Ende Februar abgeschlossen sein sollen. Das Angebot an die AZ-Aktionäre läuft nun bis zum14. März. Merck teilte mit, die Gespräche mit der chinesischen Wettbewerbsbehörde verliefen bisher konstruktiv und würden weiter voran schreiten. Die Prüfung dauere an. Die kartellrechtlichen Freigaben in Deutschland, Japan, Taiwan und den USA waren Merck bereits vorzeitig erteiltworden. Bis zum Mittag des 28.Februar waren rund 64,03Prozent des Aktienkapitals von AZ angedient worden.

M&A-News: Personalien

Die Anwaltskanzlei Latham & Watkins hat zum 1. März weltweit sechs Counsel zu Partnern ernannt, darunter den deutschen M&A-Anwalt Christoph Engeler. Engeler ist Mitglied der Corporate/M&A-Praxis im Hamburger Büro der Kanzlei und auf unternehmensrechtliche und regulatorische Fragen aus den Bereichen Gesundheit und Life Sciences spezialisiert.

Die Sozietät White & Case erweitert das M&A/Corporate-Team mit Markus Stephanblome. Der 39 wird als Local Partner im Frankfurter Büro arbeiten. Stephanblome berät seit vielen Jahren bei M&A-Transaktionen. Er war zuletzt rund zehn Jahre lang bei Freshfields Bruckhaus Deringer, wo er zunächst im Düsseldorfer und dann im Frankfurter Büro tätig war, seit 2011 als Counsel.

Die österreichische Wirtschaftskanzlei Lansky, Ganzger + Partner hat Ronald Frankl (39), Head of Corporate, M&A und Capital Markets, zum Partner ernannt. Frankl leitet seit über zwei Jahren das Team der Praxisgruppe.

Weitere M&A-Deals:

Das finnische Chemieunternehmen Kemira will das AKD-Dispersionsgeschäft von BASF übernehmen. Der M&A-Deal soll in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen werden, finanzielle Details wurden nicht bekannt. BASF plant zudem, das dem Geschäftsbereich Plastic Additives zugeordnete Geschäft mit PolyAd Services an den PE-Investor Edgewater Capital Partners zu verkaufen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde bereits unterzeichnet, der Abschluss des M&A-Deals wird im zweiten Quartal erwartet. Über finanzielle Einzelheiten der Transaktion haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Der Elektronikkonzern Belden, spezialisiert auf Übertragungssysteme, hat den Kauf des US-Unternehmens Grass Valley für 220 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Das Unternehmen wird mit Beldens Geschäftsbereich Miranda zusammengeschlossen. Orrick, Herrington & Sutcliffe hat Belden bei dem M&A-Deal beraten. Grass Valley liefert Technologien für TV-Übertragungsanlagen.

Die auf elektrotechnische Produkte für Starkstromanwendungen spezialisierte Schwanenmühle-Gruppe hat den Geschäftsbetrieb der Firma Gemminger Präzisionsteile im Rahmen eines Asset Deals übernommen. Ein Team von GSK Stockmann + Kollegen unter Federführung von Sonja Bayer hat die Schwanenmühle-Gruppe rechtlich beraten.

Der Anbieter von Kugellagern LFD Wälzlager übernimmt die italienische Vertriebsgesellschaft CDC mit Sitz in Padua. Durch den strategischen Zukauf in Italien will die LFD-Gruppe ihre Präsenz im Markt stärken. Die M&A-Beratung VR Corporate Finance und die Dortmunder Volksbank hatten den M&A-Deal vorbereitet und in Kooperation mit  Ermagora L. begleitet.

ADB Airfield Solutions (Umsatz ca. 170 Millionen Euro) hat den Mannheimer Dienstleister für Flughafenbeleuchtung Lucebit sowie das Schweizer Unternehmen Erni AGL übernommen. Die neue Gruppe erzielt einer Mitteilung zufolge einen konsolidierten Jahresumsatz von über 200 Millionen Euro. Die frühere Siemens-Tochter ADB ging 2009 in einem LBO an den PE-Investor Montagu Private Equity. 2013 folgte ein zweiter LBO an PAI Partners. Beide M&A-Deals wurden ebenso wie die jüngsten Zukäufe in Deutschland und der Schweiz von Clairfield International begleitet.

Die Sachverständigenorganisation Dekra hat das bislang inhabergeführte britische Unternehmen TTL Automotive mit Sitz in Stokenchurch bei London übernommen. TTL bietet schwerpunktmäßig Dienstleistungen im Bereich Prozessoptimierung. Die  bisherigen Inhaber Mike Budny und Alex Underwood leiten das Unternehmen weiter.

Der Stahlhändler Klöckner & Co hat über die Schweizer Landesgesellschaft Debrunner Koenig einen Mehrheitsanteil von 75 Prozent des Schweizer Unternehmens Riedo Bau + Stahl (Umsatz 2013 knapp 140 Millionen Euro) erworben. Der in dieser Woche abgeschlossene Kaufvertrag sieht eine vollständige Übernahme des Unternehmens innerhalb von zwei Jahren vor.

Die VR meine Raiffeisenbank eG hat 74,9 Prozent an der RT / Raiffeisen Touristik Group zu einem nicht genannten Preis an den Resortbetreiber Samih Sawiris verkauft. Ein Berliner Team von CMS Hasche Sigle um die Gesellschaftsrechtspartnerin Eva Annett Grigoleit hat die VR meine Raiffeisenbank eG bei der Transaktion rechtlich beraten. Die Verkäufer erfüllen mit dem M&A-Deal Regularien der Bankenaufsicht.

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